Die Bundeszentrale ist in Kooperation mit dem Jüdischen Museum und dem Museum für Kommunikation, beide Frankfurt am Main, Veranstalterin der Ausstellung. 1999 wurde sie konzipiert und ist seit 2003 in einer komprimierten Fassung auf Wanderung. „Ettlingen engagiert sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz“, betonte Oberbürgermeisterin Büssemaker; anlässlich des 70. Jahrestags der Reichspogromnacht wolle die Stadt an die „Schrecken der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte erinnern und gedenken“, die Ausstellung bilde quasi den Auftakt dazu. Den Wirkungskreis von Postkarten schätze man im Informationsalter eher gering ein, doch als die gezeigten Postkarten gedruckt wurden, etwa von 1885 bis 1940, waren sie ein modernes Massenmedium. Kritisch mahnen und aktiv gegen Vorurteile vorgehen, dies sei mit ein Ziel der Ausstellung, sie wünsche sich daher, dass vor allem die Schulen die Möglichkeit nutzen sollten, ins Rathaus zu kommen.
Bei „Abgestempelt“ handle es sich um das erste große Projekt in Deutschland, das sich des Themas bildhafter Antisemitismus in dieser Form angenommen habe, sagte Thomas Mank einführend. Es gehe vor allem darum, die einzelnen judenfeindlichen Bildmotive zu analysieren, ihre Herkunft, Konstruktion und Funktion zu beschreiben und ihrer Wirkung nachzugehen. Der Wert der Sammlung liege darin, die Postkarten dem ursprünglichen Zweck der Verunglimpfung zu entziehen und sie zu Anschauungsobjekten in einem Prozess des Erkennens zu machen.
Über 1000 antisemitische Postkarten hat der Berliner Sammler Wolfgang Haney in den vergangenen Jahren zusammengetragen; 300 davon wurden unter sieben Fragestellungen wurden sie thematisch gegliedert. Im zweiten Teil der Ausstellung im unteren Foyer des Rathauses erwartet die Besucher ein Interviewfilm mit dem Sammler, in dem er selbst etwas von seiner persönlichen Geschichte und dem Zustandekommen der Sammlung berichtet. Höchstwahrscheinlich wird Haney in den nächsten Wochen auch einmal selbst nach Ettlingen kommen.
Die Ausstellung endet mit einem Ausblick auf die Gegenwart und Beispielen ebenso bewussten wie verantwortungsvollen Spiels mit Stereotypen und Klischees.
Zu sehen ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses montags bis donnerstags 8 bis 16.30 Uhr, freitags 8 bis 14 Uhr.

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