Baustelle Kindergarten/Vereinsheim Schluttenbach lahmgelegt: Großer Wasserschaden sorgt für Zeitverzug und hohe Kosten
Ein enormer Wasserschaden hat die Baustelle Kindergarten/Vereinsgebäude Schluttenbach komplett lahmgelegt und um viele Monate zurückgeworfen.
Was war passiert? Am Montagmorgen hatte ein Handwerker entdeckt, dass offenbar das gesamte Wochenende über aus der Wasserhauptzuleitung tausende von Litern in das Gebäude gelaufen waren. Das Wasser suchte sich seinen Weg über ein Leerrohr in den Technikraum, wo die Wärmepumpe und mehrere der Batterien unter Wasser standen und floss weiter bis ins Untergeschoss. Das Erdgeschoss blieb verschont.
Mittlerweile wurde auf Anordnung von Oberbürgermeister Johannes Arnold der Gemeinderat informiert, das Amt für Bildung, Jugend, Familie und Senioren hat sich mit den Eltern der betroffenen Kinder in Verbindung gesetzt. Eine Taskforce aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Ämter -federführend ist das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft (AHG)-, und der BGV-Versicherung, aus Planern und Fachfirmen wurde gebildet, um den Schaden zu begutachten und das weitere Vorgehen zu besprechen.
Im Unter- bzw. Talgeschoss, wo Kindergartenräume und Turnhalle fast fertiggestellt waren, sorgten die mehreren tausend Liter Wasser für verheerende Zustände. Architekt Udo Lindenfelser, er ist der Planer des umfassenden Umbaus des Gebäudes, sah sich den Schaden gemeinsam mit Vertretern der Versicherung und Sachverständigen der Stadt an. Es geht zum einen nun darum, die Ursache für den Wasserschaden zu benennen, eine erste Grobberechnung zu beziffern und den Zeitplan für die Behebung zu erstellen. Aktuell sind die rund 20 Kinder des städtischen Kindergartens ausgelagert, die Gruppe belegt den Veranstaltungssaal des Dorfgemeinschaftshauses in Schluttenbach.
Die aktuelle Einschätzung des Schadens geht davon aus, dass die Böden im Untergeschoss einschließlich des Estrichs und der Fußbodenheizung sowohl im Kindergartenbereich als auch in der Turnhalle komplett ersetzt werden müssen. Auch in der Dämmung der Prallwände in der Halle und in den Trockenbauwänden in den Räumen der Kinder stieg das Wasser hoch, sie müssen größtenteils abgebrochen und neu aufgebaut werden. Türzargen und Türen sind zu ersetzen. Glück im Unglück: die neuen Einbaumöbel im Kindergarten sind noch in Ordnung, sie müssen lediglich demontiert und für die Dauer der Schadensbehebung ausgelagert werden.
Inwieweit die vom Wasserstrahl benetzte Wärmepumpe nebst zugehöriger Technik noch zu retten ist, muss sich erst zeigen; jedenfalls sind sechs der zehn Batterien unbrauchbar.
In einem ersten Schritt wird man nun alle nassen, aufgequollenen Böden ausbauen, die Trockenbauwände öffnen, die Türen und die Zargen entfernen… Danach wird mit Trocknungsgeräten die Feuchtigkeit beseitigt, dies soll bis etwa zum Jahresende erledigt sein.
Bis alles wieder in den aktuellen Zustand versetzt ist, werden, sofern nicht noch irgendwelche bislang nicht erkannte Schäden zutage treten, Monate vergehen. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass der eigentlich für April geplante Rück-Umzug der Kindergartenkinder erst im Herbst nächsten Jahres möglich sein wird. „Ziel muss es sein, die Feuchtigkeit komplett aus dem Gebäude zu nehmen, um jegliche Folgeschäden zu vermeiden“, dies sei das Hauptanliegen, so Jürgen Rother vom AHG.
Eine vorläufige grobe Schätzung des Versicherungsschadens geht von einem finanziellen Schaden zwischen 500.000 und einer Million Euro aus; weitere Kosten kommen für die Auslagerung von Möbeln und Material hinzu. Im Grunde, so die Fachleute, lasse sich der Schaden noch gar nicht genau abschätzen.
Eine Ausweitung der Aufenthaltsdauer der Kinder im Dorfgemeinschaftshaus werde sich wohl bewerkstelligen lassen, informierte Bildungsamtsleiter Sebastian Becker. Gespräche zur notwendigen Verlängerung der der befristeten Betriebserlaubnis laufen diesbezüglich ebenso wie Gespräch mit den Eltern der zu betreuenden Kinder. Um die etwas schwierige Akustik im Raum der Kinder für die verlängerte Bleibezeit zu verbessern, werde man für entsprechenden Schallschutz sorgen.
