Einem aktuellen Sportstudio glich am vergangenen Freitagabend die Schlossgartenhalle. Denn nicht nur im Programm des Bürgerempfangs ging es äußerst sportiv zu, auch in der Rede von Oberbürgermeisterin Gabriela Büssemaker stand der Sport im Mittelpunkt wie auch in den unterschiedlichen Talk-Runden. Vom Leistungssport über die Unterstützung der Familie bis hin zum Sponsoring reichte der Themenbogen, der an diesem Abend gespannt wurde.
Auch wenn das Jahr 2010 in besonderem Maße im Zeichen des Sports steht, zum einen wegen der Olympischen Winterspiele in Vancouver und zum anderen wegen der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, stehe in Ettlingen jedes Jahr im Zeichen des Sports. „Die Stadt ist sich der gesellschaftlichen Bedeutung des Sports bewusst und nimmt seine sozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Funktionen sehr ernst“, erklärte die Rathauschefin. Das war Anlass den Jahresempfang unter das Motto „Sport“ zu stellen. Neben der Sportförderung stellt die Stadt dem Vereinssport die Albgau- und Franz-Kühn-Halle, sowie das Albgaustadion zu Verfügung, nicht zu vergessen die Einrichtungen für den Schulsport. Darüber hinaus biete man für den Individualsport hervorragende Möglichkeiten, von Laufstrecken bis hin zu den Bädern.
Sport vermittelt gerade Kindern und Jugendlichen entscheidende Werte und Fertigkeiten, von der Fairness über die Integration bis hin zur sozialen Kompetenz, nicht zu vergessen die Lebensfreude. Schon früh müsse man mit der Bewegung anfangen, damit Hänschen auch als Hans noch gerne Sport treibt. Gerade der Sport im Verein hat hier eine ausgesprochen große Bandbreite, vom Vorschulbereich bis hin zu Seniorengruppen. Dieser Breitensport dürfe nicht isoliert vom Leistungssport gesehen werden, sie ergänzen sich und geben sich wechselseitig Impulse. Die Leistungsträger im Sport sind regionale, nationale und internationale Repräsentanten Ettlingens. Drei von ihnen, nämlich die Olympiateilnehmerin 2008 Verena Jooß, die Spielerin der Tennis-Damenmannschaft des Skiclubs in der 2. Bundesliga Denise Höfer sowie der Leichtathlet vom ESV Jonas Frenzel, ehemaliger Deutscher Meister, gaben denn beredte Auskunft über ihre Förderung, die ein wichtiger Faktor sei neben den guten Spielplätzen. „Dass die Stadt hinter uns steht, ist wesentlich“. Gut 30 bis 35 Stunden in der Woche trainiert Jonas Frenzel, der in Mannheim studiert. Nur einen Wunsch hatte Verena, sie wünschte sich einen glatteren Asphalt auf der Strecke Ettlingen-Malsch, den würden auch Freizeitsportler begrüßen.
Mit als das wichtigste Medium für die Integration betrachtet die OB den Sport. Ettlingen biete hier zahlreiche Beispiele, der ESV engagiert sich gemeinsam mit dem Netzwerk für Menschen mit Behinderung, der Judoclub Ettlingen hat seit Jahren eine Kooperation mit der Gartenschule. Große Erfolge gibt es bei der Gemeinschaftsaktion von Stadt, Specht und Polizei beim Samstagsfußball in der Pestalozzischule. Bei den älteren Menschen spielt das Element der Geselligkeit eine wichtige Rolle bei der körperlichen Ertüchtigung. Erfolgreich sind nicht nur die Kurse im Begegnungszentrum, wo wie in den Vereinen Ehrenamtliche ihre Energie zur Verfügung stellen. Denn sie sind die tragende Säule des Vereins, die Stütze für die Aktiven. Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen nannte Büssemaker den seit 30 Jahren im ESV-Vorstand tätigen Werner Füger. Eine weitere existentielle und auch finanzielle Stütze ist die Familie, die organisiert, plant, fährt und betreut. So unterstützt beispielsweise Herr Spieß seinen Enkel Marlon, erfolgreicher Tischtennisspieler beim TTV Grün-Weiß, indem er ihn zu den Spielorten fährt und begleitet.
