Fasnetauftakt mit 'flammenden Worten": Freispruch olé durchs Narrengericht für den OB!

OB als Nummernboy

Puh, das war knapp, aber eine einzige Stimme ist mitunter halt das Zünglein an der Waage: Oberbürgermeister Johannes Arnold hats mal wieder geschafft. Mit Hilfe seines Verteidigers Gunzi Heil, der zur Unterstützung nicht nur in die Tasten griff und sein Organ erschallen ließ, sondern auch gleich mehrere Lunten ansteckte,   gelang das kaum für möglich Gehaltene: das Narrengericht sprach das Stadtoberhaupt zum zweiten Mal überhaupt frei!

Und das, obwohl die Vorwürfe schwer wogen: Undichtigkeiten seiner Person und das Verdaddeln des Freibiers bei der Marktfesteröffnung wurde dem OB ebenso vorgeworfen wie ein leerer und schmutziger Narrenbrunnentrog bei der Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch, seltsame Farbunterschiede an der Turmfassade, ruhestörendes Gegröle bei der Silent Disco oder seine Selbst-Vermarktung als Action Figur mit Ettlingen-Kennzeichen.

Staatsanwalt Markus Utry vom närrischen Dreigestirn warf alles Mögliche an Argumenten gegen einen Freispruch in Justitias Waagschale, doch am Ende ließ sich das Gericht tatsächlich beeindrucken durch die Last der (Gegen-)beweismittel.
Bier verschwendet? Besser nur ein halbes Fass als ein ganzes wie in Bruchhausen. Kein Wasser im Brunnen? Das ist dem trockenen Humor der Narren geschuldet. Farbunterschiede im Anstrich? Wo das Bier hin spritzte, ists halt sauberer. Falschsingen bei der Silent Disco? Nö, hat alles gepasst, Stadt zahlte stillschweigend die GEMA-Gebühren. (Jo-)Hannes der Bürgermeister? Das war halt ne echte Schnapsidee…

Der OB freut sich über die flammenden Worte, die ihm zum Freispruch verhalfen

Als dann der Verteidiger die flammenden Buchstaben des Begriffs „Freispruch“ präsentierte, war alles klar. „Wer den OB freispricht, muss ein echter Narr sein!“, so Gunzi Heil. OB Arnold freute sich so sehr über den Freispruch, dass er den Rathausschlüssel fast freiwillig hergab, und so haben die Narren nun bis zum Ende der Kampagne das Sagen. Ein Versprechen nahmen der Vorsitzende Bernd Eyberger dem OB ab: der Narrenbrunnentrog möge gesäubert werden bis Aschermittwoch.