Kunstwerk über Ettlingens Lebensader

Wandgemälde mit Amphore und Schwarzwaldhügel

Aus einem häßlichen Entlein wurde in der Tat ein wunderschöner Schwan. Diese Metamorphose hat die Schneiderpassage durchgemacht, die jetzt schon, obwohl sie noch nicht ganz fertig saniert ist, zum Lustwandeln einlädt. Ein großformatiges Gemälde mit erfrischenden Blautönen zieht den Spaziergänger förmlich in den Durchgang. Vom Marktplatz kommend, ist es die Amphore, aus ihr fließt Wasser, und im Hintergrund zeichnen sich die Schwarzwaldhöhen ab. Diese Sequenz weckt die Neugierde und ist zugleich der Ausgangspunkt der Ettlinger Stadtgeschichte. Sie ist eng mit der Lebensader der Stadt: der Alb verbunden. Sie war es, dass sich hier Menschen niederließen, sie war es, dass die Stadt allmählich prosperierte, da die Wasserenergie die vielen Mühlen antrieb. Sie ist im wahrsten Wortsinn das blaue Band dieses breitbandformatigen Kunstwerkes, das entscheidend dazu beiträgt, die Passage einladend zu machen.

Ein Champagnerkelch nebst Korken und stilisierte Weintrauben

Nicht vergessend, die abgehängt helle Decke mit den neuen Lichtern und der gewellten Spiegelwand. Sie macht aus der einst dunklen, vermüllten und verschmuddelten Ecke, über die es hoch zum Stellfall ging, ein helles Rund. In dieser silberfarbenen gebogenen Wand spiegelt sich nicht nur das Kunstwerk, auch Passanten, die um die Ecke biegen.

OB und Vertreter der Stadt betrachten das Wandgemälde

René Sulzer, er hat zusammen mit Yannik Czolk dieses Werk geschaffen, freute sich über die Begeisterung von OB Arnold, Adriana Morell vom Amt für Hochbau und Gebäudemanagement, Matthias Berg Geschäftsführer des Büros bfr planung und design GmbH sowie der Leiterin des Amtes für Marketing und Kommunikation Sabine Süß und Citymanagerin Nicole Bär bei einem vor Ort Termin. Damit das Werk der beiden Künstler auch lange erhalten bleibt, gab es einen Antigraffitilack aus Epoxidharz, dadurch lassen sich Verunreinigungen leichter und schneller entfernen, ließ Sulzer wissen. Er erläuterte nochmal kurz das Konzept des Gemäldes mit seiner Zeitachse von der Römerzeit über das Mittelalter mit den Flößern, der Industrialisierung bis hin zu der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, stellvertretend ist hier die Freundschaft mit Epernay, wobei „wir das Champagnerglas auch als Symbol verstanden wissen wollen für das Feiern, für die Geselligkeit“. „Bei den Farben haben wir uns an die Umgebungsfarben angelehnt, Ocker und Orange sind hier die dominierenden Töne“. 

blick auf den zweiten Sanierungsteil

Die Zeitachse strahlt selbstredend bis in die Zukunft mit dem Apell, Verantwortung für das wichtigste Lebensmittel zutragen, nämlich für das Wasser. Mit Blick auf das Kunstwerk hob Arnold heraus. „Wir haben es hier mit einer zeitgemäßen Umsetzung unserer Stadtgeschichte zu tun, die freier und großzügiger gedacht ist, damit sie auch jeden erreicht.

Die Öffentlichkeit muss noch bis zum Frühjahr warten. Dann wird auch der zweite Bauabschnitt abgeschlossen sein und damit die Passage wieder eine echte Zierde. Doch bis dahin muss die Alb entlang der Mauer „trocken gelegt werden“, um die Mauerkrone abzubrechen und die Arbeiten für den künftigen Steg in Angriff zu nehmen. Der Kran ist nicht nur Materiallieferant, mit ihm werden auch die Big Packs aus der Alb herausgeholt, falls es Hochwassergeben soll.

Wir schaffen mit dem Steg im zweiten Bauabschnitt die Möglichkeit einen Abgang in die Tiefgarage unterzubringen nebst einer WC-Anlage, merkte Matthias Berg, Geschäftsführer des Büros bfr planung und design GmbH an. Der Raum Hinter den Bögen erlaubt diese Lösung. Er verwies auch auf die verkleidete Wand durch spitzherauskragende Lamellen, die dennoch den Charakter einer planen Wand erzeugen. Durch den Abbruch der Sockel von den Wandbögen erhält der Durchgang eine wohltuende Helligkeit und es sind Durch- und Einblicke möglich. 

Wir haben für diesen ersten Teil haben wir eine Fördersumme von 208 000 Euro aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte“ erhalten, so Nicole Bär, sprich 75 Prozent von den Kosten. Da das Programm Ende November endet, „war es uns wichtig, dass dieser erste Teil abgeschlossen werden konnte“, merkte Bär an und Süß hob heraus, „wir werden via QR-Codes für Infos und die geschichtlichen Hintergründe des Kunstwerks von Sulzer und Czolk sorgen“.