Nordmannstanne, Zeder, Douglasie und Co

Versuchsfläche für Nadelhölzer im Spessarter Wald

Die Versuchsfläche für ein langfristiges Programm der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt liegt im Spessarter Wald, das Minister Peter Hauck gemeinsam mit Vertretern des Forstes von Ettlingen und dem Landkreis zusammen mit BM Heidecker in Augenschein nahm.
Was in ein paar Jahrzehnten nicht nur im Ettlinger Wald als Nadelholz stehen könnte, das wird in den kommenden Jahren auf einer rund ein Hektar großen Fläche im Spessarter Wald gemeinsam mit der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg (kurz FVA) getestet. Schwarzkiefer, Nordmannstanne, Atlas- und Libanonzeder sowie die Bornmüller Tanne und die Douglasie als Referenzbaumart werden hier gepflanzt werden, jede Baumart auf jeweils rund 0,1 Hektar großen Prüffeldern, so Forstrevierleiter Joachim Lauinger beim Besichtigungstermin von Peter Hauck, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der auf Einladung von Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker nach Ettlingen gekommen war. Fichte, Kiefer und Weißtanne werden klimabedingt bei uns verschwinden, deshalb versprechen wir uns durch das Versuchsfeld Aussagen über die künftigen Nadelbaumarten, merkte Lauinger an. Das Programm mit landesweiten Vergleichsanbauten wird ständig wissenschaftlich durch die FVA begleitet, die die Spessarter Fläche ob ihrer Topographie, Größe und Standortverhältnisse für geeignet hielt.
 
„Wir übernehmen gerne Verantwortung. Alle Beteiligten waren froh, dass die FVA grünes Licht für das Versuchsfeld gab“, so Bürgermeister Heidecker bei der Begrüßung. Er verhehlte nicht, dass ihm das Projekt mehr als wichtig ist, das auch beim Forst auf fruchtbaren Boden fiel. Ihm dankte denn auch der Bürgermeister für ihr Engagemeht. 20 Prozent des Ettlinger Waldes sind Nadelhölzer, die zunehmend verschwinden werden. Als Stichwort nannte Martin Moosmayer, Leiter des Forstamtes beim Landratsamt Karlsruhe, den Hardtwald, dort sei die Lage dramatisch. Der häufigste Baum im Ettlinger Wald ist die Buche, die noch in einem guten Zustand ist. Doch der Bestand ist alt und bisweilen an exponierten Stellen. Moosmayer erinnerte an die Stürme Lothar und Wibke, unter denen Ettlingen besonders gelitten habe. Das Ettlinger Forstrevier schleppt diese Investitionen immer noch mit, weshalb betriebswirtschaftlich hier noch immer nichts Großes zu erwarten ist. Doch der Gemeinderat habe dies von Anfang an mitgetragen.
Der Wald ist ein wichtiger CO2-Speicher, der auch als Spanplatte oder Dachstuhl das CO2 nicht freisetze, hob Hauck heraus, der deutlich machte, ihm sei ein biodiverser Wald lieber, es gebe Tendenzen den Wald einfach sich selbst zu überlassen.  

Dass Holzwirtschaft und Naturschutz gut nebeneinander bestehen können, darauf machte Lauinger aufmerksam. Als Stichwort nannte er die Totholzinseln. Die Zerfallsphase eines Baumes und die damit einhergehende wichtige Entwicklung für die Waldgesellschaft haben wir ausgeblendet gehabt, gab Hauck zu, doch durch Impulse von Naturschützern wurden Versuche gestartet, deren Ergebnisse positiv waren.
Auf positive Ergebnisse hoffen denn auch alle für die Versuchsfläche in Spessart. Die Fläche wird in den kommenden Wochen vorbereitet und umzäunt werden, damit Ende Februar/Anfang März die Pflanzen gesetzt und Wildverbisse ausgeschlossen werden können.