Mit Ehrenmedaille und Sibyllataler ausgezeichnet

vier Männer und eine Frau sind mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet worden bzw. mit dem Sibyllataler

Gerade zum Jahresanfang tut es gut, einmal bewusst hinzuschauen: Was trägt eigentlich unsere Stadt, was sorgt dafür, dass Ettlingen nicht nur „funktioniert“, sondern lebendig ist? Ein Symbol sind für den OB die beiden jungen Tänzerinnen Pia Quietzsch und Alessia Perchio, beide Weltmeisterinnen der International Dance Organization im Poppin in der Kinderklasse. Hinter dieser außergewöhnlichen Leistung steckt Talent – aber auch Training, Disziplin und Menschen im Umfeld, die das unterstützen. Nur dank des Einsatzes dieser Menschen, die mehr tun als das, was man erwarten könnte, die sagen, ich kümmere mich, nur dann ist eine Stadt lebendig. Dieses Engagement zeichnet die Stadt mit der Ehrenmedaille bzw. Sibyllataler aus, um so die Arbeit sichtbar zu machen, die oftmals im Hintergrund passiert.

Michael Kühn erhielt den Sibyllataler nicht für seine Engagement beim TSV Oberweier, dafür hat er bereits die Ehrenmedaille erhalten, sondern dafür dass er sich seit Jahrzehnten für den Jugendaustausch im Rahmen der Partnerschaft mit Étoges, Fèrebrianges und Beaunay einsetzt. Er selbst hat 1969 als Jugendlicher teilgenommen – ein Engagement, das Brücken baut und Freundschaften möglich macht. Für sein Wirken erhielt er stellvertretend für das Betreuerteam des Jugendaustauschs den Ehrenamtspreis der Stadtwerke Ettlingen

Ehrenmedaille

Dieter Titze ist seit dem 1. Januar 1976 Mitglied im TSV 1907 Schöllbronn, dort gehört er seit fast fünf Jahrzehnten zu den Menschen, auf die man sich verlassen kann – besonders, dann, wenn etwas gemacht werden muss. Er hat Verantwortung beim TSV übernommen, war 2. Vorstand und später 1. Vorsitzender. Und auch „danach haben Sie organisiert und angepackt, u.a. als Leiter der Abteilung Haus und Bau. Ihr Einsatz steckt im Hartplatz, in den Anbauten, Erweiterungen, Umbauten, Renovierungen. Sie waren ein verlässlicher Ansprechpartner für alle Belange rund um das Vereinsgelände. Und das ist das Beeindruckendste: Noch heute, mit 83 Jahren, packen Sie tatkräftig mit an.

Gabriele Schäfer steht für Vereinsarbeit, die oft im Hintergrund passiert – die aber entscheidend ist, damit Sport und Gemeinschaft überhaupt funktionieren. Ihre ehrenamtliche Laufbahn begann 1999 im Vorstand des ASV Ettlingen, sie war 2. Und später 1. Vorsitzende. In diese Zeit fiel die Fusion, aus der die heutige SSV Ettlingen entstanden ist. Eine Aufgabe, bei der es nicht nur um Strukturen geht, sondern auch um Vertrauen. Auch danach wirkte sie mit als stellvertretende Vorsitzende, in Verantwortung für die Fußballabteilung, im Förderverein. Bis heute spielt sie eine tragende Rolle. Für Ihr langjähriges und vielfältiges Wirken wurden Sie 2012 vom Deutschen Fußballbund als eine der „100 Ehrenamtlichen des Jahres“ ausgezeichnet und 2021 zum Ehrenmitglied der SSV Ettlingen ernannt. Seit 2022 führt sie ehrenamtlich in der Geschäftsstelle u.a. die Buchhaltung. Eine Aufgabe, die absolut unverzichtbar, aber selten sichtbar ist. Genau deswegen gehört sie heute ins Licht. Wie auch ihr Engagement als Kassenprüferin im Förderverein des Kinderschutzbundes.

Heinrich Lehr hat unser kulturelles Leben in Ettlingen über Jahrzehnte mitgetragen. Er hat den Musikverein Ettlingen über sehr lange Zeit geprägt: erst als Schriftführer, dann als Vorsitzender – insgesamt über 25 Jahre in führender Verantwortung. Wer Vereinsarbeit kennt, weiß: Das bedeutet dauerhafte Organisation, Entscheidungen, Gespräche, Planung – und immer wieder die Aufgabe, Menschen zusammenzuhalten und dem Verein eine Richtung zu geben.
Unter Ihrer Verantwortung wurden Konzerte und Veranstaltungen geplant, Auftritte vorbereitet, Traditionen gepflegt und Neues angestoßen. Dazu kam vieles, was in den letzten Jahren immer wichtiger wurde: Pressearbeit, Außenwirkung, Internetauftritt, Jugendschutz, Satzungsfragen – Themen, die Zeit kosten, aber für ein Verein wesentlich sind. Mit Ruhe und Struktur meisterte er auch schwierige Momente, wie organisatorische Krisen oder Veränderungen von Räumen.

Michael Kirf engagiert sich seit Jahrzehnten in vielfältiger Weise. Von 2000 bis 2018 war er 18 Jahre lang Mitglied des Vorstands des Musikvereins Spessart und von 2014 bis 2024 Ortschaftsrat von Spessart. Beim Jubiläum „750 Jahre Spessart“ im Jahr 2015 waren Sie maßgeblich an der Organisation beteiligt, insbesondere beim Theaterstück zur Spessarter Geschichte. Solch ein Engagement bringt die Menschen zusammen, die gemeinsam für ihren Ort etwas auf die Beine stellen. Sein Augenmerk gilt auch den Geflüchteten in der Anschlussunterbringung im ehemaligen Gasthof Adler. Sie helfen ganz praktisch, organisieren Hilfsstrukturen und engagieren sich als Ansprechpartner für die Helfer.