Die Alb als Indikator für den Klimawandel



Als kurzer Mittelgebirgsfluss ist die Alb anfällig für plötzlich auftretendes Hochwasser nach starken Niederschlägen im Nordschwarzwald. Der Ettlinger Umweltbericht 2010 (10,649 MB) beschreibt die Situation an der Alb.

„Die Ursachen für Hochwässer sind vielfältig. Dazu zählen die Einengung des Gewässers durch den Zubau von Auenlandschaften und der Begradigung von Flüssen sowie der zunehmenden Versiegelung von Landschaftsflächen, die zu einem erhöhten oberirdischen Abfluss des Niederschlagswassers führen. Der Klimawandel trägt ebenso dazu bei, dass höhere Wassermengen auftreten oder diese zeitlich nicht mehr getrennt ablaufen, sondern sich überlagern und damit addieren. Auch die Stadt Ettlingen und einzelne Ortsteile und Gemarkungsflächen wurden in den letzten Jahren durch Hochwässer gefährdet. 
Aufgrund eines Hochwasserereignisses der Alb im Jahr 1978, das statistisch gesehen seltenerals einmal in 100 Jahren zu erwarten ist, wurde ein Hochwasserkonzept entwickelt, welches im Hochwasserfall die Entwässerung in drei Systeme vorsieht. Dies sind der Polder Oberwald auf Karlsruher Stadtgebiet, in den über die Seegrabenmulde entwässert wird, die Salmenwiesen und der Weiherwald durch den Zufluss des Erlengrabens. Die Bemessungsgrenze war ein 100-jährliches Hochwasserereignis von 71 m³/s. Nach den Festlegungen der LUBW ist heute allerdings für ein 100-jähriges Hochwasserereignis in Ettlingen mit einem Abfluss von 97 m³/s bzw. einem Pegelstand von 2,09 m zu rechnen (Hochwasservorhersage-Zentrale, 2009). 1998 trat am Pegel Ettlingen mit ca. 96,5 m³/s ein solches Hochwasser auf. Darauf folgte im März 2002 ein erneutes 100-jähriges Ereignis mit einem Pegelstand von 2,11 m. Eine umfassende Überschwemmung der Stadt blieb zwar aus, der Abfluss erfolgte aber quasi ohne Freibord, das heißt ohne weitere Pufferzone. Durch den Klimawandel verändern sich auch im Gebiet der Alb die Abflussmengen. Die Bemessungen für ein 100-jähriges Hochwasserereignis werden deshalb mit einem „Klimafaktor“ von 1,15 korrigiert.“
 
(Quelle: Umweltbericht 2010 (10,649 MB))


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