Stadtteil Ettlingenweier - Wappengeschichte

In Silber ein blauer Abtsstab, begleitet von zwei blaubesamten Rosen mit grünen Kelchblättern.




Ettlingenweier wird um 1110 als Owenswiler erstmals im Hirsauer Codex unter den Schenkungen und Erwerbungen dieses Klosters erwähnt. Ausser Hirsau erhielten und erwarben im Mittelalter hier noch die Kloster Reichenbach (heute Klosterreichenbach), Frauenalb und Lichtenthal Besitz. Der Ort kam über die Grafen von Eberstein im frühen 13. Jahrhundert an die Markgrafen von Baden. Diese bildeten zur Straffung der Verwaltung aus den driu Unswilre (das sind Ettlingenweier, Bruchhausen und Oberweier) den seit 1307 bezeugten Stab Weier. Als Gerichts- und Markgenossenschaftsbezirk, zu dem 1528 auch Schluttenbach geschlagen wurde, wurde er von Schultheiß und Gericht in Ettlingenweier geführt und bestand rund 500 Jahre. 1809 erfolgte die polizeiliche, Ende 1819 die wirtschaftliche Trennung der Stabsgemeinden.

Von Schultheiß und Gericht des Stabs Weier ist kein eigenes Siegel überliefert, die Urkunden wurden vom Amtmann zu Ettlingen besiegelt. Erst 1818 wurde für das mittlerweile selbständige Gericht Ettlingenweier ein Prägesiegel angeschafft. Es zeigt einen schräglinks geteilten Schild, in dessen oberem Feld einen Schrägbalken, im unteren Feld ein birnenförmiges Zeichen. Dieses Zeichen, das in Berichten an das Bezirksamt Ettlingen 1853 als verdrücktes Kettenglied bezeichnet wird, ist die Marke des Stabes Weier und wurde nach der Aufteilung des Stabs noch einige Zeit auch von den anderen ehemaligen Stabsgemeinden weitergeführt. Im übrigen ist das Wappen dieses ältesten Siegels von Ettlingenweier dem Mittelschild des badischen Staatswappens nachgebildet, das Großherzog Karl Friedrich 1807 eingeführt hatte. Der angebliche Zähringer Löwe im unteren Feld des Staatswappens ist im Gemeindesiegel durch das Ortszeichen ersetzt. Spätere Siegel enthalten die Dorfmarke und die Initialen E.W. ohne Wappenschild. Die älteste Abbildung der Dorfmarke findet sich auf der 1699 gegossenen ehemaligen Bürgerglocke der Pfarrkirche, die heute im Albgaumuseum Ettlingen aufbewahrt wird. 1902 schlug das Generallandesarchiv das vom Gemeinderat im gleichen Jahr angenommene, bis zur Vereinigung mit Ettlingen gültige Wappen vor. Der Krummstab soll auf den alten Besitz mehrerer Klöster im Ort, die ebersteinischen Rosen sollen auf die ehemaligen Ortsherren hinweisen.

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