Hochtalentierter Nachwuchs konzertiert um vordere Plätze
Ein Normalsterblicher kann es sich kaum ausmalen, dass man innerhalb von wenigen Tagen 1 500 Einspielungen hört, um dann zu entscheiden, wer von den jungen Nachwuchsmusikerinnen und -musikern zum 20. Wettbewerb für junge Pianisten nach Ettlingen kommen kann. Unverändert hoch ist das Niveau, ließ der Kopf der Jury und des Wettbewerbs, Professor Robert Benz, beim Pressetermin am Montag vergangener Woche im Rathaus wissen. Dank eines Kriterienkatalogs hat Professor Benz zusammen mit Frank Reich, zuständig für die Organisation sowie die beiden Jurymitglieder Kristin Merscher und Reinhard Becker am Ende des Hörmarathons 85 Bewerberinnen und Bewerber benannt.
Neben der rein akustischen Herausforderung gibt es eine weitere, dass sich die Jugendliche immer später melden zum Teil erst am letzten Tag. Überall gehen die Zahlen zurück, doch bei unserem Wettbewerb bleiben sie unverändert hoch trotz der weltpolitischen Lage, so Reich.
Oberbürgermeister Johannes Arnold dankte der Vorjury für ihr Durchhaltevermögen und erinnerte daran, dass der Ettlinger Wettbewerb, im zweijährigen Turnus stattfindend, der weltweit größte dieser Art ist. Ob Lang Lang oder Lise de LaSalle oder Boris Giltburg , sie waren Preisträger in Ettlingen. Der letztgenannte gibt im übrigen ein Galakonzert zum 20-Jährigen des Wettbewerbs am Samstag, 1. August im Asamsaal. Er kann auf eine beeindruckende Karriere als Solopianist blicken. In Ettlingen wird er Chaconne spielen, eine Reminiszenz an den Ettlinger Klavierwettbewerb. Bei seinem Abend 1999 präsentierte er dieses Werk. Reich merkte an, dass Giltburg mehrere Anläufe unternahm, um zum Ettlinger Wettbewerb zugelassen zu werden und dann Preisträger wurde, ein wahres Vorbild, nicht gleich aufzugeben.
Am 2. August dürfen sich dann die jungen Teilnehmer messen, erst die älteren und dann ab donnerstags die jüngeren.
Für all jene, die den Wertungsspielen lauschen möchten, gibt es eine Neuerung, sprich Halbtagestickets für 5 Euro. Wir halten das für vertretbar zum einen handelt es sich um einen der hochkarätigsten Wettbewerbe weltweit, und zum anderen nannte Arnold das Stichwort ‚klamme kommunale Kassen‘. Meist wird bei der Kultur gespart. Dass er überhaupt stattfinden kann, dafür sorgt neben der Sparkasse, von Anfang an mit im Boot, seit 2023 der Hauptsponsor Porsche.
Unser Haus und unsere Flügel und Klaviere sind gerichtet, so Musikschulleiter Stefan Moehrke, der sich wie Bader auf die jungen Tastenkünstler freut, die zum größten Teil aus China, Japan und den USA aber auch aus Deutschland kommen. Die Erwartungen sind oft hoch an die Kinder und Jugendlichen; den Moment Preisträgerin zu sein, hat Holzbildhauer Rudi Bannwarth „festgehalten“ in seinem Werk, „ein 3D-Wimmelbild“, so Bannwarth. Neben dem Mädchen in einem langen Gewand steht der Flügel, der die Bewerber beflügelt und im Hintergrund das Schloss und der Lauerturm wie bei einem Bühnenprospekt. Ende Juni wird das Werk bei Porsche stehen, dann wandert es in die Touristinfo und von dort ins Foyer des Asamsaal. Es wird sicher „das“ Fotomotiv werden.
Dass der Wettbewerb aber auch einen familiären Charakter besitzt, hängt mit den Ettlingern zusammen, die ihre Häuser und Wohnungen öffnen für die Gäste oder mithelfen und die Organisation unterstützen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch Gastgeber melden würden, unter info@klavierwettbewerb.org. Ohne diese Ehrenamtlichen könnten wir den Wettbewerb nicht durchführen
Wer sich Karten für das Galakonzert mit Boris Giltburg sichern möchte, geht zur Touristinfo oder auf www.ettlingen.de/klavierwettbewerb. Und Karten für das Abschlusskonzert am 9. August gibt es gleichfalls dort.

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