„Kleiner, feiner, aber dennoch mit Wums“

Schlossfestspiel-Saison 2021

Die Freude, dass es ab dem 22. Juli endlich wieder heißt, Bühne frei für die Festspiele im Schlosshof, die war bei der Pressekonferenz am Montag dieser Woche im blauen Saal im Schloss mit den Händen zu greifen.
Es geht wieder los, die Proben haben schon begonnen und in den Seitenflügeln des Schlosses war schon ein Einsingen zu hören. Das Publikum kann sich auf ein buntes abwechslungsreiches Sommer-Programm freuen. Oder wie es Festspielintendantin Solvejg Bauer sagte, es ist „kleiner, feiner, aber dennoch mit Wums“.
 
Entscheidungshilfe, welches Stück, das im vergangenen Jahr zwar geprobt, aber nicht zur Aufführung kam, in dieser Saison auf dem Spielplan stehen darf, war die Ensemblegröße. Deshalb dürfen sich alle Freunde der Operette auf die Fledermaus freuen, höchstwahrscheinlich mit dem Bürgerchor, der uns über die ganze Pandemie hinweg die Stange gehalten hat, so Frau Bauer. Auch KillerQueen steht auf dem Programm mit denselben Künstlern der Pop Akademie Mannheim wie 2020, nur dieses Mal darf das Team zeigen, was es drauf hat.
Neu ist A Grand Night For Singing. Diese Musicalrevue aus der Feder von Rodgers&Hammerstein, die auch The King and I geschrieben haben, ist ein Feuerwerk an Melodien. In Ettlingen erlebt dieses Werk seine Deutsche Erstaufführung und zwar am 22. Juli. Bei The King and I wären einfach zu viele Darsteller auf der Bühne gewesen, merkte Bauer an. Nur zwei Tage später folgt die Fledermaus.
 
Die kleinen Theatergäste dürfen sich auf Aschenputtel freuen, ein Hybrid, so Bauer und zwar aus Märchen und Musiktheater nach der Oper von Gioachino Rossini. Premiere am 1. August. Und als Schauspiel hat die Intendantin bewußt Sartres Stück „Geschlossene Gesellschaft“ gewählt. Es spiegle uns als Mensch während der Pandemie Zeit wider, in der der einzelne auf sich zurückgeworfen worden ist. In der Künstler um ihre blanke Existenz kämpfen mußte. Das prägt und wird uns weiterhin prägen, unterstrich Frau Bauer.
 
Wie zurückliegend, wird es wieder eine Tribüne geben, die gute Sicht bieten wird einerseits wegen des Abstandes, andererseits weil sie steiler sein wird. Dank des ausgeklügelten Konzeptes des Bühnenbildners Christian Held werden 350 Besucher im Schlosshof Platz nehmen können. Je nachdem, welche Vorgaben aktuell sind, können wir am Abend noch zusätzliche Plätze verkaufen. Deshalb der Appell, immer auf die Homepage gehen und schauen, ob es noch Karten gibt und sich nicht vom Schriftzug „Verkauft“ abschrecken lassen.
 
„Ein weiteres Stück Normalität kehrt mit den Schlossfestspielen zurück“, hat Oberbürgermeister Johannes Arnold bei der Begrüßung betont. Zwar noch nicht in voller Form, aber die Intendantin hat das maximal Mögliche ausgeschöpft. In den zurückliegenden Monaten seien alle auf Sicht gefahren. Der 7. Juni sei ein idealer Tag um den Vorverkauf starten zu lassen, so Arnold, liege die Inzidenz doch unter 35. „Wir alle haben Lust und Hunger auf Kultur, dass man wieder etwas unternehmen kann“.
 
Gleichfalls im Boot sitzt auch wieder das Hotel Erbprinz, dort gibt es „My Love is the Ocean“, Shanties, Seasongs und Seemansgarn.
Neu in dieser Saison, es wird ohne Pause gespielt, die Publikumsbewegung wäre einfach zu groß. Doch davor oder danach kann man die Ettlinger Gastronomie genießen.
 
Kulturamtsleiter Christoph Bader stellte den Dank an den Anfang. Das kleine Team der Festspiele habe großes geleistet, immer wieder mußte das Programm geändert oder neu erfunden werden. Auch mit Budgetsperren und Kürzungen muss das Team umgehen, darüber hinaus mit Einnahmeausfällen, eben weil die Tribüne nur zu 42 Prozent ausgelastet werden darf. Aber wir erhalten Fördergelder aus dem Fond Neustart Kultur. Auch aus dem Sonderfonds des Bundes erhoffen sich die Festspiele einen Ausgleich.
 
Eins machte Frau Bauer abschließend deutlich, im nächsten Jahr wird es ein komplett neues Programm geben. Es muss ein Cut geben.
 
Weitere Infos unter www.schlossfestspiele-ettlingen.de