"Wertvolles Projekt für Klimaschutz und Mobilität“

Startschuss für Planungen eines Radschnellweges Karlsruhe-Ettlingen

Bei der Unterzeichnung der Planungsvereinbarung Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder, OB Johannes Arnold und Karlsruhes OB Dr. Frank Mentrup. (v.l.)

Nein, morgen rollen nicht die Bagger an, um mit den Arbeiten für den Radschnellweg zwischen Karlsruhe und Ettlingen zu beginnen. Nichts ist hier in Stein gemeißelt, doch eine wesentliche Grundlage wurde am Donnerstag vergangener Woche mit der Unterzeichnung der Planungsvereinbarung durch die Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und die beiden Oberbürgermeister Johannes Arnold und Dr. Frank Mentrup für Karlsruhe geschaffen. Sie ist der Startschuss für einen fünf Kilometer langen Radschnellweg zwischen den beiden Städten. Die Federführung für die Planung liegt beim Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe. Ein wertvolles Projekt, so Frau Felder, die gute Kunde aus Berlin zum Termin mitbrachte. Das Bundesverkehrsministerium fördert die Strecke mit 300 000 Euro. Radschnellweg heiße, ein Weg ohne Kreuzungen, mit einer ordentlichen Breite, ohne Stau wie beim Auto und mit einem guten Belag, merkte die Regierungspräsidentin an. Und Oberbürgermeister Johannes Arnold erinnerte an den gebürtigen Durlacher Freiherr von Drais, der mit seiner Draisine einen wichtigen Impuls gesetzt habe, so wie wir mit einer neuen Infrastruktur.
Ein extrem hoher Anteil von Radlern pendle zwischen Ettlingen und Karlsruhe. Der Radschnellweg beginne respektive ende in Ettlingen voraussichtlich beim Bahnhof Ettlingen-West ein wichtiger Umsteigeknotenpunkt, zentral gelegen, und als weiteres Stichwort nannte Arnold den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs. Mit Blick auf seinen Kollegen Mentrup machte er deutlich, er freue sich auf einen weiteren engen Schulterschluss der beiden Städte.
Karlsruhes OB erklärte, dass im Stadtgebiet der Radverkehr einen Anteil von 30 Prozent habe. Bei den Pendlern liege er hingegen gerade bei 2,5 Prozent. „Hier wollen wir mit einer leistungsfähigen Infrastruktur noch mehr Menschen zum Umstieg bewegen“. Die Hochleistungsverbindung gehe mit Flächenverbrauch einher, verhehlte Mentrup nicht. In die Planungen wird die Öffentlichkeit eingebunden werden, so Felder. An der Weiherfeldbrücke wird es einen Anschluss an die von Karlsruhe in Planung befindliche Radsüdtangente geben, die weit zum Bahnhof Karlsruhe-Durlach führt. Diese neue Tangente ist Teil der Planung „Ringroute Radschnellverbindung“ um Karlsruhe. Baulastträger innerhalb der jeweiligen Ortsdurchfahrten sind die beiden Städte, außerhalb ist es das Land Baden-Württemberg.
 
Stephanie Schumann vom RP erinnerte daran, dass es für Radschnellwege einen Qualitätsstandard vom Land gebe, der bis zu 80 Prozent erfüllt werden müsse. Gut vier Meter breit wäre der Weg, plus 2,50 Meter für einen Gehweg, es gebe aber auch andere Lösung der Raumaufteilung, gerade wenn der Radschnellweg durch landwirtschaftlich genutzte Flächen führt. Schon heute sind rund 4 000 Radler auf dem Weg zwischen Ettlingen und den Rüppurrer Wiesen unterwegs. Auf 8 000 könnte die Zahl durch den Schnellweg steigen.
Frau Schuman machte aber auch deutlich, die vorgestellte Vorzugsvariante bedeute nicht, dass der Weg auch so realisiert wird. Bei dem Pilotprojekt zwischen Mannheim und Heidelberg sei beispielsweise auch ein anderer Weg gefunden worden.