Große Staufermedaille in Gold für Dr. Vetter

Ministerpräsident Kretschmann und Dr. Vetter nach der Verleihung der Staufermedaille in der Villa Reitzenstein. Quelle Staatsministerium Baden-Württemberg.

Als erster Umweltminister Standards gesetzt
„Dr. Erwin Vetter setzte als erster Umweltminister Baden-Württembergs von 1987 bis 1992 nicht auf große Worte, sondern auf gute, nachhaltige und ganz konkrete Maßnahmen. Er hat damit Pflöcke eingehauen und Standards gesetzt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Mittwoch vergangener Woche in Stuttgart anlässlich der Verleihung der Großen Staufermedaille in Gold an Ettlingen ehemaligen OB und Ehrenbürger. Nicht nur Oberbürgermeister Johannes Arnold war wegen dieser hohen und seltenen Auszeichnung in die Landeshauptstadt gefahren, auch der Karlsruher OB Frank Mentrup, Bürgermeister Franz Masino aus Waldbronn, Vetters Familie und Freunde sowie CDU-Parteifreunde aus Ettlingen nahmen an der Feierlichkeit in der Villa Reitzenstein teil.
Auf Dr. Vetters Initiative hin wurden in Baden-Württemberg innerhalb weniger Jahres wichtige Gesetze zum Schutz der Umwelt verabschiedet: zum Biotopschutz, zum Bodenschutz, aber auch zum Schutz vor giftigem Sondermüll.

Weitere Verdienste
Mit dem Integrierten Rheinprogramm habe Vetter eine bundesweit vorbildliche Maßnahme auf den Weg gebracht, so Kretschmann, der den Geehrten mit „Erwin“ und Du ansprach. „Erwins große Liebe zur Heimat und ganz besonders zum Schwarzwald habe ich an seiner Unterstützung für den Nationalpark Nordschwarzwald sehr deutlich und dankbar gespürt“.
Von 1992 bis 1996 war der gebürtige Mannheimer Minister im Staatsministerium. Hier war er maßgeblich an der Europapolitik des Landes, an der Verwaltungsreform der 90er-Jahre sowie ahn der Sender-Fusion zum heutigen SWR beteiligt. Anschließend war er zwei Jahre lang Sozialminister und leitete nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett viele Jahre lang als Präsident die Führungsakademie Baden-Württemberg.
Große Liebe zur Heimat und Natur
„Er hat viel Gutes für die Menschen getan, vor allem als Oberbürgermeister von Ettlingen in den Jahren 1974 bis 1987, aber auch in vielen kulturellen, kirchlichen und sportlichen Ehrenämtern. Vetter habe mit großem Einsatz und viel Umsicht die Sanierung des historischen Stadtkerns betrieben, nach der Gemeindereform das bürgerschaftliche Leben und den Zusammenhalt in Ettlingen gestärkt und den Ruf Ettlingens als Kulturstadt von Rang begründet. Darüber hinaus hat er entscheidend zur Gründung der Technologieregion Karlsruhe beigetragen. Eine besondere Gabe besitze der Geehrte, eine Idee zu entwickeln, auf die Menschen zuzugehen und sie für ein gemeinsames Ziel zu begeistern und dieses Ziel dann mit Geduld und guten Kompromissen zu erreichen. „Auf sein Wort ist Verlass“.
Seine Idee der Stiftung pro Politik, die er 20 Jahre lang geleitet habe, sei eine wunderbare gewesen, bei jungen Menschen das Verantwortungsgefühl für das Gemeinwesen zu wecken.

Die Staufer stehen für die europäische Idee
In seiner Dankesrede machte Vetter deutlich, „dass er eigentlich keinen weiteren Orden mehr wollte. Aber das Geschlecht der Staufer stehe für drei Dinge, die bis heute einen hohen Wert für Politik und Gesellschaft hätten. Es sei Vorläufer der europäischen Idee gewesen, habe so etwas wie das Berufsbeamtentum eingeführt und zudem sei sein geliebtes Ettlingen eine Stauferstadt gewesen.