Erste Info-Messe rund um selbstbestimmtes Leben in Ettlingen: Aspekte des Älterwerdens im Fokus

An einem Stehtisch steht ein Mann, der mit einem kleinen Roboter, der ein Strickmützchen trägt, spricht. Im Hintergrund erläutert ein weiterer Mann ein Hilfsmittel

„Ein besonderes Anliegen hab ich nicht, ich möchte mich einfach umschauen“, sagte eine Besucherin und steuerte den nächsten Stand in der Schlossgartenhalle an. Schon vor der offiziellen Eröffnung der ersten Ettlinger Info-Messe am 25. März rund um vielfältige Aspekte des Älterwerdens und eines selbstbestimmten Lebens hatten zahlreiche Interessierte den Weg in die Schlossgartenhalle gefunden und kamen rasch mit den Ausstellern ins Gespräch. An 25 Ständen gab es viel zu entdecken, die Bandbreite reichte von der Computerspielschule mit Bewegungsspielangeboten über die Wohnraumberatung Paritätische Sozialdienste Karlsruhe bis zu den Damen und Herren der Quartiersarbeit mit der Kartenspielgruppe oder den Strickerinnen.

„Gut versorgt Zuhause“ lautete der Titel der Messe; federführend für die Organisation war das Amt für Bildung, Jugend, Familie und Senioren in Person von Luisa Adamszeski und ihrem Team; sie ist im Amt die Seniorenbeauftragte. ‚Selbst.Ständig.Leben in Ettlingen‘: Oberbürgermeister Johannes Arnold griff in seiner Begrüßung das Motto der Messe auf und berichtete Persönliches. Auch in seiner Familie rücke das Thema Hilfe mehr in den Fokus, „die Überlegungen reichen dabei vom Hausnotruf bis zur Beseitigung von Stolperfallen“, berichtete der OB.

Schon lange sei in den Familien ein Wandel vor sich gegangen, weg von der Großfamilie hin zu vielfältigen Lebensentwürfen. Was bleibe, sei der Wunsch Älterer oder bewegungseingeschränkter Personen, im vertrauten Wohnumfeld bleiben zu können. Das werfe Fragen auf, bei den Betroffenen, den Angehörigen. Viele Antworten finde man an den Infoständen auf der Messe.
Entstanden sei bei ihm Idee zu diesem neuen Format 2024 bei der Sozialkonferenz im Begegnungszentrum, so Arnold weiter. Denn Ettlingen wolle nicht nur eine Stadt zum Leben und Arbeiten, zum Einkaufen und Genießen sein, sondern auch eine soziale Stadt mit Blick auf Ältere
oder Bedürftige und ihre speziellen Ansprüche. Er dankte allen Beteiligten, allen voran Luisa Adamzseski, den Ausstellerinnen und Ausstellern und den beiden Referenten der Impulsvorträge, Thomas Heine vom Landeskompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege sowie Anja Englisch; die stellvertretende Bildungsamtsleiterin referierte zum Thema „Einsamkeit – ein unterschätztes gesellschaftliches Thema“.
 

Von 11 bis 19 Uhr informierten sich über 500 Interessierte an den Ständen, ließen sich praktische Hilfsmittel zeigen wie den kleinen Roboter Navel, der bei der Strukturierung des Alltags helfen kann oder daran erinnert, Medikamente einzunehmen, lernten die digitale Nachbarschaftshilfe über die Chayns-App kennen oder die vielfältigen Sensorik-Hilfsmittel wie funkgesteuerte Steckdosen, die Markus Link, bei den Stadtwerken Ettlingen für Sensorik und Fernmeldetechnik zuständig, vorstellte.

Überhaupt stand das Thema Digitalisierung vielfach im Mittelpunkt bei den einzelnen Anbietern. Die Technologie, die laut Thomas Heine seit Corona enormen Schub erfahren hat, kann für die Pflege, aber auch altersunabhängig für den Komfort und die Sicherheit im eigenen Heim viel leisten, dies machte er in seinem Vortrag deutlich. Als Beispiele nannte er in seinem Impulsreferat die automatische Herdabschaltung, das Trinkmanagement oder die Sturzerkennung.

Ergänzt wurde die Infomesse durch die mobile Musterausstellung der Kommunalen Pflegekonferenz des Landkreises Karlsruhe, die anschließend einige Tage lang im Begegnungszentrum zu sehen war. Sie bot Anregungen für die altersgerechte Gestaltung von Wohnungen mit der Möglichkeit, alle denkbaren Hilfsmittel einfach einmal auszuprobieren. Beispielsweise die Gehhilfe, die auf Knopfdruck Füßchen ausfährt und abgestellt werden kann, wenn man die zweite Hand braucht.