Ein Prosit auf die Freundschaft

Auch wenn das Ambiente mit der Schlossgartenhalle nicht ganz so edel wie in den zurückliegenden Jahren die Barockräume des Schlosses war, was der Pandemie geschuldet ist, der Stimmung tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Freude der Besucher, dass sechs Winzer aus Ettlingens französischer Partnerstadt Epernay mit ihrem flüssigen Gold an die Alb gereist sind, die Freude, dass das Amt für Marketing und Kommunikation keine Mühen für das Champagnerfest gescheut hat, war entsprechend groß.

Klar, dass wir auch zum fünften Fest kommen, betonten Dirk Hartmann und Simone Hafner, die aus Karlsruhe kommen, um jenes Getränk zu verkosten, dass Frauen schöner macht, Männer auch, merkte Hartmann augenzwinkernd an. Und schon ging es für die zwei weiter zum nächsten Champagnerstand, um einen Rosé, einen Brut traditional oder einen Jahrgangschampagner zu versuchen.
Bei seiner Begrüßung hatte Oberbürgermeister Johannes Arnold gleichfalls seine Freude nicht verhehlt, dass man nach einem Jahr Pause nun wieder „gemeinsam feiern kann“. Unter den Gästen konnte der OB eine Delegation aus Epernay mit Remi Grand als Vertreter für Bürgermeister Franck Leroy, Agnes Lienard und Gilberte Anceau sowie Reynard Antonelli vom Partnerschaftskomitee, Sébastien Horzinski und Elodie Rouillon von der Stadt Epernay sowie Helene Lohe vom Tourismusbüro Epernay begrüßen.

Arnold erinnerte daran, dass in zwei Jahren das 70-Jährige gefeiert werden könne. Er selbst sei Ende September in Epernay gewesen, um das Jubiläum vor zu besprechen und bei der Eröffnung des neuen Musée de Champagne zu gegen zu sein, das einen „tollen Überblick über die Geschichte der Champagne bietet“. Wir planen zusammen mit der Volkshochschule eine Bürgerreise nach Epernay im Jubiläumsjahr, ließ der OB wissen.
 
Und dann gab es am Ende der Rede eine große Überraschung für Remi Grand, der er sich nicht hat nehmen lassen, an seinem 65. Geburtstag nach Ettlingen zu kommen. „Seit vielen Jahren setzt du dich unermüdlich für die Beziehung zwischen den beiden Städten ein, die dir sehr wichtig ist. Als Dankeschön überreichte er Remi den Silbernen Sibyllataller der Stadt. Und dann gab es von allen ein Geburtstagsständchen und ein Prosit auf Remi und die Freundschaft Epernay-Ettlingen. Gerührt zeigte sich Remi Grand über diese große Ehre und die Freundschaftswelle, die von den Anwesenden ausging. Das Champagnerfest sei ein wichtiges Zeichen für unsere Partnerschaft nach den pandemiebedingten Einschränkungen. Auch er ging kurz auf das neue Museum in Epernay ein, das ein Aushängeschild für die Champagne und für ganz Frankreich sei. Für einen reibungslosen Sprachfluss sorgte Dieter Stöcklin.
 
Nach der offiziellen Eröffnung wurden die Nasen wieder tief in die Gläser versenkt, um den Geschmack zu „erschnuppern“. Begeistert zeigten sich Bernard Gehret und Eva Schmule, beide aus Amerika stammend, über dieses Champagnerfest. Sie hatten von Evas Mutter davon gehört. Auf ihrem Zwischenstopp von Italien nach Amerika machten sie einen Abstecher und haben es nicht bereut. „Gerade die kleinen Winzer sind spannend“. Und dass Champager nur ein Frauengetränk sei, das stimme schon lange nicht mehr, merkte Dr. Andreas Kellerer an und erntete von den umstehenden Männern Kopfnicken. Und dann ging es weiter auf der großen Schleife des Champagners. Bis in den späten Abend hinein wurde Runde um Runde in der Schlossgartenhalle gedreht und verkostet. Und am Sonntag dasselbe Spiel. Am Ende des Tages waren die Winzer ausverkauft, wie auch die Masterclass mit Natalie Lumpp in Windeseile ausgebucht war. Am Ende des Wochenendes waren alle Beteiligten vom Amt für Marketing und Kommunikation bis hin zu den Besuchern glücklich, dass das Fest endlich wieder stattgefunden hat.