Atemberaubende Abfahrt auf dem Albflow

Mit viel Handarbeit durch die Mitglieder des Mountainbikeclubs Karlsruhe ist der erste von zwei neuen Trails auf dem Hellberg entstanden. Bereits er sorgt für atemberaubende Momente.

Nun haben beide Ettlinger Hausberge Trailstrecken für Mountainbiker. Egal, ob anspruchsvoll, flowig oder lang, am Hellberg ist in den zurückliegenden Monaten der erste von zwei offiziellen MTB-Trails in der Lehmgrube entstanden. (Anmerkung: hier wurde früher Lehm abgebaut.) Und auf die Frage, wie der Trail so ist, meinte eine erst Sechsjährige ganz cool, er ist okay, sprachs und schob ihr Rädle hoch, um anschließend die zweite Abfahrt zu rocken. Das Tolle ist, wir haben keine lange Anfahrt, einfach aufs Rad schwingen, hochkurbeln zur Startplattform und dann das Gelände genießen.

Doch bevor man die Steilkurven nehmen und zu Sprüngen ansetzen kann, war sehr sehr viel Handarbeit und großes Engagement von den Mitgliedern des Mountainbike Clubs Karlsruhe gefragt. Über 2000 Stunden. Er hat bereits den Strommasten-Trail gebaut hat und pflegt ihn auch. Bei der Eröffnung am Donnerstag, zu der die Bike-Community mehr als zahlreich erschien, hob der Vorsitzende Holger Fenske heraus, in unserer Satzung ist der Naturschutz verankert und das bedeutet, Achtung vor der Natur und dem Wald. Doch vor dem ersten Spatenstich war ein Gutachten notwendig, das allein 4 500 Euro kostete. Danach wußten alle, es gibt hier die seltene Zwerg- und Mückenfledermaus. Den Waldboden befreite besonders die Jugend des Clubs von Müll, darunter Bierflaschen der Huttenkreuz-Brauerei. Anschließend waren dann Hirn und Hand gefragt beim Bau.

Eigentlich freut sich ein Baubürgermeister, wenn es bergauf geht, „hier freue ich mich, dass es bergab geht“, merkte Dr. Moritz Heidecker launig an. Ein gutes Angebot, das noch erweitert wird. Ein sportives Eck ist am Hellberg entstanden mit dem GATE, dem Schützenverein und nun mit der Lehmgrube. Er dankte den Unterstützern und merkte mit einem Blick auf die Trikots des Clubs an, hier fehle eigentlich der Name Ettlingen, das den Mountainbikern so viel Raum zur Verfügung stellt. Der Vorsitzende der Bürgerstiftung Ettlingen Josef Offele unterstrich, „wir haben gute Erfahrungen mit dem Club gemacht“. Er erwähnte die Maibike und den Pumptrack, ein echter Volltreffer. 25 000 Euro kamen aus der Hans-Peter-Kast-Stiftung für den Trail. Gut angelegtes Geld, wenn er besonders die vielen Jugendlichen sehe. Christoph Neher vom Club dankte allen für die Geduld, fügte dann aber an, „wir brauchen Regen, damit der geplanten Endurotrail gebaut werden kann. Der Untergrund zerbröselt“. Mit Blick auf den Leiter der Forstabteilung Joachim Lauinger betonte Neher, „wir haben viel voneinander gelernt“. Wir sind dankbar, „Sie als Förster zu haben. Dankbar sind wir aber auch unseren vielen Sponsoren“. Dennoch klafft eine Lücke. Der Club benötigt noch gut 20 000 Euro, das ganze Projekt kostet 95 000 Euro. Denn für die Grabarbeiten brauchts Spezialunternehmen.

Und dann endlich nach dem Banddurchschnitt ging es auf den Trail. Mit staunenden Augen verfolgte man die rasante Fahrt und die Akrobatik der jungen Biker und am Ende der Fahrt ging es auf dem geteerten Radweg oder einem schmalen Pfad wieder nach oben zum Albflowtrail, um die Steilkurve noch wagemutiger zu nehmen. Aber eins sah man bei allen, Rücksicht auf jene, die sich langsam herantasten.
