Neues Medizinisches Versorgungszentrum ab 2. Januar 2026 am Start

Eine Ärztin hält ein Stethoskop

Gewohnter Ort. Gleiches Team. Neuer Name: am 2. Januar 2026 öffnet das neue Medizinische Versorgungszentrum seine Türen. Es ersetzt die ärztliche Bereitschaftspraxis, die von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg zum 30. November geschlossen wird.
 
Doch wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere, in diesem Fall ist es sogar dieselbe. Denn der Gemeinderat hat zur Sicherung der ambulanten Versorgung in Randzeiten die Gründung einer städtischen Tochtergesellschaft beschlossen, und zwar am besagten „gewohnten Ort“ Am Stadtbahnhof 8, wo die Anlaufstelle auch bisher war.

„Seit zwei Wochen liegt die Zulassung für das künftige Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Ettlingen vor“, so Oberbürgermeister Johannes Arnold. Einige Hürden seien im Vorfeld zu bewältigen gewesen, nunmehr seinen alle formalen Voraussetzungen erledigt: Arbeitsverträge mit dem medizinischen Personal sowie der Mietvertrag für die Räumlichkeiten seien in trockenen Tüchern. Entsprechende Flyer mit den künftigen Öffnungszeiten liegen bereits aus.
Den Dezember mit abzudecken, war nicht möglich, weil der Antrag auf Zulassung sowie die Vertragsabschlüsse Zeit brauchten, so dass Personen, die außerhalb der Öffnungszeiten der Hausarztpraxen Hilfe in Anspruch nehmen müssen, zum Städtische Klinikum sollten.
 

Die Stadt nutzt den Dezember, um die Räumlichkeiten auf Vordermann zu bringen, es wird gestrichen, die Technik wird aktualisiert. Am 2. Januar 2026 öffnet dann das MVZ am bekannten Standort – mit klarem Auftrag: kurzfristige, wohnortnahe Hilfe außerhalb der üblichen Praxiszeiten. „Wir haben aus einer schwierigen Situation das Beste gemacht“, befand Oberbürgermeister Johannes Arnold; nun sei es an den Hilfesuchenden, ‚mit den Füßen‘ abzustimmen und das Vorhaben, das sicher zur Blaupause für andere Städte werden könnte, zum Erfolg zu führen. Zudem halte man sich die Option für eine herkömmliche Praxis offen, die ja ebenfalls dringend gebraucht werde. Denn es herrsche ja kein Ärztemangel, sondern ein Mangel an Bereitschaft, sich selbständig zu machen, aus vielen verschiedenen, durchaus verständlichen Gründen. 

Wichtig war sowohl dem OB als auch dem Geschäftsführergespann Sebastian Becker und seiner Stellvertreterin Verena Mückschel, dass das MVZ keine Konkurrenz zu den Hausarztpraxen sein wolle und sein werde. Denn lediglich die Randzeiten wochentags abends und samstags werden abgedeckt. „Sonn- und Feiertage mit aufzunehmen, war arbeitsrechtlich nicht möglich“, informierte Becker. Die medizinischen Fachangestellten wurden übernommen, ebenso der medizinische Leiter Özcan Aydemir. Von Seiten der Hausärzteschaft sei dem Projekt großes Interesse entgegengebracht worden, ergänzte Becker. „Wir setzen hier auf Kooperation statt Konkurrenz“, so Arnold. Sprich: akute Anliegen in den Randzeiten: MVZ; langfristige Betreuung: weiterhin in der Stammpraxis.

Öffnungszeiten ab 2. Januar
 
Mo, Di, Do: 18–21 Uhr
Mi, Fr: 16:30–21 Uhr
Sa: 10 –14 und 15–18 Uhr            
So & Feiertage: geschlossen
 
Adresse wie gehabt: Am Stadtbahnhof 6, 76275 Ettlingen