Mundartfestival vom 14. bis 16. Februar mit Schweizer, (ober-)bayrischem und hessischem Abend

Henni Nachtsheim, eine halbe Packung "Badesalz", nebst Stubenfliege Gisela. (Foto: Mirsch)

Schon das erste Mundartfestival 2013 habe einen Blick über die Grenzen geworfen sagte eingangs des Pressegesprächs Kultur- und Sportamtleiter Dr. Robert Determann. Damals kamen die Pfälzer, die schwäbischen und elsässischen Dialektkünstler zu Wort in Ettlingen, der Heimat des badischen Mundartkünstlers Harald Hurst, der quasi als Mentor mit von der Partie ist.
Am kommenden (erweiterten) Wochenende widmet sich das zweite Mundartfestival wiederum den Dialekten der Nachbarn, die sozusagen ‚zwei Türen entfernt‘ wohnen. Feinsinnig-humorvoll kommen die Autoren aus der Schweiz daher, knackig-derb sind die oberbayerischen Geschichten. Unverkennbar komisch-frech ist die halbe Packung „Badesalz“ aus Hessen. Durch die Abende führt Matthias Kehle, der gemeinsam mit Kulturamtsmitarbeiterin Angelika Schroth für die Auswahl der Protagonisten verantwortlich zeichnet. „Wir hoffen, dass wir an den drei Abenden wieder jeweils ein volles Haus haben werden“, so Kehle. Denn die Mundart ist in der Albgaustadt ein beliebtes Genre, das zeigen auch die gut besuchten Mundartabende, an denen Ettlinger Bürgerinnen und Bürger ‚schwätze‘, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Donnerstag, 14. Februar, 20 Uhr, Schweizer Abend
Ariane von Graffenried aus Bern gilt als eine der besten Mundartdichterin der Schweiz. Sie liest aus ihrem Buch „Babylon Park“, in dem sie Ästhetik mit Sozialkritik, Fantastisches mit Faktischem, Lachhaftes mit Bedenklichem mischt. Auch in Bern lebt Matto Kämpf. Er ist Schriftsteller, Filmer und Theatermacher. Schweizweit bekannt und berüchtigt ist das Spoken-Word-Trio „Die Gebirgspoeten“ und seine Band „Trampeltier of Love“. Zuletzt publizierte er den Krimi „Der gesunde Menschenversand“. Ebenfalls Mitglied der „Gebirgspoeten“ ist Rolf Hermann aus dem Wallis. Er schreibt vorwiegend Lyrik, aber auch Prosa, Hörspiele, und Mundarttexte in Walliserdeutsch. Für sein Schaffen wurde er unter anderem mit dem Tübinger Stadtschreiberstipendium und dem Literaturpreis des Kantons Bern ausgezeichnet. Man muss übrigens keine Sorge haben, nichts zu verstehen vom alemannischen Idiom, die Schweizer haben versprochen, sich anzupassen. Freitag, 15. Februar, 20.30 Uhr, Bayerischer Abend
Wolfgang Opplers Gedichte wollen nicht zur Lyra gesungen werden, sondern zur Basstuba. Es handle sich folglich nicht um Lyrik, sondern um „Basstubik“. Oppler schreibt auch Kurzgeschichten und Puppentheaterstücke in Mundart und Hochdeutsch. Anton G. Leitner schreibt seit kurzem auf Oberbairisch, verpasst der Mundartdichtung eine Frischzellenkur und wurde mit dem Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet. Der gebürtige Niederbayer Helmut Eckl bezeichnet sich als glücklicher Münchner. Zu seinen Hobbys zählt er das Bücherschreiben, womit er maßlos untertreibt, denn seit Jahrzehnten mischt der die bayerische Literaturszene auf mit satirischen Romanen, Geschichten und Kinderbüchern. Samstag, 16. Februar, 20.30 Uhr, Hessischer Abend mit Henni Nachtsheim
Man stelle sich vor, die hessischen Stubenfliege Gisela bitte wegen des schlechten Wetters um Asyl. Und fragt einem permanent Löcher in den Bauch: Was für Wünsche man hat, wie das mit dem Älterwerden ist, ob man Kinder hat und ob man ihr zum Einschlafen etwas vorlesen würde! Henni Nachtsheim, außer bei Badesalz auch ehemaliges Mitglied der Kultband Rodgau Monotones, verspricht die Auflösung in seinem neuen Soloprogramm... einer Mischung aus Stand Up, Lesen und ‘e bissi‘ Musik.... Karten gibt es zu 15,-/16,50-€ im Vorverkauf bei der Stadtinfo Ettlingen, Tel. 07243/101-380, und unter www.ettlingen.de, www.reservix.de und zu 17,50/19,-€ an der Abendkasse. Veranstalter: Stadt Ettlingen, Kultur- und Sportamt. Es gibt auch ein Festivalpaket, alle drei Veranstaltungen gibt es en bloc im Vorverkauf für 37 Euro, an der Abendkasse für 41 Euro.