Photovoltaikanlage auf der Pestalozzischule: Ein Baustein der Energieversorgung in Ettlingen West

Foto: BEG, Luftaufnahme des Gebäudes der Pestalozzischule, Ettlingen-West

Auf dem Dach der Pestalozzischule hat die Bürger-Energiegenossenschaft Karlsruhe Ettlingen (BEG) im vergangenen Jahr eine Photovoltaikanlage mit 450 Modulen in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von 200 Kilowatt Peak (kWp) zählt sie dabei zu den größeren Anlagen im Portfolio der Genossenschaft.
 

Wie Steffen Neumeister, Vorstandsmitglied der BEG, erläuterte, nimmt die Anlage an der Pestalozzischule eine zentrale Position innerhalb der Quartierseinlage Ettlingen West ein. Die Inbetriebnahme markiert zudem einen deutlichen Zuwachs in der Gesamtleistung der BEG: Lag diese bei der letzten Mitgliederversammlung noch bei 36 Anlagen mit rund 1.800 kWp, werden nach der Inbetriebnahme der Freiflächenanlage im Hagbruch, einer Anlage in der Friedrichsstraße und sowie der Pestalozzischule nun 39 Anlagen mit insgesamt rund 3.700 kWp betrieben.

Damit habe sich die installierte Leistung innerhalb von zwölf Monaten nahezu verdoppelt. Dieser Zuwachs ist maßgeblich auf die großflächige Anlage im Hagbruch zurückzuführen. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Anlage mit rund 50 kWp auf dem Nebengebäude der Bürgerhalle Ettlingenweier folgen. Damit würde die Anzahl der Anlagen auf 40 und die Gesamtleistung auf rund 3.800 kWp zum Ende des Geschäftsjahres steigen.
 

Die jährliche Erzeugung beläuft sich damit auf 3,8 Millionen Kilowattstunden (kWh). Bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 3.500 kWh pro Haushalt entspricht dies einer Kapazität, mit der theoretisch rund 1.100 Haushalte in Ettlingen mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden könnten. „Jetzt scheint natürlich nicht immer die Sonne“, merkte Neumeister an, weshalb die Photovoltaik-Anlagen nur einen Baustein in der Energieversorgung darstellen.
 

Die Anlage auf der Pestalozzischule ist deshalb Teil einer geplanten Energiezentrale für das Quartier Ettlingen West. Das bestehende Gasnetz dient dabei weiterhin der Spitzenlastversorgung. Ergänzt wird dieses System durch die neue PV-Anlage sowie die geplante thermische Nutzung des Grundwassers. Hierfür werden Brunnenbohrungen durchgeführt, um über Wärmetauscher Energie zu gewinnen. Das Ziel ist ein Zusammenwirken aller drei Komponenten. „Deshalb ist diese Anlage auch so wichtig, weil sie ein wesentlicher Baustein für die Quartiersanlage in Ettlingen West ist“, so Neumeister.
 

Die Investitionskosten für die Anlage auf der Schule beliefen sich auf etwa 150.000 Euro, ließ Sven Scherer, Vorstand der BEG, wissen. Bürgermeister Moritz Heidecker bewertete dies als guten Preis für eine solche Anlage.
 
Markus Schnurr, ebenfalls Vorstand der BEG, wies darauf hin, dass die Anlage nur realisiert werden konnte, da die Stadt die Fläche zur Verfügung gestellt habe. Und da ohnehin Sanierungsarbeiten anstanden, habe man hier den Zeitraum kostengünstig nutzen können.