Neue Wege für dauerhaften Energiefluss
Schweres Gerät war im Einsatz für die rund 21 Meter tiefe Bohrung für einen Testbrunnen in Ettlingen-West, um an das Grundwasser und dessen Wärme zu gelangen. Zu Tage gefördert wurden neben Kiesel aber auch faustgroße Sandsteine und breiig-fluffiiges Material.
Im Herbst wissen die Stadtwerke mehr, ob sich Testbrunnen auf dem Gelände der Pestalozzischule in Ettlingen-West für die Wärmegewinnung lohnt. Eine von drei Stellen in Ettlingen neben dem Lindscharren für Ettlingen Nord und das Baggerloch für Ettlingen Mitte, nicht zu vergessen der Untere Henkling in Schöllbronn sowie die Albwasserentnahme beim Albgaubad, das gleichfalls für die Wärmeenergiegewinnung genutzt werden soll.
Doch zurück nach Ettlingen-West, wo es mit dem Probebrunnen einen entscheidenden Moment gegeben habe, so Stadtwerkegeschäftsführer Steffen Neumeister, entscheidend für ein zukunftsträchtiges Energiekonzept, das uns auch unabhängiger macht. Derzeit seien die Preissprünge bei fossilen Energieträgern eklatant. „Neben Fotovoltaik und Windenergie würden wir uns damit breiter aufstellen“, so Neumeister. Mit Blick auf Dr. Stefan Blüm und seine beiden Projektleiter Lukas Kieweg und Jonas Schwinn hob Neumeister heraus, derzeit ist die Abteilung erneuerbare Energie di wichtigste Einheit im Unternehmen.
Blüm machte deutlich, ob „wir investieren, darüber können wir noch keine Aussagen machen, wir sondieren und schaffen Grundlagen. Wenn sie positiv ausfallen sollten, dann könnte der Ausbau für ein Nahwärmekonzept gerade für die Mehrfamilienwohnhäuser wie in der Hohewiesenstraße fallen. Der Vorteil der Grundwassernutzung wäre im Gegensatz zu Photovoltaik und Wind, dass sie permanent vorhanden ist. Dem Grundwasser entnimmt man seine Wärme über einen Tauscher und das kühlere Wasser wird beim Rückgabebrunnen auf dem Sportplatz der Pestalozzischule wieder eingebracht. Ohne jegliche chemische Veränderung, weil das Wasser thermisch aufbereitet wird. Von der Wasserbehörde wird es sogar als positiv bewertet, dass das Wasser um rund drei bis vier Grad kühler wieder zurückkehrt, da in Zeiten des Klimawandels auch die Temperatur des Grundwassers besonders in den wärmeren Monaten steigt.
Im Herbst hoffen alle Projektbeteiligten, dass die Machbarkeitsstudie abgeschlossen ist. Erst dann läßt sich sagen, ob diese Art der Energiegewinnung wirtschaftlich sinnvoll ist, lohnt sich ein Wärmenetzausbau.
Und während die Mitarbeiter des Geschäftsführers Pyro Krämer von der gleichnamigen Firma die Filterrohre abladen, sie kommen in das vorhandene Stahlrohr, durch schmale Schlitze fließt das Wasser ab, die Sedimente bleiben im Rohr, erinnerte Schwinn daran, dass der Testbrunnen rund 21 Meter tief sei, „tiefer dürfen wir nicht wegen der Iffezheimer Formation“, einer Gesteinsschicht, die hier eine große Mächtigkeit besitzt.
Wenn es unter dem Strich passt, dann könnte im ersten Quartal 2027 der Ausbau begonnen.
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