„Dohletreppler“ hat Gestalt angenommen: Holzskulptur von Rudi Bannwarth ziert Technisches Rathaus
Zweifache Premiere: bei der Enthüllung des Dohletrepplers, der seit Freitag vergangener Woche in einer Vitrine das Foyer des technischen Rathauses an der Pforzheimer Straße ziert, sang der Kinderchor der Herz-Jesu-Kirche unter der Leitung von Patricia Bieringer erstmals das eigens von Marianne Fehrer getextete „Dohletrepplerlied“, und ab der vierten Strophe sangen die Erwachsenen mit: „Der Dohlenaze isch unser Original, en Lausbuh aus de Gasse von anno dazumal!“ Für die kleinen Sänger gabs dafür ein Eis.
Die Großen hingegen erfuhren nach der musikalischen Einstimmung etwas über die Geschichte des Dohletrepplers. Von Rudi Bannwarth aus Lindenholz geschnitzt präsentiert er sich dem Betrachter mit Schülermütze, Ranzen, blauer Jacke und natürlich den Holzschuhen, mit denen es sich auf den Abdeckungen der Gräben und Kanäle in der Stadt so schön lärmen ließ.
Oberbürgermeister Johannes Arnold begrüßte die Gäste der feierlichen Enthüllung, neben Harald Fehrer und weiteren Mitgliedern der Geschichtswerkstatt sowie ‚Nachbar‘ Pfarrer Engelbert Bader war auch Ehrenbürger Dr. Erwin Vetter gekommen. Dieser hatte die Idee Harald Fehrers, dem Dohletreppler Gestalt zu verleihen, ideell unterstützt. Auch bei seinen Kolleginnen und Kollegen von der Geschichtswerkstatt stieß das Vorhaben Fehrers auf breite Zustimmung, finanziell gefördert wurden Erschaffung und Kauf der Figur durch Josef Jilg und Dieter Stöcklin, letzterer war selbst anwesend. Von städtischer Seite hatten Christiane Pechwitz, Stadtarchiv, und Daniela Maier, Museum, das Projekt begleitet.
Die Verwaltung habe dann die Frage beschäftigt: wo aufstellen? Denn einerseits, so der OB, sollte die Figur der Öffentlichkeit präsentiert werden, andererseits sollte sie geschützt sein. „Hier im technischen Rathaus ist ein guter Platz dafür“.
Die Geschichte von Ettlinger Jungs, die mit ihren Holzpantinen auf den eisernen oder steinernen Dohlenabdeckungen ordentlich lärmten, war von Ludwig Bopp, der die Sagen und Geschichten aus Ettlingen gesammelt und herausgegeben hatte, niedergeschrieben worden. Ein bissle frech, ein bissle laut, aber doch liebenswert, solche Typen seien auch heute noch anzutreffen, so der OB. Vor allem aber stehe der Dohletreppler für die Ettlinger Altstadt. „Ein schönes Projekt“, freute sich der OB, schön auch die Idee Harald Fehrers, die Figur als Aufhänger für Kindergärten oder Stadtführungen oder für Erinnerungsarbeit in Seniorenheimen zu nutzen.
Ettlinger sei er leider nicht, meinte etwas bedauernd Harald Fehrer, was ihn jedoch nicht hindert, sich für und in der Stadt zu engagieren. Sei es durch seine Filme wie „Unser Erwin“ über Dr. Erwin Vetter, als Mitglied der Geschichtswerkstatt oder nun durch die Initiative ‚Dohletreppler‘. Er wolle mit der Figur den Ettlingern ihre Geschichte näherbringen und der „wunderschönen Stadt“ seine Dankbarkeit und Ehrfurcht bezeigen, so Fehrer. Rudi Bannwarth habe die Idee wunderbar umgesetzt.
Informationen rund um den Dohletreppler gibt es unter www.ettlingen.de/dohletreppler.
