Nach 42 Jahren „Ahoi Neuland“

Erstmals Winterprogramm der Schlossfestspiele


Die Kultur hat schon immer lernen müssen, mit Einschränkungen umzugehen, im Iran dürfen sich die Darsteller im Theater nicht berühren, in der Peking Oper wird mit Masken gespielt, machte Schlossfestspielintendantin Solvejg Bauer bei der Vorstellung des Winterspielplans deutlich. Die Corona-Pandemie fordert unsere Kreativität heraus.  Deshalb wird es auch erstmals seit 42 Jahre des Bestehens der Festspiele eine Winterspielzeit geben. Die Kultur musste immer kreativ sein. Das Festspielteam war es auch und hat im Sommer bereits ein Stück Normalität geboten und wird jetzt auch wieder für theatrale Unterhaltung sorgen, „nach der die Menschen lechzen“, wie es Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker in Vertretung für OB Arnold bei der Begrüßung betonte. Das Sommerprogramm habe guten Anklang gefunden, die große Schwester Karlsruhe habe staunend nach Ettlingen geblickt.
Staunend blickte auch Heidecker auf das Motiv für das Winterprogramm, das Lust mache. Ettlingen Schloss wächst aus einer imposanten, verschneiten Berglandschaft.

Jeder im Team war und ist wichtig in diesen Zeiten, so Bauer. Fatalismus ist der falsche Weg. Neue Formen muss gerade das Theater finden. „Wir fühlen uns getragen von unseren Zuschauern, aber auch vom Gemeinderat, der grünes Licht für diese etwas andere Reise in die Fantasie gab“.  
 
Jeweils 50 Menschen dürfen pro Vorstellung die Kinderoper La Cenerentola von Rossini erleben im Asamsaal und die Nachtoper Herzog Blaubarts Burg im Rittersaal und in den Barockräumen. Die Stücke wurden von zweieinhalb Stunden auf 50 Minuten respektive auf 80 Minuten eingedampft, es gibt keine Pausen. „Mit dem Ordnungsamt sind wir im engen Kontakt“. Auch bei den Proben wird selbstredend auf den Abstand geachtet und der lange Ostflügel des Schlosses bietet sich förmlich als Garderobe und Schminkraum an.
 
Während die Kinderoper schon fertig inszeniert ist, Regie liegt in den Händen von Frank Wörner, geht es für die Darsteller von Herzog Blaubart Mitte November in die Probenarbeit, hier führt Solvejg Bauer die Regie und die musikalische Leitung hat Stefan Birnhuber. Eine geheimnisvolle-düstere Geschichte steht hinter dieser Oper, dessen Musik Bela Bartok geschrieben hat. Wer hinter das Geheimnis von Blaubart kommen möchte, in dessen Burg Frauen sterben, muss sieben Türen öffnen. Das Besondere ist die Instrumentierung durch Flügel. Harfe und Harmonium, das wir bei den Aufräumarbeiten entdeckt haben. Es war in einem jämmerlichen Zustand, aber wir wollten es erhalten wissen. Dank der Freunde der Schlossfestspiele wird es nun restauriert und hat dann seinen Auftritt. Auftritte mit der Kinderoper in den Stadtteilen werden wieder ermöglicht durch die Bürgerstiftung
 
Der Vorhang für die Premiere von La Cenerentola geht am Sonntag, 29. November und für Herzog Blaubart am Dienstag, 29. Dezember auf.
Wer Karten möchte, sollte sich sputen. Ab heute, 17. Oktober hat der Vorverkauf für die Wintersaison begonnen. Bei dem Vorverkauf für die Saison 2021 ist Frau Bauer noch etwas zurückhaltend. Normalerweise ist hier immer der Start am ersten Adventssamstag, aber wir beobachten die Entwicklung von Corona. Sie baut auf einen Windhauch, der die Pandemie wegfege. Dennoch müsse man realistisch bleiben, denn die Rückabwicklung der zurückliegenden Saison war immens. Deshalb warten wir ab, ob es bei den 500 Zuschauern im Schlosshof bleiben kann. .
Wie bei der Festspielsaison 2020 wird das sturmerprobte Team um Frau Bauer ihre Kreativität wieder einmal mehr unter Beweis stellen, ganz dem Motto des Winterprogrammes verpflichtet „Ahoi Neuland“.
 
Karten für La Cenerentola Erwachsene 11 für Kinder 7 Euro, für Herzog Blaubarts Burg 23 Euro, jeweils freie Platzwahl gibt es bei der Stadtinformation im Schloss Öffnungszeiten montags bis Freitag, 9.30 bis 16 Uhr, samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr.
Oder bequem von der heimischen Couch www.schlossfestspiele-ettlingen.de.