Im Oktober 2020 öffnet „neue“ Ratsstuben ihre Türen

Im Oktober nächsten Jahres wird Leonhard Bader die Türen der Ratsstuben öffnen. Bis dahin wird das Lokal am Marktplatz nicht nur von außen sich etwas verändern, sondern ganz besonders im Innern wird es ein moderneres, ein zeitgemäßeres Erscheinungsbild erhalten. Am Mittwoch vergangener Woche unterzeichneten Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker und Leonhard Bader den auf zehn Jahre angelegten Pachtvertrag, den Michael Benkeser vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft ausgehandelt hat.
Die Ratsstuben sind auf einem guten Weg, betonte Dr. Heidecker nach der Vertragsunterzeichznung und erinnerte daran, dass es der Verwaltung wichtig war, an dieser Stelle weder Systemgastronomie noch ein Franchiseunternehmen zu haben.
 
Heller und lichtdurchfluteter wird das Restaurant werden. Denn sowohl auf der Vorderseite des Lokals zum Marktplatz hin wie auch zur Alb werden die Fenster bodentief und zum Öffnen sein. „So schaffen wir eine Verbindung zum Marktplatz“, hob der Bürgermeister heraus. Der Haupteingang bleibt unverändert. Verändert wird hingegen der Gastraum, er wird nicht nur größer werden, sondern auch einen offenen Kamin künftig haben, der bereits vorhanden war. Er war einfach zugemauert worden, wußte Benkeser zu berichten. Gerade in den Wintermonaten wird dieser Kamin für eine besondere Atmosphäre im Raum sorgen.
 
Dort werden künftige Freunde der badischen Küche ebenso auf ihre Kosten kommen wie Liebhaber der Cross-Over-Küche. Denn Bader wird eine zeitgemäß interpretierte Heimatküche anbieten mit Produkten aus der Region, erklärte der künftige Gastgeber, der sich gerne über die Schulter blicken läßt. Denn die Küche wird teil offen sein. Die Theke wird einen zentralen Platz im neuen Restaurant erhalten.
In den kommenden Tagen und Wochen werden dort die Handwerker das Regiment übernehmen. Gut ein Jahr Zeit haben wir für die Sanierung. Diese Zeit wird auch Bader nutzen, um an seiner Speisekarte zu feilen. An den Wildwochen wird er sich sicher beteiligen. Denn er ist selbst Jäger. Es kommt das auf den Tisch, was er selbst geschossen hat. „Wir verwerten alles“, erklärte der Küchenchef.

Mit Blick auf die Gemüse- Fisch- und Käsestände machte er deutlich, er könne sich gut vorstellen, während der Marktzeiten ein Frühstück anzubieten.
 
Eine mehr als große Portion Erfahrung bringt der neue Küchenchef der Ratsstuben mit. Seine Wanderschaft führte ihn von München, wo er im Hotel Bayerischer Hof war, zum Hotel Adlon in Berlin und in die Villa Hammerschmiede, um einige wenige Stationen zu nennen, bis er sich mit Das Scheibenhardt selbständig machte, das dereinst Markgräfin Sibylla Augusta zum Jagdschloss umbauen ließ.