Mit Rekordspielzeit verabschiedet sich Solvejg Bauer

Mit der Spielzeit 2026 endet die achtjährige Intendanz von Solvejg Bauer bei den Schlossfestspielen. Unter dem Motto „The In-Between“ widmete sich die Saison den großen Übergängen des Lebens – zwischen Kindheit und Erwachsensein, Herkunft und Zugehörigkeit, Lust und Vergänglichkeit sowie Begrenzung und Aufbruch.
Zugleich spiegelte das Motto den bevorstehenden Wechsel an der Spitze der Schlossfestspiele wider und bildete den inhaltlichen Rahmen einer Spielzeit, die künstlerische Vielfalt und große Publikumsresonanz miteinander verband.
Die Spielzeit stand ganz im Zeichen der Musik: Mit West Side Story, Carmina Burana und Black or White prägten gleich drei große Musiktheaterproduktionen das Festival und stießen auf außergewöhnliche Resonanz. Zugleich fand damit eine Entwicklung ihren Höhepunkt, die die Schlossfestspiele in den vergangenen acht Jahren nachhaltig geprägt hat.
Mit der Einführung großer Opernproduktionen wie La Bohème, Carmen, Die Zauberflöte und Die Fledermaus, der Etablierung einer erfolgreichen Popsparte sowie der konsequenten Stärkung des Musicals wurde das künstlerische Profil der Schlossfestspiele kontinuierlich erweitert. Heute vereinen die Schlossfestspiele Oper, Musical, Pop, Schauspiel, Familienproduktionen und Chorspektakel zu einem außergewöhnlich vielseitigen Festivalprogramm.
Die Stadt schafft mit ihrem kontinuierlichen finanziellen Engagement und einem erheblichen städtischen Zuschuss von 1.190.000 Euro auch in Zeiten knapper kommunaler Kassen die Grundlage dafür, dass das Festival in dieser künstlerischen Breite und Qualität stattfinden kann. Getragen wird dieses Engagement durch den Oberbürgermeister und den Gemeinderat sowie durch die enge Zusammenarbeit zahlreicher städtischer Ämter, Dienststellen und Eigenbetriebe.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Bilanz der Spielzeit wider. Mit einer Gesamtauslastung von rund 90 Prozent und dem besten Vorverkauf der Festspielgeschichte setzte sich die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre eindrucksvoll fort und unterstreichen einmal mehr die große Resonanz ihres vielfältigen Festivalprogramms. Insgesamt verzeichneten die Schlossfestspiele in der Spielzeit 2026 59.224 Besuche. Neben den Aufführungen im Schlosshof wurde die Spielzeit durch zahlreiche Sonderveranstaltungen und Begleitformate bereichert, die das Festival auf vielfältige Weise erlebbar machten.
West Side Story begeisterte in 24 Vorstellungen rund 18.000 Besucherinnen und Besucher und erreichte eine Auslastung von knapp 98 Prozent. Carmina Burana wurde mit einer Auslastung von nahezu 99 Prozent zu einem der größten Publikumserfolge der Saison und bildete zugleich den bewegenden Abschluss der langjährigen Zusammenarbeit mit Bürger- und Kinderchor. Die Wiederaufnahme der King-of-Pop-Show Black or White knüpfte mit einer Auslastung von über 90 Prozent an ihre Erfolge an. Das Familienstück Peter Pan begeisterte in 24 Vorstellungen fast 15.000 Besucherinnen und Besucher. Mit Ödön von Horváths Hin und Her setzte die Spielzeit zugleich einen bewusst gesetzten Schauspielakzent. Die Inszenierung fand große Anerkennung bei Publikum und Presse und unterstrich die künstlerische Bandbreite.
Eine besondere Herausforderung der Saison waren die außergewöhnlich hohen Temperaturen. Mit kostenloser Wasserversorgung, medizinischer Betreuung, zusätzlichen Schattenbereichen und weiteren Maßnahmen sorgten die Schlossfestspiele dafür, dass Publikum und Mitwirkende die Aufführungen auch unter schwierigen Bedingungen gut erleben konnten. Die große Publikumsresonanz blieb davon unberührt.
Der Planwert für das Gesamtbudget 2026 liegt einschließlich interner Verrechnungen bei knapp 2,7 Millionen Euro. Davon übernimmt die Stadt einen Zuschuss von maximal 1,19 Millionen Euro, ebenfalls einschließlich interner Verrechnungen. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit 350.000 Euro. Die Gesamteinnahmen der Spielzeit belaufen sich auf gut 1,4 Millionen Euro. Mit einer Eigenrentabilität von 52 Prozent leisten die Schlossfestspiele zugleich einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung ihres Gesamtbudgets.
OB Johannes Arnold würdigt die erfolgreiche Spielzeit und die gemeinsame Leistung aller Beteiligten, „die Schlossfestspiele sind ein kulturelles Aushängeschild unserer Stadt und entfalten weit über Ettlingen hinaus eine große Strahlkraft. Dass wir dieses vielseitige und anspruchsvolle Festival auch in Zeiten knapper kommunaler Kassen mit einem erheblichen städtischen Zuschuss ermöglichen, ist eine bewusste Entscheidung für Kultur, Lebensqualität und die Attraktivität unserer Stadt. Mein Dank gilt dem Gemeinderat für seine verlässliche Unterstützung, allen städtischen Ämtern, Dienststellen und Eigenbetrieben sowie Solvejg Bauer und dem gesamten Festspielteam für diese außergewöhnliche Spielzeit und die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen acht Jahre.“
Zum Abschluss ihrer Intendanz zieht Solvejg Bauer ein persönliches Fazit, „die Zuschauerzahlen der Schlossfestspiele haben sich in den vergangenen acht Jahren nahezu verdoppelt. Das ist das Ergebnis einer Entwicklung, die nur gemeinsam möglich war. Mein herzlicher Dank gilt unserem Publikum, allen Künstlerinnen und Künstlern, den vielen Ehrenamtlichen, unserem gesamten Team und der Stadt, die bereit war, neue Wege mit uns zu gehen. Gemeinsam haben wir die Schlossfestspiele mit großer Vielseitigkeit, Offenheit und dem Mut, immer wieder Neues zu wagen, weiterentwickelt. Ich wünsche dem neuen Team und den Schlossfestspielen von Herzen alles Gute für die Zukunft.“