Wie hoch der Stellenwert des Sports ist, kann man am Etat der Sportförderung ablesen. Trotz Kürzungen stehen dafür im Ettlinger Haushalt über 196 000 Euro für die Regelförderung, 20 000 Euro für die Durchführung von Sportveranstaltungen und 45 000 Euro für die Leistungssportförderung zur Verfügung. Hinzu kommt noch, dass die Sporthallen für Trainings- und Wettkampfzwecke kostenfrei überlassen werden. Die kommunale Sportförderung ist eine freiwillige Leistung, doch durch die Richtlinien zur Sportförderung wurde ein Rahmen geschaffen, der dem Sport ein hohes Maß an Planungssicherheit verschafft, hob die Rathauschefin heraus.
Die öffentliche Förderung ist das eine Finanzstandbein, das andere ist das Sportsponsoring, die erfolgreiche Verbindung von Wirtschaft und Sport. Auch in Ettlingen braucht es diese Partnerschaft. „Wir sind regional tätig“, so Klaus Steckmann von der Volksbank Ettlingen, „mit unserem Sponsoring möchten wir den Menschen etwas zurückgeben“. Er verhehlte nicht, dass es keine leichte Aufgabe sei, aus der Vielzahl der Anträge auszuwählen. Ein wichtiges Kriterium sei, dass die Veranstaltung viele und unterschiedliche Altersklassen erreiche wie der Altstadtlauf. Erik Waßmann als Förderer des Judoclubs merkte an, dass er Breitensportler war und heute froh sei, mit an der Matte stehen zu dürfen. Mit einem Augenzwinkern erklärte er, „nicht nur Zinsen kassieren, sondern auch Geld ausgeben“.
Abschließend betonte Büssemaker wie wichtig das partnerschaftliche Miteinander zwischen Sportverwaltung, Sportpolitik und den Sportakteuren für eine zukunftsfähige Sportentwicklung ist. Der Abend wurde von den Gästen weidlich für Gespräche und Kontakte genutzt. Doch zuvor bot die Showgruppe Avanti Avanti vom TSV Hüttlingen atemberaubende Akrobatik, nachdem zu Beginn des Empfangs die Wasenspatzen vom WCC mit einem Max-und-Moritz-Showtanz für Staunen und Begeisterung sorgten, die Schönheit der Bewegung zauberte ein Nachwuchstanzpaar vom TSC Sibylla Patricia Follath und Patrick Mössner aufs Parkett und die Karatekämpferinnen Inken Heinrichs, Caroline Riemann mit Trainer Georg Riemann vom Judoclub bewiesen einmal mehr ihre Schlagkraft. Für die kulinarischen Genüsse sorgte heuer der Rollsportverein, der Judoclub und der TSV Oberweier, um die Kinder kümmerte sich der Tageselternverein, während Blumen Beetz die Halle floral verschönerte.
Ehrungen
Wilhelm Busch meinte einst: „Willst du in Ruh und Frieden leben, lass kein Ehrenamt dir geben“. Zum Glück haben sich die Personen, die heute hier geehrt werden, dieses Zitat nicht zu Herzen genommen“, unterstrich die OB, denn ohne ihr Engagement wäre das Leben in Ettlingen sicherlich ein wenig ärmer und farbloser. Sie erinnerte an den Leitbildprozess, in dem zahlreiche engagierte Ettlinger/-innen ihr Know-How für die Zukunft Ettlingens einbringen, und an die Koordinationsstelle Bürgerschaftliches Engagement. Stellvertretend für die vielen anderen ehrenamtlich Tätigen erhielten in diesem Jahr fünf Frauen und Männer die Ehrenmedaille: Alois Agel, Helga Hinse, Anton Plank und Harald Wied sowie Eva Baumann, die wie leider nicht persönlich die Auszeichnung für ihren seit 30 Jahre währenden Einsatz bei der Betreuung und Begleitung von Hilfsbedürftigen in der Nachbarschaftshilfe entgegen nehmen konnte.
Alois Agel ist seit 1949 ein im doppelten Wortsinn aktives Mitglied im Musikverein Ettlingen. Denn er war fast 40 Jahre Beisitzer im Vereinsvorstand, für zehn Jahre hatte er das Amt des Musikervorstands inne, ca. 20 Jahre war er Ausbilder für Blechblasinstrumente. Bis heute ist Alois Agel tätig als Notenwart und Verwalter des gesamten Vereinsinventars und der wertvollen Instrumente. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn seit 1980 ist er Ortsbetreuer der Kriegsdorfer Gemeinde und hat Geschichte, Land und Leute in einigen Büchern dokumentiert. Der Odertalweg und die Gedenktafel auf dem Friedhof zeugen als Erinnerungen an Kriegsdorf. Zweimal jährlich organisiert Alois Agel auch die Kriegsdorfer Heimattreffen.
