Bitte beachten:
In unser aller Interesse an unserer Gesundheit sind die städtischen Dienststellen bis auf Weiteres für den persönlichen Kundenverkehr geschlossen. Selbstverständlich sind wir weiterhin für Sie da. In dringenden Fällen ist eine telefonische Terminvereinbarung erforderlich. So können Sie uns erreichen: Infos unter Ämter und Behörden. Informationen zum Coronavirus finden Sie unter Ettlingen.de/Corona.

FAQ - Corona: Informationen für Unternehmen, Handel, Gastronomie, Selbstständige

Auf dieser Seite finden Sie tagesaktuelle Informationen zu den Hilfs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten des Bundes und des Landes sowie zu Ihren Fachämtern vor Ort. Darüber hinaus steht Ihnen das Team der Wirtschaftsförderung per Mail unter wifoe@ettlingen.de oder telefonisch unter der Rufnummer 07243 101-212 gern zur Verfügung.

Wie beantrage ich Kurzarbeitergeld für mein Unternehmen?

Kurzarbeitergeld kann beantragt werden:

- bei Arbeitsausfall, Produktionsausfall, geschlossenem Betrieb - nicht bei Liquiditätsproblemen (hier greifen die auf dieser Seite aufgeführten Hilfsmaßnahmen).
- von Unternehmen, nicht für Solo-Selbstständige
- auch nur für einzelne Betriebsabteilungen
- zur Überbrückung von wirtschaftlichen Schäden aufgrund Corona mit dem Ziel danach wieder Vollbeschäftigung zu erreichen

Bezugsfrist max. 12 Monate. Bei bereits bestehender Kurzarbeit wird die Bezugszeit nicht angerechnet, sondern kommt on Top für max. 12 Monate dazu. Die Agentur für Arbeit empfiehlt die Zeit für den Bezug von Kurzarbeitergeld großzügig zu berechnen, da der Bezug jederzeit gestoppt werden kann.

Erleichterte Zugangsvoraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld (rückwirkend gültig ab 01.03.2020):
 
- Absenkung des Quorums der von Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten im Betrieb auf bis zu 10 %
- teilweiser oder vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
- Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
 
Wichtig ist, dass betroffene Unternehmen Kurzarbeit direkt bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen.
 
Bei allen Fragen zu Kurzarbeitergeld können Sie sich an Ihre Agentur für Arbeit Vorort wenden oder an den Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit. Sie erreichen ihn von Montag-Freitag von 8.00 – 18.00 Uhr gebührenfrei unter: Tel.: 0800 4555520 bei der Auswahl in der Warteschleife Taste 2 drücken.
Informationen für Arbeitnehmer unter 0800 4555500.

Welche Betriebe dürfen geöffnet bleiben, welche müssen schließen?

Welche Soforthilfen bekommen Solo-Selbstständige, Gastronomen, kleine Unternehmen, Sozialunternehmen?

Mit dem Soforthilfeprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau werden Selbstständige, kleine und mittelständische Unternehmen bis 50 Beschäftigte, Kulturschaffende, Sozialunternehmen und Gastronomen, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage oder in massive Liquiditätsengpässe geraten sind, mit einem einmaligen Zuschuss unterstützt, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Die Soforthilfe ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt für drei Monate insgesamt bis zu:
- 9.000 € für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
- 15.000 € für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten
- 30.000 € für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten.

Anträge auf Soforthilfe können ab Mittwochabend (25.03.2020) ausschließlich in einem vollelektronischen Prozess online gestellt werden. Der Antrag kann unter:

https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/soforthilfe-corona/

ausgefüllt werden und der ausgefüllte Antrag kann unter:

https://www.bw-soforthilfe.de/

gestellt werden.

Die Anträge werden dann an die zuständige Kammer (IHK oder Handwerkskammer) zur Bearbeitung weitergeleitet. Die IHK oder Handwerkskammer übernehmen die Plausibilitätsprüfung der eingegangenen Anträge und leiten diese zum finalen Entscheid und zur Auszahlung der Hilfen an die L-Bank weiter.

Die IHK Karlsruhe hat eine zusätzliche Soforthilfe-Hotline eingerichtet, die Mo-Fr von 08.00 bis 18.00 Uhr und samstags von 08.00 bis 14.00 Uhr Ihre Fragen beantwortet: Tel. 0721-174 111.

In der Technologie Region Karlsruhe gibt es jetzt eine Soforthilfe-Plattform die kostenlos in Anspruch genommen werden kann: Das Portal für Selbstständige & Kleinunternehmer https://www.durchblick-macher.de/
Wo die offizielle Ausfüllhilfe noch Fragen offen lässt, werden Antworten geboten und wichtige Hinweise zur Unternehmensführung in Krisenzeiten gegeben.

