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Sanierung des Wohngebäudes Lauergasse 23 auf der Zielgeraden

Blick auf das sanierte Haus Lauergasse 23

Alt ist an dem Haus, dessen Sanierung nun auf der ‚Zielgeraden‘ ist, nicht mehr sehr viel, auch wenn es anders anmutet. Es war vor Jahrzehnten schon einmal bis auf das Kellergeschoss abgerissen und neu aufgebaut worden, informierte bei einer Begehung Berthold Zähringer, ‚federführender‘ Architekt für das Objekt; die „Geschichtswerkstatt“ hatte dies anhand alter Unterlagen und Fotos recherchiert. Anfang des 20. Jahrhunderts stand gar das geschichtsträchtige Ambiente des Gebäudes komplett zur Debatte: „Der Gemeinderat beschloss um 1903, dass Fenster in die Fassade entlang der Stadtmauer gebrochen werden durften mit dem Hinweis, dass die Mauer ohnehin abgerissen werde“, erzählte der Architekt.

In den 80er Jahren kam es nochmals zu umfassenden Veränderungen, das Dachgeschoss wurde damals in Wohnraum umgewandelt. Vermutlich wurde in diesem Zusammenhang auch der Putz der Fassade zur Schillerstraße abgeschlagen.  Nur diese Fassade steht unter Denkmalschutz, ebenso das angrenzende Ensemble inklusive Lauerturm. Das Haus Nr. 23 selbst ist als ‚ortsbildprägend‘ eingestuft. Gut für das Sanierungsvorhaben, denn diese Tatsache und der Fakt, dass das Haus zum Sanierungsgebiet gehört, bedingen, dass Fördermittel fließen. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro, die die Voruntersuchung mit einschließen, übernimmt das Land rund 550.000 Euro.
 

2014 war das stadteigene Haus im Rahmen einer Bestandsanalyse aller Fachwerkhäuser in Ettlingen begutachtet worden, die letzte Sanierung lag da schon rund ein Vierteljahrhundert zurück, merkte der Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft (AHG), Jürgen Rother an. Die Analyse ergab, dass umfassende energetische Sanierungen notwendig waren, Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation befanden sich in einem desolaten Zustand. Ende 2023 stand das Haus nach Auszug des letzten Mieters dann leer und der Gemeinderat beschloss die umfassende Sanierung. Die Kostenschätzung musste nach ersten Abbrucharbeiten   und den dabei gewonnenen Erkenntnissen über die Bausubstanz angepasst werden.
 

 

Die Sanierung unter der Leitung von Architekt Zähringer und Mario Förstel vom AHG als Projektleiter von städtischer Seite hat tief in die Gebäudestruktur eingegriffen. Nicht nur, dass marode Holzdecken, Installationen und die Dacheindeckung zu ersetzen waren, „wir haben das Haus bis auf den Rohbau zurückgebaut“, so Zähringer. Dort, wo beispielsweise für Decken Fichtenholz verbaut worden war, hatte das Konstrukt dem Zahn der Zeit bzw. dem Zahn des Holzwurms nicht gut standgehalten. Unsachgemäße Reparaturen hatten außerdem zum Verfaulen von Balken geführt. Die Grundrisse der drei Wohnungen wurden neu geordnet und dort, wo außerhalb der Wohnungen früher die Toilette war, ist jetzt der Kessel der Wärmepumpenheizung untergebracht.

Die drei Wohnungen, zwischen 50 und 110 Quadratmeter groß, zeigen sich zweckmäßig, hell und geräumig, diejenige im in den 80er Jahren ausgebauten Dach ist eine Maisonettewohnung über zwei Etagen. Die alte Treppe mit ihrem Eichenholzgeländer konnte erhalten werden, lediglich das Geländer selbst wird mittels Kunstgriffs erhöht, um den Anforderungen zu genügen. Mit einem KfW-Wert von 70 wurde auch hinsichtlich der Wärmedämmung ein sehr guter Standard geschaffen.
Voraussichtlich im Spätherbst wird alles fertig sein, um die Vermietung kümmert sich die Stadtbau GmbH. Unverändert erhalten bleibt der Weinkeller mitsamt den alten Fässern.

Ein dunkler Raum, darin Fässer mit einem Regalbrett darauf, dort stehen Glasballons und Winzerzubehör.
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