Hochwasser und Wetter

Hochwasservorsorge Ettlingen

Alb-Hochwasser

Mitten durch Ettlingen fließt die Alb, durch Bruchhausen, das Gewerbegebiet Ettlingen-West und die Hertzstraße der Malscher Landgraben. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleine Bäche und Gräben, die auf der Gemarkung Ettlingen aus der Vorbergzone, dem Albtal und damit der Alb oder der Rheinebene und damit dem Malscher Landgraben oder dem See- bzw. Hägenichgraben zufließen. Langanhaltende, ergiebige Niederschläge, aber auch Starkregenereignisse (große Regenmengen in kurzer Zeit) können die Wasserläufe, aber auch die Kanalisation zum Überlaufen bringen oder Straßen überfluten.

An der Alb und am Malscher Landgraben gibt es verschiedene Hochwassereinrichtungen, die bei entsprechenden Abflüssen in Betrieb genommen werden. Zusätzlich wurde aus der Erfahrung vergangener Hochwässer ein Hochwasseralarmplan für alle Gewässer auf der Gemarkung Ettlingen erstellt, der in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben wird.

Im Hochwasseralarmplan ist der Betrieb der fest installierten Hochwasserschutzeinrichtungen beschrieben. Darüber hinaus sind die bekannten Schwachstellen der einzelnen Gewässer mit Maßnahmen zu deren Sicherung aufgeführt.

Bei entsprechenden Wettervorhersagen bzw. Wasserstandsvorhersagen der Alb, die hier maßgeblich für die Gemarkung Ettlingen eingesetzt werden, wird ein Hochwasserbereitschaftsdienst eingerichtet.

Im Hochwasseralarmplan sind u.a. die Meldekette bzw. die Zuständigkeiten städtischer Mitarbeiter bei Hochwasser beschrieben.

Ab einem Wasserstand der Alb von 0,95 m werden bereits die städtischen Mitarbeiter automatisch alarmiert, um erste Maßnahmen zur Sicherung auszuführen.

Ab einem Pegelstand der Alb von 1,30 m wird darüber hinaus die „Hochwasserzentrale“ im Stadtbauamt besetzt. Alle weiteren Maßnahmen zum Hochwasserschutz werden dann von hier eingeleitet und koordiniert. Zusätzlich werden weitere Mitarbeiter hinzugezogen, die Kontrollfahrten in der Kernstadt und den Ortsteilen durchführen, um bisher unbekannte bzw. neue Schwachstellen rechtzeitig absichern zu können.

Ab einem Pegelstand von 1,45 m im Malscher Landgraben geht das Hochwasserpumpwerk am "Froschkreisel" in Bruchhausen in Betrieb. Während des Betriebs des Pumpwerks ist die Anlage rund um die Uhr besetzt.

Dennoch besteht stets die Gefahr, dass Hochwasserschutzeinrichtungen versagen können, es Schwachstellen gibt, die bisher nicht bekannt sind, oder - gerade in Zeiten des Klimawandels - es "schlimmer" kommt als bisher.

Bei Hochwasser ist das Stadtbauamt nicht nur Leitstelle für Hochwassereinsätze, sondern auch Informationsstelle für Anwohner hochwassergefährdeter Anwesen.

Auch vor und nach einem Hochwasser- oder Starkregenereignis können Sie sich mit Ihren Fragen hierzu an das Stadtbauamt, Abteilung Gewässerbau und Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung, wenden. Ansprechpartnerin ist hier Frau Beate Sommer, Tel.: 07243/101-575, Mail an.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Hochwassermanagement der Stadt Ettlingen (346 KB).

Den aktuellen Pegelstand der Alb finden Sie auf der Homepage der Hochwasservorhersagezentrale BW.

Hochwassergefahrenkarten Alb

Im Jahr 2015 wurden durch das Land Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den Kommunen Hochwassergefahrenkarten für alle relevanten Gewässer erstellt. In Ettlingen ist dies die Alb. Den Hochwassergefahrenkarten kann die Ausdehnung und die Tiefe einer Überflutung bei einem 10-jährlichen, 50-jährlichen, einem 100-jährlichen und einem extremen Hochwasser entnommen werden.

Bereiche, die statistisch einmal in 100 Jahren überschwemmt werden, gelten per Gesetz als Überschwemmungsgebiete. Für diese Gebiete gelten besondere Vorschriften für die Nutzung.

Die Hochwassergefahrenkarten stellen eine wichtige Grundlage zur Gefahrenabwehr dar. Sie können von Kommunen, aber auch von Bürgerinnen und Bürgern herangezogen werden, um Schutzmaßnahmen zu planen bzw. zu optimieren.

Hochwassergefahrenkarten sind für Bauherren, betroffene Anwohner sowie für Industrie und Gewerbe eine Grundlage

- für Verhaltensvorsorge (Informationswege, Fluchtweg und Räumungen)

- für Bauvorsorge durch angepasste Nutzung, hochwasserangepasste Bauweise und -materialien bzw. Objektschutzmaßnahmen (z.B. Abdichtung von Türen und Fenstern) sowie

- sachgerechte Lagerung wassergefährdender Stoffe

Für Eigentümer von Grundstücken, die nach den Gefahrenkarten in gesetzlichen Überschwemmungsgebieten liegen, können sich Restriktionen bei der Nutzung der Grundstücke bis hin zum Bauverbot ergeben (Rechtsgrundlagen: § 76 und § 78 Wasserhaushaltsgesetz, § 65 Wassergesetz Baden-Württemberg).

Ob Ihr Anwesen im Überschwemmungsgebiet der Alb liegt, können Sie auf der Homepage der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg einsehen.

Die Stadt Ettlingen hat eine Broschüre zum Thema "Schutz vor Kellerüberflutung - Was tun bei Rückstau aus der Kanalisation und Eindringen von Oberflächenwasser?" erarbeitet, welche hier (960.4 KB) eingesehen werden kann. Diese liegt auch im Rathaus in Ettlingen und in den Ortsverwaltungen zur kostenlosen Mitnahme aus.

Weitere allgemeine Informationen finden sich auch auf der entsprechenden Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

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