„Stockholmer Modell“ für gesunde Neupflanzungen

Eine Baggerschaufel schüttet Baumsbustrat in die künftige Baumgrube, davor steht ein Mitarbeiter, der das Substrat verteilen wird.

Wie ein Schichtkuchen wird die Baumgrube beim Stockholmer Modell aufgebaut, Albgeröll dann Sand und Substrat, dann wieder Albgeröll, damit der Baum den bestmöglichen Start hat und sich die Wurzeln gut entwickeln können. 

Mit einer Baggerschaufel wird das Albgeröll zu der künftigen Baumgrube gebracht.

Im Schatten spielen, toben, rennen und das auch im Hochsommer. Das ist im Pausenhof der Schillerschule keine Utopie, sondern Realität. Auch wenn für den Erweiterungsbau einige Bäume gefällt werden mußten, konnten 21 nicht nur erhalten werden, sie wurden so intensiv geschützt, dass sie kaum bis gar keine Schäden an den Wurzeln haben. Denn „keine Nachpflanzung kann die ökologische Leistung eines aufgewachsenen Bestandsbaums ersetzen“, hob Daniel Meinck vom Stadtbauamt beim vor Ort Termin im Schillerschulhof im Beisein von BM Dr. Heidecker und Stadtbauamtschef Daniel Schwab heraus beim vor Ort Termin im Schillerschulhof heraus. Dank der Schutzmaßnahmen, sprich Bewässerung, Einsatz von Schafvlies, mit dem die Wurzeln umhüllt werden, Saugbagger und Verwendung von besonderen Substraten ist der Stress für die Bäume minimal.

Ettlinger Modell

Dieses „Gesamtpaket“ - das Ettlinger Modell - ist bisher noch nicht in vergleichbarer Zusammensetzung durchgeführt worden, merkte Gartenbauabteilungsleiterin Ingrid Lotterer mit Blick auf die Baumsachverständige Tanja Sachs und den Landschaftsarchitekten von Stadtlandschaft Plus Clemens Appel an. Gerade Frau Sachs habe geholfen, die Platanen zu bewahren, die sogar gut vier Wochen nach der Behandlung wieder Wurzeln ausgetrieben haben, „das ist sensationell“, so Frau Sachs. Die Bestandsbäume wären ohne diese Behandlung wahrscheinlich gefällt worden.

Sie machte auch deutlich, wie wesentlich Bäume für Straßenzüge sind, gut drei Grad kühler ist es dort. Und fällt man einen großen Baum, bedarf es als Ersatz ganz vieler kleiner, um ein ähnliches klimatisches Ergebnis zu erhalten. Wichtige Grundlage für den Erhalt der Bestandsbäume ist eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit von Projektleiter über die Tiefbauer bis zu den Gartenbaufirmen, so wie bei der Schillerschulen-Baustelle. Denn die Wurzeln stellen genau so ein Wert dar wie eine Straße, denn sie liefern die für uns wichtige Transpirationskühle.

Stockholmer Modell

Noch ein anderes Modell stand im Fokus auf dem Hof der Schillerschule, das Stockholmer Modell, eine innovative Bauweise der Baumquartiere, entwickelt in der schwedischen Hauptstadt, wo es vielversprechende Ergebnisse gibt. Fast käme man in Versuchung von einer „Eierlegenden Wollmichsau“ zu schreiben. Denn der Konflikt zwischen Flächenbefestigung und lockerem Pflanzensubstrat wird hier optimal gelöst. Einzige Voraussetzung, es laufen im Bereich keine Leitungen.

Das Neue: es gibt eine Skelettstruktur aus großen Steinen, das im Boden befindliche Albgeröll wird hier wieder verbaut, um die Stabilität der Oberfläche zu sichern. Die Steine werden verdichtet, so dass Belastungen von oben einwirken können, ohne dass die dazwischen liegenden Wurzeln beschädigt werden. Die Zwischenräume werden mit einem Gemisch aus Pflanzenkohle, Sand und Kompost ausgefüllt für ein gutes Wachstum. Drainagen sorgen für Bodenluftaustausch.
Neu gepflanzt werden sollen 17 Bäume darunter viele Lindenarten, aber auch ein Urweltmammutbaum, eine Hopfenbuche und Kupfer-Felsenbirne, um einige Sorten zu nennen. 

Deutlich machten alle Beteiligten, nur durch das Zusammenwirken aller kann ein bestmöglicher Baumschutz erreicht werden