44+20+3000= Martin Knaus
Was als Addition in der Überschrift steht, sind die „Teile“ eines Lebens, stets im Einsatz für den Nächsten. Denn 44 Jahre war Martin Knaus bei der Feuerwehr, 20 Jahre war er Kommandant der Gesamtwehr und in seiner Zeit als Hauptamtlicher hat er über 3 000 Einsätze bewältigen müssen.
Doch all die Zahlen greifen kurz. In seiner Amtszeit hat er mit einige Weichen gestellt, die größte war der Neubau und damit der Umzug von der Pforzheimer- in die Hertzstraße, die Vorbereitung für das Feuerwehrhaus Berg der Abteilungen Schluttenbach, Schöllbronn und Spessart, der Aufbau eines Sirenennetzes für Ettlingen sowie die komplette Erneuerung des Fuhrparks. Das sind seine beruflichen Meilensteine, so Oberbürgermeister Johannes Arnold in seiner Laudatio. Ihn zeichne aus, dass er früh Verantwortung in der Feuerwehr übernommen habe. Nach seiner Ausbildung zum Bauzeichner bei der Stadt Ettlingen und einem FH-Studium zum geprüften Techniker wechselte er zum Landratsamt, um später wieder nach Ettlingen zurückzukehren ins Bauordnungsamt. Arnold verhehlte seinen Respekt vor der Leistung des Menschen Knaus nicht, der schwierige Einsätze mit den Kameraden und Kameradinnen meisterte, der immer dienstbereit gewesen sei. Arnold erinnerte an den 14-tägigen Einsatz in der Spinnerei. Er war an der Schnittstelle zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, kein leichtes Amt.
Man habe sich auf ihn verlassen können, er war kollegial, und er verlor die Jugend nicht aus den Augen. Umso mehr habe es ihn gefreut, so der OB, dass 2025 das Kreiszeltlager in Ettlingen stattgefunden hat, ein Kraftakt für alle Beteiligten und zugleich eine große Auszeichnung für Knaus und die Ettlinger Wehr. Viele Facetten zeichnen Knaus aus, auch jene, dass er Europa lebt durch langjährige Freundschaften mit Feuerwehrangehörigen aus Epernay, Middelkerker und Clevedon, in Gatschina engagierte er sich für soziale Projekte. Er wird nur aus seinem Amt verabschiedet, der Wehr bleibt er treu, dann in der Altersmannschaft.
Kreisbrandmeister Jürgen Bordt hob heraus, dass es ein gewaltiges Aufgabengebiet sei. Er trat in turbulenten Zeiten in der Wehr sein Amt an. Ihn zeichnen seine Erfahrungen und sein strategisches Denken aus. Für ihn sei Martin Knaus eine imposante Erscheinung gewesen, hob sein Nachfolger Luca Arsic heraus. Drei Punkte seien entscheidend, neben dem Gestaltungsfreiraum und dem Vertrauen in die Wehr ist der zweite wichtige Punkt, „bleib Teil deiner Mannschaft und das essentiellste, nutze die Chance, wenn es Kuchen gibt“. Ein offenes Geheimnis: die Kuchenvorliebe von Knaus, die er auch bei seiner Verabschiedung mit strahlenden Augen ausleben durfte. „Dieser Moment brachte immer Ruhe“ merkte Knaus an. Als „einen Feuerwehrmann durch und durch, als Eckpfeiler“ bezeichnete ihn Eckhard Helms vom Kreisfeuerwehrverband, und Kreisjugendfeuerwehrwart Jan Becker hob seine strategische Klarheit heraus und die sehr gute Zusammenarbeit gerade auch beim Zeltlager. Markus Fritsch, Vorstand des Landesfeuerwehrverbands, erinnerte an das offene Ohr für die deutsch-französische Freundschaft.
Gerührt zeigte sich Knaus ob der großen Wertschätzung. Er habe seine Arbeit geliebt, für die Sicherheit in der Stadt sorgen zu können. „Es war eine schöne Zeit“, geprägt von guter Zusammenarbeit auch mit dem Gemeinderat, der vom Budget stets wenig gestrichen habe. Wichtig ist ihm, dass die Wehr weiterhin die Freundschaft zu den Partnerstädten pflegt, um Willy Brandt zu zitieren „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“. Man müsse auf den Nächsten zugehen, so wie es Martin Knaus vorlebt.
