Bald kommt der Bürgerchor zurück - per Videofilm

Bald kommt der Chor zurück. Das ist nicht nur eine Liedzeile aus einem Kanon, nein der Bürgerchor ist zurück, nicht im Schlosshof bei der Operette „Die Fledermaus“, aber in einem Video. Als wegen der Corona-Pandemie klar war, dass es in dieser Saison die Schlossfestspiele nicht in ihrer bekannten Form geben wird, war die ganze Kreativität von Festspielintendantin Solvejg Bauer und ihrem gesamten Team gefragt. Und sie zauberten, ein „Royal surprise“-Programm aus dem Hut. Da wollte auch der Bürgerchor nicht fehlen.
Natürlich tritt er nicht real auf, das wäre gegen alle Regeln, Videoaufnahmen hingegen mit jeweils drei Sängern sind möglich. Doch was singen. Chor-Proben sind ja nicht möglich. Da hatte die Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros Ute Buchheister die Idee auf Kanons zurückzugreifen, die jedem Sänger vertraut sind. Einzig der Text, der klingt so gar nicht vertraut. Aus „Heute kommt der Hans zu mir“ wird auf einmal „Bald kommt der Chor zurück“ oder aus C-A-F-F-E-E wird B-Ü-R-G-E-R. Die Ettlinger Version stammt aus der Feder von Frau Buchheister.
„Nicht lange mußten wir bei den Frauen und Männern des Bürgerchores für dieses Filmprojekt anklopfen“, hob Frau Bauer heraus. 60 von dem ursprünglich 90-köpfigen Chor waren sofort bereit, mitzumachen - einerseits aus Solidarität zu den Festspielen, so Frau Bauer, und andererseits wollten sie auch wieder aktiv sein. Online haben sie sich auf die Videoaufnahmen vorbereitet, ihren Kleiderschrank durchsucht, um in ´Frack und Fummel´ zu den Filmaufnahmen zu erscheinen. Kreuze auf dem Boden im Musensaal zeigen genau an, wo die drei Akteure ihren Platz einnehmen müssen, damit die Abstände gewahrt bleiben.
Während im Musensaal die drei Bässe Thomas Kuhle, Patric Wust und Klaus Dörsam ihre Stimmbänder in Schwingung bringen, nachdem sie zunächst mit der Theaterpädagogin Mirijam Kälberer gelockert worden waren und Dirigent Stefan Birnhuber für den richtigen Takt gesorgt hat, hießt es anschließend a-capella „Bald kommt der Chor zurück“ für die Aufnahme singen. Hernach geht es einen Stock höher in den Asamsaal. Dort wartete die Filmkamera auf sie. Bewegung ist nun gefordert. Ganz zufrieden sind die Filmemacher noch nicht. Auf ein Neues. „Digitale Bänder sind ja nicht mehr so teuer“ merkt mit einem Augenzwinkern Frau Buchheister an. In gut einer Dreiviertelstunde ist der Film mit den drei Bässen im Kasten. Draußen warten bereits die Altistinnen. Sie werden die Ettlinger Version von C-A-F-F-E-E einsingen. Hernach werden dann die Hör- und Bildaufnahmen von allen Beteiligten übereinandergelegt, so dass der Zuschauer den gesamten Chor auf der Leinwand sehen und hören wird.
Am 3. Juli wäre die Premiere der Fledermaus gewesen. „Bis dahin wollen wir mit der Bearbeitung des Videos fertig sein“, ließ Bauer wissen. Zu sehen und zu hören ist der Bürgerchor dann als Vorfilm beim open air Kino in Ettlingen.
Infos zum Programm und Vorverkauf www.schlossfestspiele-ettlingen.de