"Natur nah dran"-Flächen - Nahrungsquelle für die ersten Wildbienen

Ein 'Tuff' Schneeglöckchen auf ansonsten noch kahler, brauner Erde.

Wald und Stadtbäume sind noch kahl, doch an vielen Stellen zeigen sich die ersten Farbtupfer, besonders auf den Böden der „Natur nah dran“-Flächen. Die frühen Blühpflanzen läuten den Frühling ein, sie sind nicht nur schön anzusehen sondern auch überlebenswichtig für die ersten Insekten des Jahres, die ab Mitte Februar Nektar und Pollen suchen.
Hummelköniginnen zählen zu den auffälligsten Frühstarterinnen. Deutlich größer als ihre später schlüpfenden Arbeiterinnen sind die Königinnen schon früh im Jahr auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen. Nach dem Winter benötigen sie dringend Energie, um genügend Kraft für die Gründung eines neuen Volkes zu sammeln. Doch auch Mauerbienen und andere Wildbienenarten sind zeitig im Jahr aktiv.

Damit Frühblüher zum Nahrungsangebot der Insekten beitragen, dürfen sie nicht zu stark züchterisch verändert sein. Gefüllte Blüten oder eine unnatürliche Farbgebung führen dazu, dass Blütenbesucher nicht an die begehrten Pollen gelangen oder die Blüte gar nicht erst als potenzielle Nahrungsquelle erkennen.

Im Rahmen des NABU-Projekts „Natur nah dran“ hat die Stadt Ettlingen an vier Standorten Flächen mit früh blühenden Pflanzen angelegt, so dass im Horbachpark und an der Bushaltestelle Huttenkreuzkreisel bereits die ersten Nahrungsquellen zur Verfügung standen. Bei den Flächen Wasendreieck und Adenaueranlage werden die Zwiebeln im kommenden Herbst gesetzt, so dass hier ab nächstem Frühjahr weitere insektenfreundliche Blumen im Stadtbereich blühen.

Damit sich die Frühblüher und deren Aussaat möglichst ungestört entwickeln können, wurde die Fläche im Horbachpark mit einem Bauzaun abgesperrt, der, sobald sich die neuen Pflanzen entwickeln haben, durch eine natürliche Barriere aus dicken Pappelstämmen ersetzt wird.

Wichtige Arten für Wildbienen und Co.: 
Auf den „Natur nah dran“-Flächen blühen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis, Foto): deren Blüten sind so konstruiert, dass sie auch bei kühlem Wetter Nektar und Pollen geschützt anbieten.
Winterlinge (Eranthis hyemalis): sie gehören zu den allerersten Blühpflanzen. Ihre schalenförmigen gelben Blüten sind gut zugänglich. 
Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia): bringt blaue Farbe in die Naturlandschaft. Seine nektarreichen Blüten werden besonders gerne von der Gehörnten Mauerbiene und der Gewöhnlichen Schmalbiene besucht.
Honigbienen z.B. können Farben sehen, z.B. die Grundfarben Gelb und Blau sowie Ultraviolett; zudem orientieren sich Bienen am  Duft von Blüten.

Ettlingens Frühblüherflächen wurde 2025 über das Projekt „Natur nah dran“ gefördert, neben der finanziellen Unterstützung gibt es auch Schulungen für kommunale Mitarbeiter/-innen. Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land Baden-Württemberg wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Bis 2027 sind jährlich 15 Städte und Gemeinden mit dabei. Der Effekt ist beachtlich: seit 2016 haben 121 Kommunen bereits über 290.000 Quadratmeter naturnah umgewandelt.
Weitere Infos: www.Naturnahdran.de
 

Frühblüher sind auch eine ökologische Bereicherung für den Privatgarten. Wer die Artenvielfalt unterstützen möchte, kann sich in der achtteiligen NABU-Webinar-Reihe „Ein Jahr im Naturgarten“ informieren. Der Einstieg ist zu jedem Termin möglich. Kostenfreie Anmeldung unter www.MenschNatur.org/webinar
Weitere Auskünfte erteilt das Stadtbauamt, Tel. 0 72 43/1 01 – 5 68 oder stadtbauamt@ettlingen.de.