Magermilch machts möglich: wenn das Licht milchige Schichten durchdringen muss oder eine Atmosphäre, dann kommen nur die roten Anteile durch: deshalb sieht der Mond bei einer Mondfinsternis rot aus. Professor Fehler zeigte bei der letzten Vorlesung der EKSA wie das geht.
Die EKSA endete mit einer besonderen Vorlesung: Wilhelm hatte das Thema der Abschlussvorlesung von Professor Dieter Fehler vorgeschlagen, indem er nach dem Motto „Was Ihr wollt“ die Frage stellte: „Wie funktioniert eine Lochkamera für die Sofi?“ Dafür erhielt er am Ende einen Lochkamera-Bausatz für daheim.
Lochkameras waren bei der Sonnenfinsternis, der Sofi, gefragt. Ein Karton mit Butterbrotpapier-Mattscheibe und einem kleinen Loch in der gegenüberliegenden Kartonwand projiziert ein ungefährliches ‚Sonnenabbild‘; noch komfortabler wird’s, wenn man eine Kartoffelchips-Röhre umfunktioniert. Über 30 Kinder und einige Erwachsene kamen zur letzten EKSA-Vorlesung in die Volkshochschule, Professor Fehlers Experimente mitzuerleben. „Ich darf keine Sauerei machen, sonst bekomm ich Ärger“, scherzte der Dozent, aber die Versuche hätten auch im Wohnzimmer stattfinden können: es krachte und stank dieses Mal nicht.
Früher nannte man Kometen ‚Haarsterne‘ wegen ihres Schweifs. „Astronomen nennen sie schmutzige Schneebälle“, erzählte der Professor. Im August konnte man nämlich nicht nur die Sofi und die Mofi sehen, sondern auch die Perseiden, Kometen aus dem Sternbild Perseus. Unter Unterdruck von einem Tausendstel Atmosphären kocht Wasser schon bei 20 Grad, dann wird es binnen fünf Minuten zu Eis: „Weil das Kochen dem Wasser die Energie schnell entzieht“. Deshalb sind Kometen ‚schmutzige Schneebälle‘: das gefrorene Wasser hält die Partikel zusammen. Kommen sie der Sonne zu nahe, zerfallen sie, so wie Shoemaker Levy 9 im Jahr 1994.
Je weiter ein Objekt von einem Planeten entfernt ist, umso langsamer bewegt es sich: der Mond, über 384.000 Kilometer entfernt, umrundet die Erde in einem Monat; die ISS, die in 400 Kilometern Entfernung fliegt, braucht dafür nur 90 Minuten. „Um zu überholen, muss das Team bremsen“, merkte Professor Fehler an.
Besondere Kräfte wirken, wenn Himmelskörper in bestimmter Konstellation stehen. Der Mond beispielsweise sorgt dafür, dass sich das Wasser der Ozeane zu Flutbergen auftürmt. Stehen Sonne, Mond und Erde in einer Flucht, entstehen besonders hohe Springtiden, bei versetzter Stellung gibt es Nipptiden.
Ein weiteres Experiment zeigte, wieso der Mond rot aussieht, wenn ihn der Schatten der Erde trifft. Ein durchsichtiger Behälter wurde von einer Seite mittels Glühbirne angeleuchtet. Als der Professor Fehler Magermilch ins Wasser schüttete, sah man von vorn eine rote Wolke. „Licht hat alle Farben, durch die Milchwolke dringt nur das rote Licht“. Genauso ists beim Blutmond, nur das rote Sonnenlicht schafft es durch die Erdatmosphäre.
Am Schluss warfen die Kids noch ‚vom Mond aus‘ einen Blick auf eine Sonnenfinsternis, so, wie sie sich aller Wahrscheinlichkeit präsentieren würde: die Erde erscheint als schwarze Scheibe mit rotem Außenring vor der Sonne.
Auch im nächsten Jahr wird der Professor wieder mit von der Partie sein: als mit lautem „Klöng“ eine metallene Trinkflasche umfiel, sagte Dieter Fehler schmunzelnd: „Gravitation wird Thema in der nächsten Vorlesung!“
Vor dem endgültigen Abschied bekamen die EKSA-Kids, die Vorschläge für die letzte Vorlesung gemacht hatten, Kinogutscheine: Wilhelm, Tabea, Jonas, Nicola und Jules. Margaryta und Zlata besuchten alle Vorlesungen und erhielten gleichfalls Belohnungen. Insgesamt besuchten 384 Kinder die EKSA dieses Jahr; mit einer Vorlesung über das Leben von Kindern im Mittelalter, die Stimme und den Alltag eines Zootierarztes standen drei neue Sachgebiete auf dem Programm. Organisatorin Iamse Wipfler und ihr Team vom Amt für Bildung, Jugend, Familie und Senioren war zufrieden mit der Resonanz und hob auch die gute Kooperation mit der Volkshochschule, die der EKSA ein Domizil geboten hatte, sowie mit der Stadtbibliothek hervor, auch dort hatten ein paar der 13 Vorlesungen stattgefunden.