Sie ist eine der Mitbegründerinnen des Ettlinger Frauen- und Familientreffs: Helga Hinse. Ihr Ziel war damals, einen Frauentreff zu errichten, für Frauen mit und ohne Kinder, für jedes Alter und für jede Nation, überkonfessionell und überparteilich. Seit 1995 ist sie im Vorstand des effeff als Pressereferentin tätig, knapp zehn Jahre lang leitete sie als Vorsitzende mit viel Engagement und Herz die Geschicke des Vereins. In ihre Amtszeit fiel der Bezug der Räume im Rohrackerweg und der Umzug in die Villa Specht in der Middelkerkerstraße. Seit 2008 ist das eff-eff ein Teil des Mehrgenerationenhauses Ettlingen. Zum Programmangebot des Treffs gehören neben Krabbel- und betreuten Spielgruppen, Sprachförderung und Nachhilfeangebote für Schüler. Es ist ein offenes Begegnungszentrum. Dabei setzte sich Frau Hinse u.a. stets auch stark für die Integration von ausländischen Familien ein.
Seit der Vertreibung im Jahr 1948 ist Anton Plank in der Erinnerungsarbeit für seine ehemalige Heimatstadt Pomàz im heutigen Ungarn tätig. Unter anderem wurde in Sinsheim auf seine Initiative ein Museum errichtet, das an den Ort und die ehemaligen Einwohner erinnern soll. Aus Liebe und Verbundenheit zu seiner ehemaligen Heimat ist er bis heute unermüdlich tätig. Er war Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des „Heimatvereins der ehemaligen Pomàzer Deutschen“, seit 2006 ist er Vorsitzender des Vereins mit Sitz in Sinsheim. Ein Herzensanliegen von Anton Plank ist es, den nachfolgenden Generationen von Leben und Schicksal seiner Vorfahren in Pomàz zu berichten und seine Recherchen für die Nachwelt zu dokumentieren.
Sein Name ist untrennbar mit dem Förderverein Hospiz verbunden: Harald Wied, der seit sieben Jahren den Vorsitz innehat, nachdem er zuvor Förderer und Spender des Vereins gewesen war. Am Aufbau des Hospizes Arista war er ebenso maßgeblich beteiligt, wie er heute Motor und wesentlicher Impulsgeber für die Arbeit des Fördervereins ist. Insbesondere die breite Öffentlichkeitsarbeit, die Spendenakquise und das Bekanntwerden der Hospizarbeit in Ettlingen und der Umgebung sind auf sein Engagement zurückzuführen. Dank des unermüdlichen Einsatzes von ihm und seinen Mitstreitern ist es gelungen, dass das Hospiz Arista nach nur 4 Jahren schuldenfrei ist.
Die Verdienstmedaille der Stadt in Gold sowie das Verdienstabzeichen des Städtetags Baden-Württemberg in Gold erhielt Engelbert Heck, der sich als ehrenamtlicher Stadt- und Ortschaftsrat über viele Jahre verdient gemacht hat. Sein politischer Werdegang begann 1980 im Ortschaftsrat Schöllbronn. Neun Jahre später wurde er zusätzlich in den Gemeinderat der Stadt Ettlingen gewählt. „Bis heute vertre-ten Sie unermüdlich die Interessen ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger und haben stets ein offenes Ohr für deren Anliegen“, so die OB.
Die vielfältigen Themen, die behandelt werden, erfordern von den Beteiligten oftmals breite Kenntnisse. Engelbert Heck war in mehreren Ausschüssen tätig, u.a. im Verkehrs-, im Sportausschuss sowie im Ausschuss für Umwelt und Technik. Darüber hinaus ist er seit 1999 erster Stellvertreter des Ortsvorstehers in Schöllbronn und übernimmt in dieser Funktion zahlreiche Repräsentationsaufgaben. In Schöllbronn hat er an zahlreichen Projekten wie z.B. dem Schulhausneubau, dem Vereinshaus und dem neuen Sportplatz und der Erschließung des Ortes mit Erdgas mitgewirkt.

Favoriten










