Stadtwerke präsentieren Bilanz 2025: Verstärkte Investitionen in die Infrastruktur
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In der vergangenen Woche stellten die Stadtwerke Ettlingen (SWE) die Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 vor. Trotz eines wirtschaftlich herausfordernden Umfelds und des anhaltenden Drucks auf die öffentlichen Haushalte blickt man auf ein Jahr mit zukunftsweisenden Investitionen zurück.
Oberbürgermeister Johannes Arnold betonte eingangs, die Bilanz sei positiv zu bewerten: Der Mutterkonzern habe sich so weit stabilisiert, dass Belastungen aus anderen Bereichen – etwa dem Personal, den Bäderbetrieben oder der Buhlschen Mühle – weitgehend ausgeglichen werden konnten. Ein zentraler Punkt des Berichts waren die Investitionen in die lokale Infrastruktur. Mit rund 8,3 Millionen Euro steigerten die Stadtwerke ihr Investitionsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Millionen Euro. „Die Investitionen bilden die Grundlage für eine sichere Energie- und Trinkwasserversorgung sowie den weiteren Ausbau der Energiewende in Ettlingen und der Region.“, so die SWE.
Geschäftsführer Steffen Neumeister unterstrich die Bedeutung dieser Maßnahmen: „Daseinsvorsorge beginnt mit einer leistungsfähigen Infrastruktur. Deshalb investieren wir Erlöse aus unserem operativen Kerngeschäft konsequent in die Zukunftsfähigkeit unserer Netze und Anlagen – und damit unmittelbar in die Versorgungssicherheit der Menschen und Unternehmen vor Ort“.
Ein Schwerpunkt der Investitionen lag dabei auf der Trinkwasserversorgung, in die allein 2,8 Millionen Euro flossen. Darunter die Inbetriebnahme des neuen Hochbehälters in Schöllbronn/ Spessart als Meilenstein, der die Wasserversorgung für die Höhenorte stabilisiert. Auch der Breitbandausbau wurde mit 1,5 Millionen Euro vorangetrieben. Besonders in Ettlingen West konnte somit ein wichtiger Bauabschnitt abgeschlossen werden. Im Bereich der Nahwärme kam es in Ettlingen Nord aufgrund geologischer Gegebenheiten zu Verzögerungen, da erneute Bohrungen notwendig sind. Die Versorgung mit Nahwärme an sich stehe dabei jedoch nicht infrage.
Die Absatzmengen bei Strom (+4,8 %), Erdgas (+4,9 %), Wärme (+3,9 %) und Trinkwasser (+3,1 %) stiegen im vergangenen Jahr erneut an. Insbesondere beim Erdgas zeigte die gestiegene Vertriebsmenge laut Neumeister, dass die Preise der Stadtwerke als attraktiv wahrgenommen werden. Im Strombereich ist jedoch auch ein Trend zu beobachten: Während der Vertrieb wächst, sinkt die Netzmenge – eine Folge der zunehmenden Eigenstromerzeugung durch private Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerke. Die Ettlinger Bäder verzeichneten ein erfreuliches Besucherplus von vier Prozent. Insgesamt 464.571 Gäste besuchten die Einrichtungen der SWE, was zu einem Umsatzanstieg auf 2,9 Millionen Euro führte. Neumeister führte dies auch auf die hohe Attraktivität und Pflege der Anlagen durch die Mitarbeitenden zurück.
Bei der Buhlschen Mühle gab es hingegen einen leichten Rückgang der Buchungen, was mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage zusammenhänge. Man merke, dass auch die Firmen einen engeren Rahmen hätten und mehr online stattfindet. Inzwischen habe man jedoch wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht, so Neumeister.
Der Umsatz der Stadtwerke erhöhte sich auf 95,1 Millionen Euro. Belastend wirkten sich dagegen weiterhin hohe Energiebeschaffungskosten, allgemeine Preissteigerungen sowie tarifliche Lohnerhöhungen aus. Daraus resultiert für das Geschäftsjahr 2025 ein Jahresfehlbetrag von 216.000 Euro.
Um die Effekte weltweiter Krisen für die Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren, sei der Einsatz erneuerbarer Energien wichtig. Deshalb sei es ratsam, Infoveranstaltungen zu besuchen und sich aktiv darüber zu informieren. Die nächste Gelegenheit bietet sich beispielsweise am 29. Juli ab 14 Uhr vor dem Albgaubad, bei der Infoveranstaltungen der SWE zum Nahwärmeausbau.
Ausgehend von dieser Bilanz würde nun gegengesteuert: Geplante Investitionen würden neu priorisiert und manche Projekte verschoben werden. Man schaue welche Stellschrauben noch angepasst werden können, sodass man zum Ende des Jahres mit einem leicht positiven Ergebnis rechnen könne, schloss Neumeister.
