Dort können die Orchestrien, Drehorgeln und Standuhren in ihrer ästhetischen Pracht, aber auch in ihrer Klangfülle präsentiert werden und sind für Besucher frei zugänglich. Noch vor wenigen Monaten standen sie dicht gedrängt und verschlossen in einem Raum, nur zu sehen bei einer Führung.
Möglich wurde dieser Umzug nur, weil das Lindenmuseum, Stuttgart die Anzahl seiner ostasiatischen Exponate verringerte, so dass nun Platz entstand. Das Museum wird sich nun nicht im ganzen Schloss ausbreiten. Im Gegenteil, hob die OB heraus, das Museum wird sich auf das 2. OG mit seinen barocken Räumen konzentrieren“, „was uns nur Vorteile bringt“, erklärte Maier. Anstoß für diese Veränderung ist u.a. die Schlosssanierung und damit verbunden die Schloss-Neukonzeption. War doch bis dato das Schloss ein Gemischtwarenladen, da ein Fetzen Museum, dort die Festspiele und dazwischen die für öffentliche Veranstaltungen genutzten Räume. „Durch das Komprimieren macht man es den Besuchern leichter, wo sie was finden im Schloss“, so die OB, anmerkend, das beginnt bereits mit dem Eingang, der wieder zentral im Südflügel ist und nicht über einen Seiteneingang, wie in den zurückliegenden Jahren.
Dem Schloss selbst ist eine kleine Ausstellung gewidmet. Der erste Teil setzt sich mit der 800jährigen Geschichte des Gebäudes auseinander und beantwortet die für Kinder spannende Frage, ob es denn Ritter in Ettlingen gab. Der zweite Teil der Schlossgeschichte soll die barocken Räume lebendiger, unmittelbar erfahrbarer machen. Der Inhalt und das Konzept für diesen zweiten Teil stehen, Frau Maier wartet nur auf den Startschuss durch den Gemeinderat. Wenn er grünes Licht für die geplanten Ausgaben gibt, könnte im Januar/Februar begonnen werden.
Doch schon vor diesem Schuss können Besucher sich von der Schönheit der privaten Gemächer Sibyllas überzeugen. Dauerhaft geöffnet werden soll im Zuge der Neukonzeption auch die „gut Stub“ Ettlingens: der Asamsaal, der bislang nur durch Führungen zu besichtigen war.
Nicht so einfach gestaltet sich die Veränderung bei der Städtischen Galerie, für sie muss das Museumsteam mehr Geld in die Hand nehmen. Für den Umzug der Galerie in das 2. OG. muss die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, dies schließt die Beleuchtung ein, die derzeitige ist als antik zu bezeichnen. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Wichtig ist das Erzählen der Schlossgeschichte und damit über das Leben der Markgräfin in Ettlingen, über ihre Schlossgärten (hier wird eine Kopie des Originalplans aus dem Generallandesarchiv für manche Überraschung sorgen) ihre Feste, über ihre Kinder.
Und wer sich durch diese barocke Epoche im Südflügel bis ans Ende bewegt, vollzieht einen Zeitensprung ins 19. Jahrhundert. Denn der Besucher steht dann in der Sammlung mechanischer Musikinstrumente und Uhren, wo nun so mancher Solitär, wie das Welte-Cottage-Orchestrion oder die kleine Mignon-Orgel ihre Strahlkraft entfalten können.
Kleine Konzerte, Workshops für Kinder und Themenführungen sollen die Sammlung erweitern und lebendig werden lassen.
Veranstaltung in der Sammlung mechanischer Musikinstrumente
So wird es am Donnerstag, 5. November, um 18 Uhr eine musikalische Soirée in dieser neuen Sammlung geben. nach der Führung lässt Robert Rakowitz zusammen mit Heie Schlattmann-Bünting das Welte-Klavier mit Schuberts „Schöner Müllerin“ erklingen. Nach der Pause, in der man sich stärken kann, stehen neben Schubert-Tanz-Themen Lieder von Hans Renner auf dem Programm.
Die Kurzen sollten sich den Freitag, 120. November vormerken, denn in der KIM-Werkstatt wird eine eigene kleine Minidrehorgel gebastelt.
Anmeldungen 07243 101 273, das Museum ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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