Verbindende Kraft der Musik - und Theater mitten ins Herz
Vor wenigen Wochen hat sich Intendantin Solvejg Bauer verabschiedet, die nächste Spielzeit gestaltet der neue Mann an der Spitze der Schlossfestspiele Carsten Lepper. Am Dienstag dieser Woche stellte Lepper dem Verwaltungsausschuss seinen Spielplan für die kommende Saison vor und einen Tag später der Presse. Lepper setzt bewusst auf die verbindende Kraft der Musik, die Bandbreite reicht vom Musical über das Chanson bis hin zum großen Konzertformat für den Bürgerchor.
Oberbürgermeister Johannes Arnold unterstrich, es sei eine schöne Aufgabe, aber auch eine herausfordernde“. Man müsse seinen eigenen Weg finden. Es gehe selten gut, wenn man jemanden nachmache. Wir tun alles, damit die Festspiele erfolgreich sind. Es liegt auch an uns, so Arnold, dass Herr Lepper es schafft“. Lepper dankte zunächst Solvejg Bauer, die mit großem Engagement die Festspiele geführt habe. Die Festspiele stehen für professionelles Musiktheater, für ein Theater nah an den Menschen, nah an der Stadt, Theater mitten im Herzen.
Gespannt hatte die Öffentlichkeit darauf gewartet, welches Musical wohl auf dem Spielplan stehen wird. Es ist das Broadway-Musical Titanic von Maury Yeston und Peter Stone, das von gesellschaftlichen Gegensätzen ebenso erzählt wie von technischem Fortschrittsglauben, von Aufbruch und sozialem Aufstieg und von vermeintlichen Sicherheiten.
Die Freundschaft zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf steht im Mittelpunkt beim Musikdrama Spatz und Engel. Es beleuchtet ihre Begegnungen, ihr Leben ab 1948 in New York bis zu Piafs frühem Tod 1963. Neben den beiden Hauptdarstellerinnen wird es ein achtköpfiges Live-Orchester geben. Die vielen Stimmen der Stadt vereint der Bürgerchor. Mit Voices of Ettlingen wählt Lepper ein neues Konzertformat. Er möchte mit professionellen Solisten/-innen und Musikern ein szenisches Chorkonzert entwickeln. Voices of Ettlingen spiegelt den zentralen Gedanken der Festspiele wider, Kultur entsteht nicht nur für eine Stadt, sondern gemeinsam mit ihr.
Als Musical für die Familie wird Emil und die Detektive zu sehen sein mit Kindern aus Ettlingen und der Region. Sie werden singen, tanzen und spielen. Anfang November gibt es ein Casting für die jungen Darsteller.
Jörg Klasser Verwaltungsleiter der Festspiele warf einen Blick auf die Finanzen, die 2026 erfolgreich waren. Eine Auslastung von 92 Prozent. 60 000 Besucher kamen in den Schlosshof, das drittbeste Ergebnis der Festspiele. Die Auslastung von -West Side Story lag bei 97 Prozent und die magischen 100 Prozent erreiche Carmina Burana. Die Messlatte liege hoch. Die Einnahmen bei den Tickets liegen bei über 1,27 Millionen Euro.
Die Eintrittspreise werden im kommenden Jahr moderat nach oben gehen, Stichwort Tarifsteigerungen. Ausgenommen von der Steigerung ist das Familienstück. Gleichfalls Änderungen gibt es beim KVV-Kombi-Ticket, das wird es nur noch bei den Schulvorstellungen geben. Die Kinder kommen aus Lahr bis Landau von Bruchsal und Bretten so Klasser, bei den Abendvorstellungen hingegen lohne es nicht, viele hätten das Deutschlandticket. Überdies hätte es eine Preissteigerung von 70 Cent auf 1,08 Euro für die Karte gegeben. Diese kleine Variante für die Schulklassen kostet dann nur 9 000 Euro.
Die Ausschuss-Mitglieder machten deutlich, dass sie sich auf die kommende Spielzeit freuen und gaben dem Gemeinderat die Empfehlung, grünes Licht für den Spielplan sowie für die moderate Erhöhung der Eintrittspreise und die Änderung beim Kombiticket zu geben.
Abschließend unterstrich OB Arnold, dass viele Dinge für die Festspiele von Seiten der Stadt erbracht werden, angefangen von der Personalabteilung über die IUK und die Kämmerei bis hin zur Touristinfo und der Schloss- und Hallenverwaltung. Sie tragen alle zum Gelingen der Festspiele bei.
www.schlossfestspiele-ettlingen.de
