Denn sie greifen nicht ein, sie sind einfach präsent, vermitteln und stellen sich für Gespräche zur Verfügung, nur im Notfall verständigen sie Hilfe. Die Nachtwanderer tragen durch ihre Anwesenheit zu einer angenehmeren Atmosphäre bei.
Die Idee freilich ist nicht neu, sie wurde in den 80er Jahren in Schweden geboren, dort hat sie sich bewährt. „Es geht darum, Brücken zu Schlagen zu den jungen Leuten, Erwachsene und Jugendliche zusammen zu bringen“, erläuterte die Bürgermeisterin. Allein, dass da jemand ist, der sich für die Jungen interessiert, kann schon viel bewirken. Ist erst einmal das Interesse auf beiden Seiten geweckt, dann ist das Eis meist gebrochen.
Nachtwanderer sind in Gruppen aus vier Personen ab etwa 23 Uhr in der ganzen Stadt unterwegs, an öffentlichen Plätzen und Straßenbahn- sowie Bushaltestellen. „Viele, die sich als Nachtwanderer engagieren, sind Eltern, die selbst flügge werdende Kinder im Alter ab 16 Jahren haben und die Sorgen und Ängste der Erziehungsberechtigten kennen“, berichtete Birgit Hasselbach.
Die Initiative stützt sich auch auf positive Erfahrungsberichte aus Eberstadt, dort gibt es die Nachtwanderer seit kurzem und die Erfahrungen sind gut. Nicht zuletzt deshalb wird beim Informationsabend ein Eberstädter Nachtwanderer mit dabei sein und die künftigen Ettlinger Kolleginnen und Kollegen aus erster Hand informieren sowie Fragen beantworten. Darüber hinaus geht es an diesem Abend auch um rechtliche Grundlagen. Wer sich zum Mitmachen entschließt, wird am 25. Oktober an einer eintägigen Schulung teilnehmen, darüber hinaus werden die Nachtwanderer stets fachlich begleitet und können an einem Erfahrungsaustausch teilnehmen. Von Seiten der Stadt sagte die Bürgermeisterin Unterstützung in Form von Handys zu. Wie sich die ehren-amtlichen ‚Nachteulen’ rein äußerlich zu erkennen geben werden, wird sich noch finden.
„Ich würde mir wünschen, dass wir dieses Jahr rund 50 Bürgerinnen und Bürger ab 25 Jahren finden, die sich als Nachtwanderer einsetzten möchten“, sagte Bürgermeisterin Petzold-Schick. Sie wird das Projekt auch im Fössl vorstellen, dem Förderverein Sicherer Südlicher Landkreis. Die Polizei ist informiert, darüber hinaus möchte die Bürgermeisterin auch die KVV mit ins Boot nehmen. Denn die Haltestellen und öffentlichen Verkehrsmittel gehören mit zum Einsatzgebiet der nächtlichen Wanderer.
Eine ganz andere Sache sind die Jugendschutzteams, dabei engagieren sich ebenfalls Bürgerinnen und Bürger der Stadt, aber „eventbezogen“: Bei Veranstaltungen sind sie mit von der Partie und es wird sie auch weiterhin geben. Die Nachtwanderer sind eine Mischung aus Balsam fürs Sicherheitsbedürfnis und der Stärkung des Gemeinwesens. „Und es macht offensichtlich auch Spaß“, ergänzte Christina Leicht. Ob man als Hundehalter alleine oder in der Gruppe beim nächtlichen Gassigehen durch die Stadt läuft, ob man als nachtaktiver Mensch daheim vor dem Fernseher sitzt oder sich mit Gleichgesinnten fürs Gemeinwohl ein-setzt, als Nachtwanderer tut man sich selbst auch etwas Gutes.
„Es ist eine Maßnahme, die mit geringem finanziellen Aufwand auf niederschwelliger Basis den Kontakt zu und das Verständnis für Jugendliche fördert“, unterstrich Petzold-Schick; gleichwohl werden die Einsatzorte der Nachtwanderer die klassischen Kernpunkte sein, dabei bewegen sie sich in wohnortnahen Quartieren.
Informationen gibt es bei B. Hasselbach, Tel. 07243/101-509 oder Chr. Leicht, Tel. 101-389 und demnächst wird ein Flyer ausliegen.

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