Gute Ausgangsbedingungen für „grünen Lungen“ schaffen
Bäume spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und verbessern das Stadtklima. Gleichzeitig leiden sie selbst unter Hitze und Trockenheit. Damit die grünen Lungen für kühle und saubere Luft sorgen können, braucht es passende Baumarbeiten, geeignete Standorte, ausreichend Wurzelraum und eine gute Pflege. Es reicht eben nicht, einfach ein Pflanzloch auszuheben, Baum einzusetzen und fertig, so OB Johannes Arnold beim Pressetermin im Rathaus zur Thematik Bäume im und gegen den Hitzestress.
Ein Baum speichert jährlich bis zu 3.500 Kilogramm Kohlenstoff und verdunstet bis zu 400 Liter Wasser am Tag. Deshalb. Im Stadtgebiet stehen rund 22.000 Bäume. Ihr Zustand wird erfasst, Baumverluste werden in einem Kataster dokumentiert und die Baumquartiere analysiert.
In den vergangenen sieben Jahren gingen etwa 300 Bäume verloren, rund 100 wurden nachgepflanzt. Dabei setzt die Gartenbauabteilung auf Qualität statt auf Quantität. Zukunftsbäume und eine größere Artenvielfalt sollen die Widerstandsfähigkeit erhöhen. Denn nicht jeder Baum eignet sich für jeden Standort. „Leitungen im Boden, verdichtete Flächen und eine intensive Nutzung erschweren zusätzlich die Pflanzung“, erläuterte die Gartenbauabteilungsleiterin Ingrid Lotterer. Ein Baum einschließlich dreijähriger Pflege kostet inzwischen fast 5.000 Euro.
Beispiele aus aktuellen Projekten
Auf dem Pausenhof der Schillerschule wurden 17 Bäume neu gepflanzt und 21 Bestandsbäume während des Schulneubaus geschützt. Für optimale Startbedingungen kamen das Stockholmer nebst dem Ettlinger Modell zum Einsatz, während beim einen Modell der Unterbau aus Albgestein geformt wurde für mehr Sauerstoff, sind es beim anderen Tröpfchenbewässerung, Wollvlies und Wurzelschutzgel.
Auch der alte Friedhof soll schrittweise saniert werden, dank auch einer Gönnerin. Von 77 Bäumen sind 50 vital, 24 müssen mittelfristig ersetzt werden. Für das kommende Jahr sind zunächst neun Neupflanzungen vorgesehen. An der Rastatter-/Ecke Sibyllastraße werden nach dem Abbau der Container als Interim Hochbeete mit Stauden und Sitzgelegenheiten entstehen. Dort stand früher ein bewachsener Pavillon und im Innern plätscherte ein Brunnen.
Auf dem Spielplatz in der Fère-Champenoise-Straße in Bruchhausen, eher einer Wüste ähnelnd, sollen Gehölze Schatten spenden, Regenwasser zurückhalten und den angrenzenden Grünzug stärken. Wenn wegen vorhandener Leitungen nur wenige Baumstandorte geeignet sind, kommen dort auch andere Vegetationsformen infrage, wie beispielsweise Sträucher.
An Hitzehotspots wie auf dem Marktplatz oder vor dem Schloss erschweren Leitungsdichte, Veranstaltungen und Rettungswege die Begrünung. Deshalb ist eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten erforderlich. Auf dem Schlossplatz werden die Zierkirschen schrittweise durch Kübelpflanzen ersetzt. Entscheidend ist stets: Der Start muss stimmen, damit Stadtbäume langfristig wachsen, eine starke Krone entwickeln und damit ihre Wirkung entfalten können.


