Klimafreundliches Energiekonzept Kaserne Nord
1. Ausgangslage
Mit der Verabschiedung des Rahmenplans für die städtebauliche Entwicklung des Plangebiets Schleifweg/Kaserne Nord hat der Gemeinderat auch die Entwicklung als treibhausgasneutrales Quartier beschlossen. In seiner Sitzung vom 15.03.2023 hat der Gemeinderat der in einer ersten Machbarkeitsstudie vorgeschlagenen Vorzugsvariante zur Wärmeversorgung zugestimmt. Die Vorzugsvariante beinhaltet eine Wärmeversorgungsmodell auf Basis eines kalten Nahwärmenetzes. Als Wärmequelle für das Netz dient die thermische Nutzung von Grundwasser, welches aus Brunnen nördlich des Plangebiets (westlich Karlsruher Straße, Höhe Seehof) entnommen werden sollten. Ebenfalls zugestimmt wurde einer Antragstellung im Rahmen der „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ (BEW) zur fortgeschrittenen Umsetzungsplanung der Vorzugsvariante. Dieser Antrag löst die bisherige Förderung im Rahmen des BAFA-Programms Wärmenetzsysteme 4.0 ab. Im Rahmen der weiteren Planung wurde der östl. Teilbereich (Teilbereich „Kita und Wohnen Ost“) nicht in die Wärmeplanung einbezogen. Dieser soll vorrangig, insbesondere in Hinblick auf den Umsetzungshorizont für die Kita, entwickelt werden. Da die Einfamilienhäuser (Reihenhäuser) ohnehin dezentral mit Wärmepumpentechnik versorgt werden, entspricht dies der Gesamtkonzeption in Bezug auf ein treibhausgasneutrales Quartier.
2. Verfahrensschritte im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze
Nach Erhalt eines positiven Zuwendungsbescheids im Rahmen der BEW sowie als Ergebnis eines europaweiten Vergabeverfahrens wurde die sinnogy GmbH Freiburg im Herbst 2023 mit der Erarbeitung einer neuen Machbarkeitsstudie zur Konkretisierung der Vorzugsvariante beauftragt. Im Rahmen des BEW-Moduls 1.1 ergab eine Grundlagenermittlung für das Projektgebiet einen Wärmebedarf von 2.647 MWh/a bei einer Heizleistung von 1.481 kWth sowie einen theoretischen Kühlbedarf von 472 MWh/a. Als Ergebnis einer analytischen Untersuchung unterschiedlicher Versorgungs- und Ausbaualternative wurde ein gemeinschaftliches kalte Nahwärmenetz mit Grundwasser als Primärquelle i.V.m. Sole/Wasser-Wärmepumpen sowie der Clusterung von Gebäudeblöcken empfohlen. Diese Variante stellt sowohl bezüglich des Investitionsaufwands als auch bezüglich der Wärmevollkosten die wirtschaftlichste Alternative dar. In weiteren Schritten (BEW-Module 1.2 und 1.3) wurden die Fachplanungen der Quellenanlagen, des kalten Nahwärmrnetzes sowie der Wärmepumpen in den Gebäuden ausgeführt. Zudem wurde das Vergabeverfahren für einen zukünftigen Wärmeversorger vorbereitet. Das Vergabeverfahren startet voraussichtlich im Herbst 2026.
3. Weiterführende Veröffentlichungen zum Energiekonzept Kaserne Nord
Erweiterte Machbarkeitsstudie zur geothermischen Grundwassernutzung (PDF, 9 MB)
Wärmenetzsysteme_4_0_Machbarkeitsstudie_Kaserne_Nord-1 (PDF, 2,9 MB)
