Begriffsdefinitionen

Was ist eigentlich eine Landeserstaufnahmestelle (LEA)?

Die nach Deutschland kommenden, flüchtenden Menschen werden anhand des „Königsteiner Schlüssels“ auf die Bundesländer verteilt. Baden-Württemberg nimmt dementsprechend 12,9 % der asylbegehrenden Menschen in Landeserstaufnahmestellen (LEA) auf. Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt sechs Monate. In dieser Zeit werden die Menschen registriert, gesundheitlich untersucht und ggf. behandelt. Daraufhin folgt die Weiterverteilung in die vorläufige Unterbringung (Gemeinschaftsunterkunft). Eine Landeserstaufnahmestelle befindet sich im Karlsruhe.

Quelle: Gemeindetag Baden-Württemberg


Was ist eigentlich eine Gemeinschaftsunterkunft (GU)?

Nach der Erstaufnahme werden Flüchtlinge, deren Asylantrag noch nicht abgeschlossen ist, in vorläufigen Unterkünften (Gemeinschaftsunterkünften) untergebracht. Sie werden den Stadt- und Landkreisen anhand der jeweiligen Einwohnerzahl zugeordnet. Stand Mai 2016 gibt es in Ettlingen 5 Gemeinschaftsunterkünfte. Sobald der Asylantrag abgeschlossen ist und spätestens nach 24 Monaten ziehen die Menschen in Anschlussunterkünfte.

Quelle: Gemeindetag Baden-Württemberg


Was ist eigentlich eine Anschlussunterbringung (AU)?

Der Aufenthalt in einer vorläufigen Unterbringung (Gemeinschaftsunterkunft) endet, sobald über den Asylantrag entschieden wurde bzw. nach 24 Monaten. Die Städte und Gemeinden sind dazu verpflichtet, die Asylbewerber in einer AU unterzubringen, denen es nicht gelingt, eigenständig eine Wohnung zu finden. Hier gelten in der Regel dieselben Voraussetzungen wie in der Unterbringung von obdachlos gewordenen Menschen. In Ettlingen gibt es verschiedene Anschlussunterkünfte. Diese sind dezentral über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Quelle: Gemeindetag Baden-Württemberg


Was sind eigentlich Asylsuchende?

„Asylsuchende“ wird in der Öffentlichkeit oft synonym zum Begriff „Flüchtlinge“ gebraucht. Im Sprachgebrauch des UNHCR ist ein Asylsuchender aber eine Person, die einen Antrag auf Anerkennung als politisch Verfolgte gestellt hat, den Status als Flüchtling oder Asylberechtigter aber noch nicht erhalten hat.
 
Quelle: Glossar der Neuen deutschen Medienmacher – Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland (Stand. 1. Oktober 2015)


Was sind eigentlich Flüchtlinge?

„Flüchtlinge“ sind laut Genfer Flüchtlingskonvention „Personen, die aus begründeter Furcht vor der Verfolgung ihrer Person wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe Schutz in einem anderen Land suchen“. In amtlichen Statistiken gelten die Bezeichnungen „Flüchtlinge“ und „Asylberechtigte“ nur für Menschen, die schon Schutzstatus besitzen: Asylberechtigte werden nach dem Asylrecht im Grundgesetz anerkannt, Flüchtlingen wird Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention gewährt.

Quelle: Glossar der Neuen deutschen Medienmacher – Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland (Stand. 1. Oktober 2015)


Was sind eigentlich Asylbewerber?

„Asylbewerber“ sind juristisch gesehen Personen, die einen Antrag auf Anerkennung als politisch Verfolgte gestellt haben, deren Verfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aber noch nicht abgeschlossen sind. Allerdings ist der Begriff „Asylbewerber“ irreführend, weil ein Grundrecht auf Asyl besteht; Menschen bewerben sich aber nicht um Grundrechte, sie haben sie einfach.
Alternative Begriffe: „Asylsuchende“, „Geflüchtete“ oder „Schutzsuchende“.

Quelle: Glossar der Neuen deutschen Medienmacher – Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland (Stand. 1. Oktober 2015)


Was sind eigentlich Migranten?

„Migranten“ werden vom Statistischen Bundesamt als Menschen definiert, die nicht auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik, sondern im Ausland geboren sind. Rund die Hälfte davon sind Deutsche, die andere Hälfte hat eine ausländische Staatsangehörigkeit. Im Diskurs wird dieser Begriff häufig irrtümlich als Synonym für Menschen mit Migrationshintergrund verwendet.

Quelle: Glossar der Neuen deutschen Medienmacher – Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland (Stand. 1. Oktober 2015)


Was ist eigentlich ein Bleiberecht?

„Bleiberecht“ bezeichnet die Aufenthaltserlaubnis für Ausländer, die sich schon länger ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland aufhalten, weil sie zum Beispiel als abgelehnte Asylsuchende geduldet wurden. In Deutschland wird der Begriff auch als politische Forderung und Synonym zum international gebräuchlichen Begriff „Legalisierung“ verwendet. Voraussetzungen für die gesetzliche Bleiberechts- und Altfallregelung sind unter anderem objektive Abschiebehindernisse, ein mehrjähriger Aufenthalt in Deutschland sowie Integrationsnachweise.

Quelle: Glossar der Neuen deutschen Medienmacher – Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland (Stand. 1. Oktober 2015)


Was ist eigentlich eine Duldung?

Eine Duldung betrifft Menschen ohne einen Aufenthaltstitel, von deren Abschiebung jedoch vorübergehend abgesehen wird, weil ihnen eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben droht oder eine Abschiebung nicht möglich ist (zum Beispiel, weil in dem Herkunftsland Krieg herrscht oder sie keine Papiere haben). Ca. 94.500 Menschen ohne Aufenthaltstitel, aber mit einer Duldung leben in Deutschland (Stand 2013). Durch die Duldung wird der Aufenthalt zwar nicht rechtmäßig, aber es entfällt die Strafbarkeit wegen „illegalen Aufenthalts“.

Quelle: Glossar der Neuen deutschen Medienmacher – Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland (Stand. 1. Oktober 2015)


Was sind eigentlich Asylanten?

„Asylanten“ – der Begriff ist negativ konnotiert. Er wird häufig dann verwendet, wenn Geflüchtete als Bedrohung oder Belastung betrachtet werden, und nicht als Schutzsuchende.
Weitere Alternativen: „Asylsuchende“, ggf. „geschützte Personen“ und „Asylberechtigte“.

Quelle: Glossar der Neuen deutschen Medienmacher – Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland (Stand. 1. Oktober 2015)


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