Herstellung des 100-jährlichen Hochwasserschutzes: Förderbewilligung von 9,6 Mio. Euro als erster Aufschlag
Der Förderbescheid für die erste Charge ist da, nun kann der Planfeststellungsbeschluss kommen. Am Mittwoch vergangener Woche überreichte die Präsidentin der Abteilung 5 (Umwelt) des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Susanne Diebold, an Daniel Fluhrer, technischer Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, sowie Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker den Bescheid in Form der ersten Charge, in Summe 9,6 Mio. Euro.
Damit ist nach über 20 Jahren der Vorbereitung der Weg frei für die nächsten Schritte hin zum Neubau des Hochwasserrückhaltebeckens im Albtal: „Bis Ende Juni könnte der Planfeststellungsbeschluss vorliegen, dann folgt eine einmonatige Rechtsmittelfrist“, informierte Susanne Diebold. „Die Planungen laufen, die Ausschreibungen folgen, im Herbst könnte der erste Spatenstich stattfinden“, umriss Bürgermeister Dr. Heidecker das weitere zeitliche Vorgehen.
60 Gutachten waren im Vorfeld angefertigt worden, „denn, eine Besonderheit, das Bauwerk entsteht in einem Naturschutzgebiet“, merkte Frau Diebold an. Daher waren intensive Abstimmungen notwendig, Daniel Fluhrer sprach von einem „großen Ringen“, doch die Verbände hätten sich kompromissbereit gezeigt.
Die Städte Ettlingen und Karlsruhe planen die Wiederherstellung des 100-jährlichen Hochwasserschutzes an der Alb. Denn die aktuellen Maßnahmen reichen für ein Jahrhunderthochwasser im Stile der Ahr-Katastrophe längst nicht mehr aus. „Die bestehende Hochwasserschutzkonzeption aus dem Jahr 1983 schützt nach heutigen Maßstäben unter Berücksichtigung von Klimaänderungsfaktoren nur noch vor einem achtjährlichen Hochwasser“, erklärte Stadtbauamtsleiter Daniel Schwab, in dessen Amt das Projekt angesiedelt ist. Federführend sind Beate Sommer, Abteilungsleiterin Gewässerbau/Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung, sowie Florian Dietz vom Gewässerbau und der technischen Geschäftsstelle Hochwasserprojekt Alb. Er fügte hinzu, dass das berechnete Schadensausmaß bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis enorm wäre: „68 bis 70 Millionen Euro wäre die geringste Schadenssumme, rechnet man die Preisindices mit ein, kommt man schnell auf einen dreistelligen Millionenbetrag“, ganz abgesehen vom Gefährdungspotential für Leib und Leben.
Wie mehrfach berichtet wurde am 21. September 2022 der Planfeststellungsantrag beim Landratsamt Karlsruhe eingereicht. Der Schwerpunkt der zahlreichen Teilmaßnahmen liegt auf dem Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens im Albtal. Die Gesamtinvestitionskosten betragen über 63 Millionen Euro, die zuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von fast 55 Mio. Euro fördert das Land bis zu 70 Prozent. Ettlingen und Karlsruhe tragen die nicht zuwendungsfähigen Ausgaben und die restlichen Baukosten anteilig 70:30, so dass der Eigenanteil von Ettlingen bei rund 16 Mio. Euro liegt, der von Karlsruhe bei 13 Mio. Euro.
„Das Projekt ist herausragend, nicht zuletzt deshalb, weil sich zwei Städte dafür zusammengeschlossen haben“, aber auch durch seine Dimension, betonte Susanne Diebold.
Die Bürgermeister Moritz Dr. Heidecker und Daniel Fluhrer bedanken sich daher insbesondere beim Regierungspräsidium Karlsruhe, das durch die Bewilligung den Fortschritt des Projektes sichert. Die enge Zusammenarbeit mit der Förderstelle sei stets konstruktiv und unterstützend gewesen.
„Der Hochwasserschutz an der Alb ist ein zentrales Projekt des Bevölkerungsschutzes für Ettlingen und Karlsruhe – und damit eine Investition in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, so Bürgermeister Dr. Heidecker. Seit Jahren arbeite er gemeinsam mit vielen Beteiligten intensiv daran, dass aus Planung endlich konkrete Maßnahmen werden. „Mit der Förderbewilligung kommen wir einen entscheidenden Schritt voran zu einem Schutz, der den heutigen Anforderungen und den Folgen des Klimawandels gerecht wird. Unser Ziel ist klar: Risiken senken, Schäden verhindern und im Ernstfall Menschenleben sowie Werte bestmöglich schützen“, so Dr. Heidecker weiter.