Stadtwerke Ettlingen GmbH - Strom-Abschlagszahlungen reduzieren?

Ettlinger Gewerbebetriebe, die von der Corona-Krise und den damit verbundenen Schließungen betroffen sind, können ihre monatlichen Strom-Abschlagszahlungen um 50 Prozent reduzieren. Das Angebot der Stadtwerke Ettlingen (SWE) gilt ab April bis einschließlich Juni. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen einen Stromliefervertrag mit den Stadtwerken Ettlingen GmbH (SWE) hat und direkt von der Landesverordnung gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vom 20. März 2020 betroffen ist.

SWE-Kundenservices 07243 101-658 (Montag- Freitag 8:00- 16:00 Uhr)

Wie beantrage ich steuerliche Erleichterungen?

Das Bundesfinanzministerium hat zusammen mit den Landesfinanzministerien steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen beschlossen, die von der Ausbreitung des Corona-Virus betroffen sind. Durch das BMF-Schreiben müssen bei einem Antrag auf Stundung von Steuern keine strengen Voraussetzungen für Nachweise mehr erfüllt werden. Dies gilt für die Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und die Umsatzsteuer.

Wer sich Steuern stunden lässt, zahlt keine Zinsen und muss auch keine Vollstreckung fürchten. Säumniszuschläge werden ebenfalls erlassen.

Für die Anträge steht auf den Webseiten der Finanzämter in Baden-Württemberg ein vereinfachtes Antragsformular zur Verfügung, um eine schnelle, unbürokratische und praktikable Handhabung für die betroffenen Steuerpflichtigen und die Finanzverwaltung zu gewährleisten:

https://fa-ettlingen.fv-bwl.de/pb/,Lde/6104953/?LISTPAGE=346707

Ansprechpartner:
Finanzamt Ettlingen Tel. 07243 101-508 0 oder über das Kontaktformular: https://finanzamt-bw.fv-bwl.de/,Lde/Startseite/Service/Kontaktformular

Die Stadt Ettlingen hat ebenfalls Maßnahmen eingeleitet.  Um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, können fällige Gewerbesteuerzahlungen auf Antrag zinslos gestundet werden. Hierzu wenden Sie sich an das Steueramt der Stadt Ettlingen, Tel. 07243 101-282, E-Mail: juergen.huebner@ettlingen.de.

Wie beantrage ich Kredite zur Liquiditätssicherung?

Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler die unverschuldet Umsatzrückgänge durch Störungen in der Lieferkette oder durch Nachfragerückgänge erleiden, sollen Kredite mit verbesserten Zugangsbedingungen und Konditionen zur Sicherung der Liquidität erhalten. Folgende Maßnahmen sind aktuell durch die Förderbanken verfügbar:

KfW-Unternehmerkredit (Unternehmen mit mehr als 5 Jahren am Markt)
 
KfW-Kredit für Wachstum (Unternehmen mit mehr als 5 Jahren am Markt)
 
ERP-Gründerkredit (Unternehmen unter 5 Jahren am Markt)
 
Allgemeine Informationen erhalten Sie auch über die gebührenfreie Hotline der KfW unter: 0800-5399 001. Die Beantragung eines KfW-Kredites kann nur über Ihre Hausbank erfolgen.

Wie beantrage ich eine Bürgschaft zur Liquiditätssicherung?

Bürgschaften für Betriebsmittel können über Ihre Hausbank zur Verfügung gestellt werden. (Keine Sanierungsfälle oder Unternehmen die vor der Corona-Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren). Die Maßnahmen unterstützen ab sofort branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen sowie die Freien Berufe.

Wenn eine Hausbank auf Grund fehlender Sicherheiten nicht in der Lage ist, einem betroffenen Unternehmen einen Liquiditäts-/Betriebsmittelkredit zur zeitlichen Überbrückung zu gewähren, kann die L-Bank im Einzelfall bis zu 80 % des Risikos abnehmen.

Kontakt Bürgschaftsbank: Tel. 0711 1645-6, ermoeglicher@buergschaftsbank.de

Kontakt L-Bank Hotline Bürgschaften: Tel. 0711 122-2999, buergschaften@l-bank.de

Wie beantrage ich einen Überbrückungskredit?

Landesförderinstitute bieten zum ERP- und KfW-Angebot zinsgünstige Betriebsmittelfinanzierungen und Überbrückungsgeld an. Das Überbrückungsgeld der L -Bank können Sie über Ihre Hausbank beantragen, die Hausbank haftet mit 20 %, L-Bank übernimmt 80 % Haftung.

