Ein gelungenes Gesamtkunstwerk – Neues Blindentastmodell macht die Stadt ertastbar

OB Arnold und Rotary-Club Karlsruhe-Albtal stehen am Blindentastmodell

Ab sofort kann das Ettlinger Zentrum ertastet werden. Der Rotary-Club Karlsruhe-Albtal hat der Stadt ein Blindentastmodell aus Bronze gespendet. Bei der offiziellen Einweihung am Montag hieß Präsident Dr. Malte Pietzsch alle Anwesenden herzlich willkommen. Der Club sei froh, dass sie das Projekt jetzt nach über drei Jahren realisieren und etwas Sichtbares zurückgeben konnten, so Pietzsch.

Die Idee sei 2023 vom damaligen Club-Präsidenten Prof. Bernd-Dieter Gonska gekommen, erinnert sich Oberbürgermeister Johannes Arnold. Und seitdem er das erste Mal davon gehört habe, sehe er inzwischen in vielen Städten Modelle dieser Art, besonders eindrucksvoll etwa in Erfurt.

Das Blindentastmodell soll Sehenden und nicht Sehenden gleichermaßen ermöglichen, die Stadt zu erleben. Der Künstler Egbert Broerken fertigt bereits seit Jahrzehnten bronzene Stadtmodelle und arbeitete bei deren Erstellung bereits unter anderem mit Blindenschulen zusammen. Der Sockel des Modells stammt von Kern Steinmetzfachbetrieb aus Ettlingen.

Neben den ‚begreifbaren‘ Häusern und besonderen städtischen Merkmalen in einem Maßstab von 1:500 kann die Bezeichnung der Plätze und Straßen ebenfalls in Brailleschrift gelesen werden. „Man sieht die dichte Bebauung, den quadratischen Grundriss und auch die Abwechslung in der Stadt“, freut sich der OB. Somit bekomme man auch als Sehender ein anderes Gefühl für Ettlingen.

Im Club sei diskutiert worden, was ins Modell komme und was nicht. Doch es sei klar gewesen, man müsse es überschaubar halten, weshalb das Modell sich auf das Zentrum Ettlingens beschränkt.
Der Rotary-Club Karlsruhe-Albtal unterstützt im Wechsel unterschiedliche Projekte, mit einem Betrag von etwa 35.000 Euro sei dieses jedoch bisher eines der größten gewesen.

Es sei ein inklusives Projekt, aber auch noch vielmehr, hält Arnold fest. Deshalb dankte er dem Rotary-Club Karlsruhe-Albtal für seine großzügige Spende des Bronzemodells. Sie würden damit nachhaltig etwas hinterlassen. Von der Stadt wurde hingegen der Sockel aus rotem Buntsandstein für knapp 15.000 Euro gespendet, der geologisch typisch für die Region ist.

Sein Hauptanliegen sei es gewesen, den richtigen Standort für das Modell zu finden, so Arnold; schließlich müssen im Zentrum beispielsweise Liefer- und Feuerwehrzufahrten bedacht werden. Ein guter Standort mit Nähe zum Stadtbahnhof wurde schließlich in der Leopoldstraße, direkt am Übergang zur Grabengasse, gefunden.

„Es ist ein gelungenes Gesamtkunstwerk geworden“, schloss OB Arnold. Auch wenn es mehrmals Korrektur- und Anpassungsbedarf gab, freue er sich jetzt über das Ergebnis.