Drei Tage Urlaub feiern mit allen

Musikverein bei der Eröffnung mit Blick auf den Marktplatz

Es war wieder eine runde und gelungene Geschichte, das 44. Marktfest mit dem Kunsthandwerkermarkt und der Europäischen Meile. Wie sagte doch OB Arnold beim Fassanstich, das Marktfest ist drei Tage Urlaub feiern mit allen. 

Empfang für Partnerstädte

Sie kommen aus Ost und West und aus dem Süden, um mit ihren Spezereien die Europäische in eine kulinarische Meile zu verwandeln. Wie es sich für gute Gastgeber geziemt, gab es für die Freunde aus Epernay, Middelkerke, Clevedon, Löbau und Menfi einen Empfang, der auch und gerade zum Austausch einlädt, oft die Geburtsstunde neuer Projekte. Und während im Rohrersaal im Schloss OB Johannes Arnold die europäischen Freunde begrüßte, wurde draußen an den Ständen auf den Plätzen und Gassen noch letzte Hand angelegt, damit alles rund läuft. Was es auch tat, dank der Unterstützung von oben, Petrus ließ die Schleusen zu.

Fassanstich

Dann ließ man die Freundschaft und Europa hochleben, bevor die Freunde die Ärmel hochkrempelten, um den Rotwein und den Champagner, den Pimms und das Porter oder das Jus de Mer fließen zu lassen. Schnell bildeten sich Schlangen an den Ständen im Schlosshof, aber auch auf dem Marktplatz warteten viele Gäste auf den Fassanstich, den im übrigen Menfis Bürgermeister Vito Clemente machte, seine Premiere. Mit drei beherzten Schlägen und der Gerstensaft aus dem von Hoepfner gestifteten Fass floss. Zuvor hat beim Empfang Arnold gegenüber den europäischen Freunden deutlich gemacht, er freue sich, dass es neue Verbindungen zwischen Vereinen gibt, dass wir dieses Jahr das 55-Jährige mit Middelkerke feiern konnten, dass es einen regen Schüler-Austausch mit Clevedon gebe. Mit Blick auf die englische Delegation unterstrich der OB, für uns gehört Ihr zur europäischen Familie. Gerade in Zeiten nationalistischer Tendenzen ist es wichtiger denn je, „das ‚Wir‘ zu betonen, das hat uns 70 Jahre lang stark gemacht. Jeder hat dazu beigetragen.

Stände von Kunsthandwerkern mit unterschiedlichen Besen und Keramiken im Schlosshof

Sophie Herscher-Bousseau, Epernays Bürgermeisterin-Stellvertreterin hob heraus, „unsere „Städtepartnerschaft ist weit mehr als nur eine institutionelle Verbindung. Sie steht für eine Freundschaft, die 2028 das 75-jährige Jubiläum feiert. In eine Zeit, in der es mehr denn je notwendig ist, das gegenseitige Verständnis zwischen den Völkern zu fördern, ist unsere Partnerschaft ein schönes Beispiel für europäische Zusammenarbeit und Freundschaft. Erstmals in Ettlingen freut sich Vito Clemente Ettlingen zu besuchen. Er erinnerte an die Innycon, die am 2. bis 3. Oktober wieder in Menfi stattfindet. Zu ihr wird eine Ettlinger Delegation reisen. Uns verbindet sehr viel, auch wenn wir aus verschiedenen Ländern kommen, verschiedene Sprachen sprechen und eigene Traditionen haben, brachte es Frank Ureel Partnerschaftsvorsitzender aus Middelkerke auf den Punkt. Auch Danie Luke betonte die Wichtigkeit der Partnerschaft mit den vielen Freundschaften, besonders dass die junge Generation dabei sei. Und Anita Strauch von den Eisernen aus Löbau sorgte für ein Schmunzeln, „wir hatten einst bei unserem Stafettenlauf ein Fass Porter dabei, heute kommen wir mit einem ganzen Bierwagen“. Die europäische Meile zeige, wie man Europa lebt und feiert“, so der OB, der beim Fassanstich deutlich machte, das Marktfest ist wie Urlaub mit allen drei Tage lang feiern“. Er dankte ganz besonders den Vereinen für ihren Einsatz, die Standdienste zu stemmen. Allen, die bruddeln, früher war mehr, sei gesagt, seid froh, dass es noch welche gibt, die mitmachen. In seinen Dank schloss er die Polizei, das DRK, das Kulturamt sowie die Sponsoren Hoepfner, Volksbank und Sparkasse ein. 

Musiker auf der Ehrenamtsmeile

Der Sonntag begann mit dem ökumenischen Gottesdienst vor dem Rathaus unter dem Thema „Miteinander heisst auch Füreinander“; dabei ging es um das ‚neue Wir, das Freiheit nicht nur für sich alleine beansprucht, sondern sie auch anderen zugesteht“. Wichtig und richtig für das ganze Land und auch für Ettlingen.

Abendstimmung auf der Europäischen Meile mit einer Band und bunter Illumination.

Und all jene, die nicht die manpower für drei Tage Marktfest haben, sie präsentierten sich am Sonntag auf der Meile des Ehrenamts in der Leopoldstraße. Oberbürgermeister Arnold machte es sichtlich Freude, die Meile zusammen mit seiner Frau Carola am Sonntagmorgen abzulaufen und an den Ständen mit den Ehrenamtlichen ein paar nette Worte zu wechseln. Als Scharnier zwischen den Vereinen auf Marktplatz, Erwin-Vetter-Platz und auf der Marktstraße und denjenigen, die sich im Stadtgarten etabliert haben, war die Leopoldstraße am Sonntag gut belebt und so konnten die auf der Ehrenamtsmeile vertretenen Einrichtungen und Vereine ihre Anliegen bestens an die Besucherinnen und Besucher vermitteln. Ob Kaffeehäusle, Omas (und Opas) for Future, Katzenfreunde, BEQUA, Diakonisches Werk oder Alpenverein, an allen Ständen begrüßten freundliche Gesichter die Passantinnen und Passanten. Auch für die Kids gabs Spannendes, Glücksraddrehen oder Entenfischen. 

Überhaupt war wieder für die ‚Kurzen‘ allerhand geboten mit Basteln, Kinderschminken oder Puppentheater, nicht zu vergessen Leos magische Zaubershows an verschiedenen Orten in der Innenstadt. Und die Älteren kamen bei den vielen Bands und Orchestern jeglicher Couleur ganz sicher auf ihre Kosten. 

Am Samstag und Sonntag lockte zudem der große Kunsthandwerkermarkt in die Schlossgartenhalle und rund ums Schloss. Zahlreiche Stände waren mit einem bunten Angebot vertreten, ob kunstvolle Keramik oder eine breit gefächerte Palette an Schmuckkreationen, gehäkelte Früchte für den Kinderkaufladen, modische Hüte oder upgecycelte alte Fensterrahmen: so manche Tüte wanderte über den Präsentationstisch, bevor es zur Mittagszeit galt, sich zu entscheiden: Pulled Pork Burger oder doch lieber Maultaschen? Aperölchen oder erfrischendes Radler?

Am Ende gabs fast durch die Bank zufriedene Gesichter bei den Standbetreibern, auch wenn es für die Vereine immer aufwändiger wird, die notwendige Manpower bereitzustellen für Auf- und Abbau und den Festbetrieb selbst.