Alle Förderkredite der L-Bank können mit Kombi-Bürgschaften der Bürgschaftsbank flankiert werden.

Für bestehende Förderkredite, deren Tilgungsbelastungen aufgrund der Corona -Krise vorübergehend nicht mehr leistbar sind, bietet die L-Bank eine bis zu 12-monatige Tilgungsaussetzung unter Anpassung der restlichen Tilgungsraten unter Beibehaltung der vertraglichen Zinsvereinbarung sowie der Gesamtlaufzeit an. Anträge können ab sofort formlos an die L-Bank gerichtet werden.

Kontakt L-Bank Hotline Wirtschaftsförderung: Tel. 0711 122-2345, wirtschaftsfoerderung@l-bank.de

Welche Hilfen gibt es bei Auslandsgeschäften?

Für entfallene Forderungen und Zahlungsverzögerungen bei Auslandsgeschäften (Exportkreditgarantien, sog. "Hermesdeckungen") wenden Sie sich bitte an die Euler Hermes AG mit der kostenpflichtigen Telefonnummer: 040 88349000 oder per E-Mail: info@exportkreditgarantien.de

Gibt es Hilfe für Selbstständige in Quarantäne?

Wer auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über das örtlich zuständige Gesundheitsamt eine Entschädigung beantragen. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler*innen den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Neben dem Verdienstausfall können Selbstständige auch für Betriebsausgaben „in angemessenem Umfang“ entschädigt werden (Paragraf 56 Absatz 4 Infektionsschutzgesetz).

Zuständige Behörde ist das Gesundheitsamt des Landratsamtes Karlsruhe, Tel. 0721 936-99 250, gesundheitsamt@landratsamt-karlsruhe.de.

Hinweis: Der Antrag ist innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit zu stellen (§ 56 Absatz 11 IfSG).

Benötigen Arbeitnehmer einen Passierschein für Wege zur Arbeit?

Bisher nicht. Für den Fall, dass die auf politischer Ebene diskutierten weitergehenden Ausgangsbeschränkungen und entsprechenden Kontrollen eingeführt werden, hat die IHK Karlsruhe ein Dokument erstellt, mit dem Arbeitnehmer ihre Betriebszugehörigkeit dokumentieren können. Die Vorlage dient dem Zweck, bis zum Bereitstehen eines offiziellen Dokuments einen Nachweis für den Arbeitsweg zu schaffen.

Das Dokument sollte möglichst auf dem betriebseigenen Briefpapier ausgedruckt werden und von der Geschäftsleitung oder einem Personalverantwortlichen unterschrieben sein:
https://www.karlsruhe.ihk.de/coronavirus/arbeitgeberbescheinigung-passierschein-4740870

Gibt es Hilfen für Startups?

Der Bundesverband Deutsche Startups hat am 20.03.2020 seinen ganzheitlichen Schutzschirm für Startups in der Corona-Krise vorgelegt. Der Schutzschirm verfolgt die oberste Priorität Liquiditätsengpässe der deutschen Startups – egal welcher Stage, welchen Alters und welcher Größe – zu verhindern und Zukunftsperspektiven zu erhalten.

Schnelle, effiziente, umfassende und zielgenaue finanzielle Unterstützungsmaßnahmen sind dringend erforderlich. Das gilt umso mehr, da bisher vorgeschlagene Fördermaßnahmen an den Bedürfnissen von Startups vorbeigehen: Startups haben – insbesondere in einer frühen Phase – weder eine kreditgebende Hausbank noch erfüllen sie die herkömmlichen Kriterien, um einen Kredit zu erhalten.

Angesichts der vielfältigen Finanzierungsarten und Entwicklungsstadien von Startups gäbe es keine „One size fits all“-Lösung, daher schlägt der Bundesverband seinen Schutzschirm als Vier-Stufen-Plan vor:

Stufe 1: Maßnahmen für Startups in früher Phase bzw. ohne Wagniskapitalgeber
Stufe 2: Maßnahmen für Startups mit Wagniskapitalgeber – ein „Matching-Fonds“
Stufe 3: Maßnahmen für Scale-ups
Stufe 4: Maßnahmen für einen Secondary Market bei ausfallenden Investoren

Bis Redaktionsschluss lagen noch keine Informationen über die Umsetzung dieses Schutzschirmes vor. Den kompletten Schutzschirm finden Sie unter:
https://deutschestartups.org/2020/03/20/corona-krise-startup-verband-legt-schutzschirm-fuer-deutsche-startups-vor/.

Gibt es eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht?

