Samstag, 19.09.2026
CHAVELI SIFRE "Phoenixing”
Beschreibung
* Eröffnung: Freitag, 18. September 2026, 19 Uhr
Begrüßung: Alex Besta
Einführung: Gabriela Garcia
Ausstellungsdauer: 19. September bis 8. November 2026
Der Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen liegt an den Ausläufern des Schwarzwalds. Oben angekommen liegt je nach Witterung und Tageszeit ein Geruch von Waldboden und Tannennadeln in der Luft. Chaveli Sifre greift die Lage auf und erwärmt in ihrer Skulptur Janus, die nach dem römischen Gott der Schwellen und Übergänge benannt ist, Straßburger Terpentin, ein Harz aus den Rindenblasen der Weißtanne, das früher als Wundsalbe und Atemwegsmittel verwendet wurde. Im angrenzenden Nebenraum können Besuchende aus einer schwebenden Skulptur Duftproben verschiedener Waldgerüche entnehmen.
Chaveli Sifre arbeitet seit über zehn Jahren mit Geruch als Material und Bedeutung. Sie knüpft an Traditionen an, in denen Botanik, Heilkunde und Glaubenspraxis noch zusammengehörten. Kampfer spielt in Puerto Rico bis heute eine Rolle bei spirituellen Reinigungen. In der Arbeit Adonia, angeordnet im Zentrum des Bodens der ehemaligen Cafeteria, sublimiert Kampfer. Seine Fähigkeit, direkt vom festen in den gasförmigen Zustand überzugehen, macht das Verschwinden zu einem materiellen Prozess. In vier Gliedmaßen, gegossen in opalisierendes Glas, entfaltet sich der Duft. Was Chaveli Sifre verwendet, hat selten nur eine Herkunft. Harze, Votivformen und alte Feste haben Zeiten und Glaubenssysteme durchquert, und mit jeder Grenze verschiebt sich, was sie bedeuten. Die Form der Glasskulpturen entnimmt Chaveli Sifre den Votivgaben, die man aus Dank oder im Tausch gegen eine erhoffte Hilfe niederlegt. Der Titel verweist auf die Adonien, ein antikes griechisches Fest, das vor allem von Frauen begangen wurde, um die Vergänglichkeit des Lebens zu würdigen. Die Figur des Adonis wurde mit Leben, Tod und Wiedergeburt in Verbindung gebracht. Die Frauen legten einen kurzlebigen Garten an, der hauptsächlich aus Salat und Fenchel bestand. Der Garten von Chaveli Sifre besteht aus Glas und einem Harz, das ursprünglich aus Ostasien stammt und auf eine lange Geschichte transkultureller Verwendung zurückblickt. So beschreibt die Ausstellung Phoenixing auf unterschiedliche Weise Zustände der Verwandlung und des Übergangs.
Chaveli Sifre wurde 1987 in Würzburg geboren, ist puerto-ricanische Künstlerin und lebt in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Institutionen gezeigt, darunter Kunsthalle Osnabrück, Deutschland, 2025; Julia Stoschek Foundation, Berlin, 2024-2025; WIELS, Belgien, 2025; Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2024; MACBA Museu d'Art Contemporani de Barcelona, Spanien, 2024, und El Museo del Barrio, USA, 2024-2025. 2025 erhielt sie den Villa Romana-Stipendium, Deutschland, 2026 ein Stipendium der Fundación Botín, Spanien.
Duftworkshop | Über Geruch, Erinnerung und das Mischen eigener Düfte - Mit Florian Günther und Nana Rozhina
Samstag, 10 Oktober 2026, 15 bis 18 Uhr
Was passiert, wenn wir einem Geruch unsere volle Aufmerksamkeit schenken? Wir riechen einzelne Duftstoffe, lernen sie kennen und kombinieren sie miteinander. Dabei wechseln wir zwischen analytischem Erkunden und persönlicher Assoziation. Was riechen wir da eigentlich, und welche Bilder und Erinnerungen tauchen dabei auf?
Der Workshop richtet sich an alle, die neugierig auf Duft sind, Vorkenntnisse braucht es keine.
Die Teilnahme ist kostenfrei, um eine kurze Anmeldung per Mail wird gebeten.
Tickets
Ausstellungszeiten | Mi - So: 15 - 18 Uhr


