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fairtrade Town Ettlingen

Weltweit gibt es inzwischen über 2.200 Fair-Trade-Towns, die die Auszeichnung für zwei Jahre erworben haben, danach kommt die Kommune erneut auf den Prüfstand.
„Faire Chancen statt Almosen, das haben die Menschen verdient“, sagte Oberbürgermeister Johannes Arnold in seinen Grußworten im Rahmen der Auszeichnung der Stadt als 350. Fair-Trade-Town.

 
 

Über das Projekt

Mit Brief und Siegel: Ettlingen wurde im September 2015 zur bundesweit 350. Fair-Trade-Town gekürt und darf sich nun auch in einer Reihe mit Rom, London oder Kopenhagen sehen.

Ende 2013 hatte der Gemeinderat den Beschluss gefasst, dass sich Ettlingen um die Auszeichnung bewerben sollte. Damit war dann bereits eines von fünf Kriterien nahezu erfüllt, kurz darauf wurde die Steuerungsgruppe gegründet. Ferner musste gewährleistet sein, dass eine bestimmte Anzahl von Gastronomiebetrieben und Geschäften Faire Produkte anbieten bzw. verwenden, ebenso öffentliche Einrichtungen, beispielsweise Schulen, Vereine, Kirchen. Weiteres Kriterium war die begleitende Berichterstattung in der örtlichen Presse. 
 
„Wir können uns über das Erreichte freuen“, so der OB, doch sei dies nur ein Mosaiksteinchen von vielen. Gelte es nun doch, mittels Multiplikatoren das Bewusstsein der Menschen für fairen Handel zu stärken und die Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene zu fördern. 
     
Dass fairer Handel Not tue, unterstrich der Rathauschef mit eindrücklichen Zahlen: zwei Drittel der Weltbevölkerung seien von der Welternährungskrise bedroht, 115 Millionen Kinder schufteten täglich unter ausbeuterischen Bedingungen ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Armut sei nicht nur die Ursache für all dies, sondern auch die Folge. Fairer Handel könne eine Alternative zum kompromisslosen Boykott sein, denn er biete die Möglichkeit, neben dem Erwerb fair erzeugter Produkte Projekte zu fördern, die die Armut an der Wurzel packten. „Fairer Handel ist für mich eine der wichtigsten Säulen glaubwürdiger Entwicklungszusammenarbeit“, betonte Arnold. Ettlingen werde daher zusammen mit Institutionen wie dem Weltladen, mit Handel und Gastronomie weitere Ideen entwickeln und Projekte realisieren, um fairen Handel zu fördern. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Aktivitäten rund um den 10. Geburtstag des Ettlinger Weltladens, der am 26. September gefeiert wird. „Wir werden die Welt nicht verändern können durch unser Engagement, über den fairen Handel können wir jedoch einen wenn auch kleinen, so doch wichtigen Beitrag leisten hin zu einer gerechteren Welt“, so Arnold abschließend.
     
Siegfried Reiter vom Vorstand des Weltladens Ettlingen e.V. erinnerte in seiner Ansprache an die Anfänge des Fairen Handels in Ettlingen, der von Beginn an mit dem Weltladen gleichgesetzt wurde. Vor über zehn Jahren standen die Verfechter fairer Bedingungen alle vier Wochen mit einen Zelt auf dem Wochenmarkt. Inzwischen hat sich das Angebot weit von Jutetaschen entfernt. Die Konvention der Weltläden, so Reiter, reiche von der Sozial- und mweltverträglichkeit über die demokratische Organisationsform bis zur Informations-  und Bildungsarbeit. Wichtig sei vor allem der Anspruch, dass die Produzenten vor Ort dahingehend unterstützt werden sollen, ihr Leben in ihrer eigenen Gesellschaftsordnung führen zu können. Die Kunden und Interessenten des Weltladens für solche Belange zu sensibilisieren, sei mit eine Aufgabe des Weltladens, sagte Reiter. Er hob die Stadt als gute Partnerin des Weltladens hervor und gratulierte zur Auszeichnung, lobte  insbesondere Denise Bonhage von Stadtmarketing für ihren unermüdlichen Einsatz.
     
Der Ehrenbotschafter des Fairen Handels, Manfred Holz, umriss in einer launigen Rede Sinn und Zweck des Siegels, das Anfang und Auftrag sei, die Kriterien auch weiterhin zu erfüllen. Fast jeder kenne das Fair-Trade-Zeichen, es habe ein gutes Image. 1992 war Fair Trade von 26 Organisationen gegründet worden, die Zuwächse seien beeindruckend: Deutschland sei nach Großbritannien Marktführer mit einem Fairen-Handelsumsatz, der 2014 großes Wachstum verzeichnete und über 827 Millionen Euro betrug. „Fair Trade setzt strenge Maßstäbe“, so Holz, denn es gelte: „Wer uns den Tisch deckt, soll auch satt werden.“ Fair Trade stehe mithin auch dafür, Elend und Fluchtursachen zu bekämpfen. Kaffee sei nach wie vor das wichtigste Produkt, gefolgt von Bananen, Rosen und Kakao. Zehn Euro gebe jeder Deutsche im Jahr für fair gehandelte Waren aus, in der Schweiz sei es viermal so viel, so Holz. Er sprach den stellvertretenden Akteuren auf der Bühne des Musensaals, Denise Bonhage, OB Arnold, Rolf Osburg (Vorstand Weltladen) und Patrik Jutz (Vorstand Partnerschaft Eine Welt e.V.) seinen Dank und seine Anerkennung aus und überreichte die Urkunde. Anschließend versammelten sich alle Teilnehmer der Veranstaltung vor dem Musensaal für ein gemeinsames Foto. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Conga-Duo Gaudi und Djus.
     
Den Titel Fair Trade-Town gibt es nur auf Zeit, denn nach zwei Jahren wird überprüft, ob der Titel noch gültig ist. Die Steuerungsgruppe hat die Aufgabe, dies sicherzustellen. Dazu sind alle Ettlinger Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kirchen und sonstige Gruppen herzlich eingeladen.
     
 Interessenten für die Steuerungsgruppe können sich melden bei: Eva Streng Tel. 07243 / 101-118, marketing@ettlingen.de, Weltladen: Rolf Osburg, rolf.osburg@t-online.de, Tel. 07243 / 28403, Partnerschaft Eine Welt  Patrick Jutz etoges@jutz-4-you.de, 0171 / 6741609.

Erfahren Sie, wo Sie Fairtrade-Produkte erwerben können und welche Einrichtungen Fairtrade-Produkte verwenden in unserem Flyer (5,914 MB).

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