Grünes Licht für den Ettlinger Weg

Digitale Strategie und Digitalisierungsbeirat

Zugänglichkeit von Leistungen und Bürgerservices
Ob Industrie, Handwerksbetrieb oder Verwaltung, um das Thema Digitalisierung kommt niemand herum. Wichtig ist gerade für eine Kommune bei den digitalen Veränderungsprozessen, die Bevölkerung mitzunehmen und zugleich sicherzustellen, dass alle Leistungen und Bürgerservices für alle Menschen in der Stadt zugänglich bleiben. Dies war mit einer der Kernaussagen des Vortrags des Hauptamtsleiters Andreas Kraut vor dem Gemeinderat, der grünes Licht für den Ettlinger Weg gab und damit für die digitale Strategie und den Digitalisierungsbeirat. Trotz der Digitalisierung muss es eine Kombination aus digitalen und analogen Prozessen geben, um niemanden auszuschließen, so Kraut, in seinen Händen liegt die Federführung für diesen Prozess.
 
Bestandsanalyse und Workshops für den Ettlinger Weg
Ein wesentlicher Parameter bei dem Digitalisierungsprozess bei der Stadt Ettlingen ist, dass die Bürgerschaft rechtzeitig mit ins Boot genommen wird. Im Herbst soll dies im Rahmen eines ISEK-Prozesses erfolgen, unterstützt durch ein externes Büro. Der Beteiligungsprozess wird analog und auch online erfolgen, um gerade jüngere Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Der Sicherheitsaspekt steht ganz oben. Die Bürger müssen Vertrauen in den Datenschutz haben, betonte Kraut.
Grundlage für den Ausbau der Digitalisierung und den Ettlinger Weg war eine Bestandsanalyse. Die Dokumentation listet auf, welche Maßnahmen bereits umgesetzt, welche in Planung und Bearbeitung sind. In unterschiedlichen Workshops innerhalb der Verwaltung sowie mit dem Gemeinderat wurden Ideen und Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Sieben Kategorien gibt es darunter Verkehr, Bildung und Handel.
Darüber hinaus hat die Stadt eine interkommunale Zusammenarbeit initiiert mit den großen Kreisstädten im Landkreis sowie mit Baden-Baden, Rastatt, Bühl und Gaggenau. Die Städte wollen sich bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen gegenseitig unterstützen. Voraussichtlich im April gibt es das nächste Treffen.
 
Bildung eines Digitalisierungsbeirates
Auch dem Vorschlag der Verwaltung, einen Digitalisierungsbeirat zu bilden, stimmten die Gemeinderäte zu. In diesem Beirat werden Vertreter des Gemeinderats, von IT-Unternehmen, des Jugendgemeinderates, aus der Verwaltung, der OB und BM sowie die Geschäftsführern der Stadtwerke Ettlingen GmbH und der Stadtbau Ettlingen GmbH vertreten sein. Zu den Sitzungen dieses Beirates können je nach Thema oder Projekt Fachkundige hinzugezogen werden. Es ist geplant, dass Bürger in Fragen der Digitalisierung sich direkt an den Beirat wenden können über den städtischen Digitalisierungsbeauftragten, der Andreas Kraut ist. In den regelmäßigen Treffen dieses Beirates sollen Digitalisierungsprojekte ausgewählt und priorisiert werden.
Das Hauptamt wird ein Update des elektronischen Dokumentenmanagements vornehmen, das den Erfordernissen der sog. E-Akte gerecht wird. Darauf aufbauend können dann auch der E-Posteingang und E-Rechnung angegangen werden. Eine neue moderne E-Sitzungsdienstsoftware soll es geben, die die elektronische Gremienarbeit vereinfachen wird.
 
Digitalisierung ist kein Trendthema
Aus den Reihen des Gemeinderates gab es nur Lob einerseits wie gut die Verwaltung bereits aufgestellt sei und andererseits für den Ettlinger Weg, der den Nutzer im Blick hat und nicht nur welcher Nutzen die Digitalisierung für die Verwaltung hat. Die Digitalisierung ist kein Trendthema, sie wird unser Leben revolutionieren, so der Tenor des Gemeinderates, der überdies auch betonte, dass der Aspekt, die Menschen mitzunehmen, gemeinsam zu gestalten, ebenso der richtige wie die interkommunale Zusammenarbeit, sie ist ein wichtiger Schritt auf dem Ettlinger Weg.
Zeitnah zur Gründung soll es die erste Sitzung des Beirates geben und im Herbst voraussichtlich die ersten Diskussionen mit der Bürgerschaft. Überdies wird eine Innovatorengruppe aus IT-affinen Mitarbeitern gebildet werden.