Wirtschaftsforum Ettlingen

Künstliche Intelligenz - Vorteile für die Arbeitswelt

In der Wetter-App ist sie ebenso enthalten wie in der Spracherkennung: Die künstliche Intelligenz, kurz KI. Sie ist in unserem Alltag schon angekommen, ohne dass wir es ahnen oder wissen. Und dennoch ist sie in aller Munde. Welche Chancen und Risiken sie für die Arbeitswelt darstellt, konnte man am Donnerstagabend vergangener Woche auf dem Wirtschaftsforum Ettlingen in den Räumlichkeiten von S&G erfahren. Gerade in der Automobilbranche ist das autonome Fahren ein großes Thema, aber auch in der Medizin könnte KI helfen, Krankheitsbilder schneller zu erkennen.
 
Wichtig ist, dass man die richtige Frage stellt, wofür man KI einsetzen möchte in seinem Unternehmen, so der Tenor der beiden Referenten Sergey Biniaminov, CEO/Founder HS Analysis GmbH Karlsruhe, und Dr. Dipl.-Ing. Dominik Riemer vom Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe. Sie machten aber auch deutlich, dass von den mittelständischen Betrieben mehr Anfragen kommen könnten, wo KI für die Firma Sinn mache, welche Lösungen es gebe. Die können nämlich maßgeschneidert sein. Doch dafür sind exakte Daten die Grundlage.
 
In der Pharmaforschung und Diagnostik mache KI Vorschläge bzw. errechnet eine personifizierte Medikamentenabgabe, so Biniaminov, in dessen Unternehmen Biochemiker, Physiker und Informatiker an den Problemstellungen arbeiten. „Fehler sind für uns Erfahrungswerte“, so Biniaminov. Auch wenn er bei Verträgen eine Einsatzmöglichkeit von KI sieht, weil KI auf wichtige Abschnitte innerhalb eines Vertrages aufmerksam machen kann, die der Mensch vielleicht übersehen würde, bleibt die Medizin die Königsdisziplin.
Auch Riemer unterstrich, „bauen Sie Datenbestände auf, jedoch ist die Qualität der Daten entscheidend“.
Wenn KI im Betrieb eingesetzt werde, braucht es eine Weiterbildung für die Mitarbeiter. Kooperationen sind möglich von Mensch und Roboter, der den Mitarbeiter unterstützt und so zur Prozessverbesserung beiträgt.
 
Karlsruhe sei in der Forschung gut aufgestellt. Mit Blick auf die über 120 anwesenden Frauen und Männer aus Wirtschaft und  Politik äußerten beide Referenten abschließend nochmals den Wunsch, "gehen Sie mehr auf die Forschung zu". Bei seiner Begrüßung hat Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker kurz skizziert, dass es für KI auch und gerade in einer Kommune gute Einsatzfelder gebe. Er erinnerte an das Leitsystem via Wärmebildkamera während der Autobahnarbeiten, dadurch konnten die Verkehrsströme um die Stadt geleitet werden. Aber auch beim Parkleitsystem sowie beim ÖPNV sieht Heidecker gute Chancen für die KI. Gastgeber Achim Quitz, Vorstand der S&G Automobil AG Karlsruhe, schlug einen Bogen zurück ins 19. Jahrhundert. Damals wurde die Erfindung des Autos als ein Irrweg oder auf jeden Fall als große Herausforderung betrachtet, die niemals Erfolg haben werde. „Heute stehen wir vor einer ähnlichen Herausforderung, weil KI etwas Neues ist, das wir in dieser Form noch nicht erlebt und gesehen haben“. Dabei wären Autodurchläufe in unserer Branche ohne KI kaum möglich, ließ Quitz wissen. Sicher, es brauche auch Mut neue Wege zu gehen, doch unsere Firmengründer hatte ihn damals auch.
 
Die Fäden des Abends in den Händen hielt Moderator Markus Brock vom SWR und 3sat, den musikalischen Rahmen setzte das Akustik-Duo mit David Schumacher.
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