Zeichen gesetzt: Solarziegel auf alter Villa

eine Villa aus den 20er Jahren frisch saniert mit den Solarziegeln

Gelungen ist die Verbindung von Denkmalschutz und Ökologie bei der alten Villa in der Baptist-Göring-Straße, ein Pilotprojekt der Stadtbau GmbH. Denn dort wurden erstmals Solarziegel verbaut, die überhaupt nicht ins Auge springen, im Gegenteil, man wähnt es seien Schieferziegel, die ursprünglich auf dem Dach waren. 

Die Solarziegel , eine grauschwarze längliche Platte

Man sieht es nicht und doch liefern sie täglich Energie: die Solarziegel auf einem Haus aus dem Jahr 1913 in der Baptist-Göring-Straße. Dieses Pilotprojekt der Stadtbau Ettlingen GmbH ist eine gelungene Verbindung von Denkmalschutz und nachhaltiger Sanierung. Von außen fallen diese Solarziegel kaum auf, erinnern jedoch an die originalen Schieferziegel und lassen das Gebäude somit wieder in seinem ursprünglichen Aussehen erstrahlen.

Photovoltaikanlagen sind bei Dachsanierungen prinzipiell verpflichtend. Solarziegel haben diese integriert und können im Vergleich zu klassischen PV-Anlagen unauffälliger sowie großflächiger auf dem Dach angebracht werden. Technisch funktionieren beide jedoch gleich, wodurch Solardachziegel somit eine interessante Alternative zu größeren PV-Modulen bieten.
 

Die Mehrkosten für Solarziegel im Vergleich zu klassischen PV-Anlagen sind in den letzten Jahren außerdem gesunken“, ließ Stadtbau-Geschäftsführer Steffen Neumeister bei einem vor Ort Termin mit BM Dr. Moritz Heidecker, dem Projektleiter Philipp Au sowie den Stadtwerke-Mitarbeitern Lukas Kieweg und Florian Oebel. Deshalb ist diese Ziegelart auch für uns interessant geworden.

Für das sanierte Gebäude am Horbachpark wurden circa 700 solcher Solarziegel verbaut, merkte Neumeister an. Sie entsprechen in Gewicht und Größe etwa herkömmlichen Ziegeln, erläuterte Au. Für das gesamte Gebäude reicht dabei eine Leistung von neun Kilowatt Peak aus, wobei ein einzelner Ziegel etwa zehn Watt Strom erzeugen kann, das reicht, um eine LED-Lampe leuchten zu lassen.

Ziel der Stadtbau war es, das Gebäude unter energetischen Gesichtspunkten zu sanieren. Bereits 2022 wurden erste Bestandaufnahmen vorgenommen, die ergaben massive Feuchtigkeitsschäden im Sandstein.

Von April 2024 bis Oktober 2025 wurde das Gebäude zunächst trockengelegt, neu gedämmt, die Fassade erneuert sowie die Dachgauben wieder in ihr ursprüngliches Erscheinungsbild versetzt. Auch der Dachstuhl wurde so ausgebaut, dass es jetzt drei Wohnungen in diesem Haus gibt. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf knapp 360.000 Euro.

Mit diesem Pilotprojekt will die Stadtbau nun wertvolle Erfahrungen für den zukünftigen Einsatz von Solarziegeln sammeln, insbesondere bei historischen Gebäuden, unterstrich BM Heidecker. „Gleichzeitig wollen wir auch Impulse setzen für private Bauherren, Solarziegel bei anstehenden Dachsanierungen als Alternative in Betracht zu ziehen“.