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bereitet eine gesetzliche Regelung zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vor,  um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten. Mit der Regelungung für einen Zeitraum bis zum 30.09.2020 soll verhindert werden, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei Ihnen ankommen. Die reguläre Drei-Wochen-Frist der Insolvenzordnung ist für diese Fälle zu kurz bemessen.

Voraussetzung für die Aussetzung soll sein, dass der Insolvenzgrund auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruht und dass aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen bzw. ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen eines Antragspflichtigen begründete Aussichten auf Sanierung bestehen. https://www.bmjv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/031620_Insolvenzantragspflicht.html

Sind Gewerbemieter im Einzelfall von der Mietzins-Zahlung befreit?

Nach einhelliger Literatur und Rechtsprechung trägt das Verwendungs-Risiko der Mieter und der Vermieter lediglich das Gebrauchstauglichkeits-Risiko. Ganz pauschal und oberflächlich betrachtet, trägt also der Mieter das Risiko dafür, dass sein Betrieb aufgrund der derzeit andauernden Corona-Krise geschlossen wird und er dadurch erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen muss.

Wirft man allerdings einen Blick in die, im jeweiligen Einzelfall vereinbarten Gewerberaum-Mietverträge, sieht die Sach- und Rechtslage (zumeist) ganz anders aus. In vielen Gewerberaum-Mietverträgen wird nicht lediglich die Überlassung von leeren Gewerbeflächen vereinbart. Oft lassen sich zudem besondere Nutzungs-Bestimmung finden, welche einen konkreten Mietzweck für die angemieteten Räumlichkeiten vorsehen. In einem solchen Fall lässt sich vertretbar argumentieren, dass der Vermieter nicht nur zur Gebrauchsüberlassung von Räumlichkeiten verpflichtet ist, sondern ebenso sicherzustellen hat, dass die Räumlichkeiten sich für eine bestimmte Art der Nutzung wie beispielsweise eines Restaurantbetriebes, Spielhallenbetriebes oder den Betrieb eines Friseursalons eignen. Werden jene Nutzungsarten - wie gegenwärtig - seitens der Behörden untersagt, kann der Vermieter dem Mieter keine Räumlichkeiten entsprechend der Vereinbarung zur Verfügung stellen. Juristisch gesprochen ist ihm die Leistung gegenüber dem Mieter unmöglich und der Mieter deshalb von der Gegenleistung, also der Zahlung des Mietzinses, befreit.

Das mit der Corona-Krise einhergehende wirtschaftliche Risiko ist demnach keineswegs - und in jedem Falle - zwingend vom Mieter zu tragen. Vielmehr gilt es den jeweiligen Einzelfall zu betrachten und festzustellen, welcher Vertragspartei - ausgehend von dem jeweiligen Vertragstext - das gegenwärtig bestehende wirtschaftliche Risiko auferlegt wurde bzw. auferlegt werden kann.

Derzeit kann ein Vermieter das Mietverhältnis kündigen, wenn zwei Monate in Folge keine Miete gezahlt wird. Nun soll Mietern wegen privater, aber auch gewerblicher Mietschulden aus dem Zeitraum vom 01.04. bis 30.06.2020 nicht gekündigt werden dürfen, wenn sie glaubhaft machen, dass die Corona-Pandemie ursächlich für die Nichtzahlung ist. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibt aber bestehen, sie muss nachgezahlt werden.

Praxis-Tipp!
Wie lange die Corona-Krise noch andauert ist nicht abzuschätzen. Es sollten frühzeitig alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um das Unternehmen für längere Zeit über Wasser halten zu können. Hierzu gehören ebenfalls Gespräche mit den Vermietern. Einheitliche bzw. pauschale Aussagen zur weiterhin bestehenden Mietzins-Zahlungspflicht lassen sich nicht treffen. Gerichtliche Entscheidungen sind hierzu bislang nicht ergangen und in naher Zukunft auch nicht absehbar.
*Quellen: Merkblatt Martin Rechtsanwälte, Karlsruhe, CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag/Presse und Information.

Ausbildung während der Corona-Krise?

