Feuerlöschbrunnen-Bohrung bei Bruchhausen: Vorsorge und Sicherheit dank moderner Technik

Der Seilzugbagger senkt den Bohrkopf in das Vortriebsrohr, im Hintergrund ein LKW

Spannendes tut sich derzeit in der Durmersheimer Straße bei Bruchhausen jenseits der Autobahn im Bereich der Aussiedlerhöfe. Dort baut die Firma HS Hettmannsperger, Karlsruhe, für die Stadt einen Ersatzbrunnen zur Löschwasserförderung.
„Der 60 Jahre alte Brunnen, der bislang das Löschwasser unter anderem für die Höfe lieferte, hat die notwendige Kapazität nicht mehr und ist inzwischen auch verschlammt“, erläuterten Moritz Rath und Nadine Gill vom Büro GHJ Ingenieure Karlsruhe, für Planung und Bauüberwachung zuständig.
 

Stadtbauamtsleiter Daniel Schwab und Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker erinnerten an den Wiesenflächenbrand von vor einigen Jahren mit enormer Hitzeentwicklung und der Gefahr, dass die Flammen auf den Wald übergriffen. „Die Feuerwehr konnte den Brand damals mit Unterstützung durch die Rheinstettener Wehr löschen, aber es wurde klar, dass solche Brände sich häufen könnten“, so der Bürgermeister. „Die nächste Entnahmestelle ist in Bruchhausen, eine Schlauchleitung von dort zu legen, dauert mindestens 40 Minuten“, bekräftigte Feuerwehrkommandant Luca Arsic; zu viel Zeit für einen sich schnell ausbreitenden Vegetationsbrand. Der neue Brunnen dient somit der Vorsorge und der Sicherheit der Aussiedlerhöfe und der Bruchhausener Bevölkerung. „Wir sind froh, dass der Brunnen nun kommt“, unterstrich Ortsvorsteherhin Selina Seutemann im Namen des Ortschaftsrats.
 

Der neue Brunnen entsteht auf stadteigenem Gelände, während der alte auf einer privaten Wiese liegt. „Mit dem Pächter des Bereichs, dem Reiterhof Speck, haben wir uns abgestimmt“, berichtete Daniel Schwab. Wenn die neue Löschwasserentnahmestelle fertig ist, wird für die Feuerwehrfahrzeuge der Zaun versetzt und ein Bereich geschottert, damit der Brunnen im Bedarfsfall gut zugänglich ist. Zudem wird der Brunnen in Doppelfunktion als Schöpfstelle für die Grünanlagen Bruchhausen dienen.

Aktuell ist die Spezialfirma dabei, die Vortriebrohre bis auf 21 Meter in die Tiefe zu bringen. Dies geschieht mit Hilfe eines Bohrkopfs an einem Seilbagger. „Die Rohre dringen zunächst durch ihr Gewicht und die Schwerkraft in den Boden ein“, erklärte Frederic Dammert, bei Hettmannsperger für die Baustelle verantwortlich. Später sorgen   Rotation und gegebenenfalls Beschwerung dafür, dass die gewünschte Bohrtiefe erreicht wird. Dazu lässt der Seilbagger, der speziell für solche Maßnahmen konstruiert ist, den Bohrkopf im Rohr fallen und ‚schafft‘ sich so immer tiefer, während das Rohr ‚nachrutscht‘. Die Mitarbeiter der Firma kontrollieren dabei laufend, dass die Rohre im Lot sind.
 

Den Planern zufolge hatten Probebohrungen im Herbst erwiesen, dass eine Bohrtiefe von 21 Metern ideal ist, um die notwendige Fördermenge an Grundwasser zu garantieren. Spezialrohre, sogenannte Wickeldrahtrohre aus Edelstahl, Durchmesser 40 Zentimeter, werden im Bereich der wasserführenden Schichten eingesetzt. Durch den umgebenden Filterkies dringt das Wasser ein und wird im oberen Bereich über PVC-Rohre an die Oberfläche befördert.
„In zwei Wochen wird der Brunnen betriebsbereit sein“, merkte Frederic Dammert an. Bürgermeister Dr. Heidecker dankte allen Beteiligten im Namen der Bürgerinnen und Bürger; die Feuerwehr werde den Brunnen regelmäßig in Übungen einbinden, sagte er mit Blick auf den Kommandanten.