Förderprogramm „Azubi im Verbund – Ausbildung teilen“Für die Betriebe kann es schwierig sein, während der Kurzarbeit die Ausbildungsleistungen zu erbringen, zu denen sie rechtlich verpflichtet sind. Mit der Förderung der Verbundausbildung sollen flexible Lösungen ermöglicht werden, damit die Kurzarbeit nicht zu Lasten der Ausbildungsqualität geht. Ausbildungsbetriebe, die allein eine vollständige Ausbildung nicht durchführen können und deshalb einen Ausbildungsverbund bilden, können durch Gewährung einer Prämie gefördert werden.Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen werden die Bedingungen für kurzarbeitende Betriebe erleichtert: Statt der sonst geforderten 20 Wochen im Partnerbetrieb kann eine Förderung erfolgen, wenn der Auszubildende während der Kurzarbeits-Phase mindestens vier Wochen seiner Ausbildung in einem Partnerbetrieb absolviert. Der Betrieb erhält dann eine einmalige Zuwendung in Höhe von 1.000 Euro.Alle Informationen zum Programm und zur Antragstellung finden Sie unter: https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/azubi-im-verbund-ausbildung-teilen/*Quelle: Wirtschaftsministerium

Wie ist die Handhabung bei Eltern mit Betreuungspflichten?

Im Infektionsschutzgesetz wird verankert, dass Eltern, die aufgrund von Betreuungspflichten nicht arbeiten können, Leistungen erhalten. Details sind noch nicht bekannt; es wird vermutet, dass eine Leistung analog zur Kurzarbeiterregelung erfolgt. Denkbar wäre auch eine Regelung analog zum Fall der angeordneten Quarantäne, dann müsste die Weiterzahlung über den Arbeitgeber erfolgen, wobei dieser Erstattung durch das Land erhalten kann.
*Quelle: Deutscher Städtetag

Welche Hilfen gibt es für Landwirte?

Zeitgrenzen für die geringfügige Beschäftigung in Form der kurzfristigen Beschäftigung sollen befristet auf eine Höchstdauer von fünf Monate oder 115 Tage ausgeweitet werden. Dies kann die Problematik mit ausländischen Saisonarbeitern entschärfen und zusätzliche Verdienstmöglichkeiten für die inländische Bevölkerung sichern.
*Quelle: Deutscher Städtetag

Die Reisebeschränkungen, die sich durch die Corona-Krise ergeben, haben zur Folge, dass den Landwirtschafts-Betrieben dringend benötigte Saisonarbeitskräfte nicht im gewohnten Umfang zur Verfügung stehen werden. Die Plattform und die Aktion "Das Land hilft" bringt Arbeitssuchende, Freiwillige und hilfsbereite Menschen und Landwirte zusammen und hat das Ziel diesen Mangel mit Menschen aus der Region abzumildern. Freiwerdende Arbeitskapazitäten, beispielsweise aus der Gastronomie, könnten so die Arbeit der Erntehelfer aus Osteuropa wenigstens zum Teil kompensieren.

Landwirtschaftliche Betriebe können sich unter:

https://www.daslandhilft.de/

eintragen, die Solidarität nutzen und sich an der Aktion beteiligen und die Angebote nach Möglichkeit annehmen.

Die Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg finden Sie unter:

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/vermittlungsplattform-bringt-landwirte-und-helfer-zusammen/

Können Sozialversicherungsbeiträge gestundet werden?

Gestern (25.03.2020) wurde im Deutschen Bundestag kurzfristig beschlossen, dass alle von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen sich die Sozialversicherungsbeiträge für die Monate März und April 2020 stunden lassen können.

Die betroffenen Unternehmen müssen sich bis spätestens am morgigen Donnerstag (26.03.2020) formlos unter Bezug auf Notlage durch die Corona-Krise und Paragraf § 76 SGB IV direkt an ihre jeweils zuständigen Krankenkassen wenden, die ihre Sozialversicherungsbeiträge erhebt, um sich diese für den Monat März stunden zu lassen.

Ein Musterantrag für die Krankenkasse finden Sie, als Word und PDF-Datei, in der Anlage.

Die Pressemitteilung des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung finden Sie hier:
https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/presse/pressemitteilungen/2020/PM_2020-03-25_Beitragsstundungen.pdf

Gibt es Hilfen von der Künstlersozialkasse und privaten Krankenversicherungen?

Die Künstlersozialkasse bietet Ihren Versicherten eine Änderung der Zahlungsweise von Krankenversicherungs- und Sozialbeiträgen an. Bei niedrigerem Einkommen können KSV-Versicherte eine Änderung der Beitragshöhe beantragen unter:
https://www.kuenstlersozialkasse.de/fileadmin/Dokumente/Mediencenter_K%C3%BCnstler_Publizisten/Vordrucke_und_Formulare/Aenderung_Arbeitseinkommen.pdf

Weitere Infos erhalten Sie unter www.kuenstlersozialkasse.de

Privatversicherte Künstler, Moderatoren und Publizisten haben bei niedrigerem Einkommen die Möglichkeit bei Ihrer privaten Krankenversicherung nach einer Stundung von Versicherungsbeiträgen zu fragen.