Stromausfall – und nun?!

eine Frau mit Kerze vor dem Sicherungskasten

Noch glaubt man, es sein ein Kurzschluss. Doch wenn es sich um einen Stromausfall handelt , dann sollte man darauf nicht nur mit Kerzen vorbereitet sein. Was machen machen kann, gibt es hier 

Stell dir vor, draußen ist dunkel, keine Straßenbeleuchtung, kein Licht beim Nachbarn. Auch der Kühlschrank in der Wohnung brummt nicht mehr, die elektrische Zahnbürste hat keinen Saft und das „schlimmste:“ der Akku des Handys ist bereits bei 15 Prozent. Doch aufladen geht nicht mehr, weil keine Energie mehr fließt. Nach einer Stunde des Stromausfalls, der voraussichtlich länger andauern wird, ist die Feuerwehr bereits im Einsatz. Sie werden einerseits per Durchfahrt mit Megafon die Bevölkerung informieren, wenn es eine Katastrophe ist, ertönen auch die Sirenen, und andererseits wird die Feuerwehr Anlaufstellen installieren, bei denen man gegebenenfalls einen Notruf absetzen kann, beispielsweise, wenn eine Person im Aufzug wegen des Stromausfalls stecken geblieben ist. Währenddessen sind die Stadtwerke auf Fehlersuche.

Was sich vom grünen Tisch aus einfach liest, hat in den zurückliegenden Wochen und Monaten einiges an Überlegungen gekostet, damit der Ablauf reibungslos im Krisenstab und draußen für die Bevölkerung funktioniert.

Luca Arsic, Kommandant der Ettlinger Wehr merkte bei dem Pressetermin mit Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker, Stadtwerkechef Steffen Neumeister, Ordnungsamtsleiter Kristian Sitzler und der Leiterin des Amtes für Marketing und Kommunikation Sabine Süß an, für die Menschen mag es eine persönliche Katastrophe sein, nicht mehr via Handy kommunizieren zu können, aber für vulnerable Personen kann diese Situation lebensbedrohlich werden, besonders wenn sie zuhause sind. „Die Heime haben wir bereits informiert, damit sie sich auf solch eine Lage vorbereiten“, so Sitzler.
Vorbereiten kann sich auch jeder selbst mit unterschiedlichen Dingen, von der Taschenlampe mit Batterien über ein Radio per Kurbel bis hin zu Kerzen und warmen Decken, nicht zu vergessen haltbare Essensvorräte nebst Wasser.

Was man genau zu Hause haben sollte, und wie man sich vorbereiten kann, kann man in der Beilage „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“ im Mittelteil dieses Amtsblattes lesen. Dazu gehört auch sich bei smart-home-Systemen oder elektrischen Garagentoren um die manuelle Bedienbarkeit zu kümmern, sprich Bedienungsanleitungen griffbereit zu haben.

Doch zurück zum weiteren Procedere bei einem Stromausfall in Ettlingen. Hier werden in einem Krisenfall über die Stadt verteilt, die Feuerwehrhäuser zu Notfalltreffpunkten und sollte es zur höchsten Eskalationsstufe nämlich einer Katastrophe kommen, dann wären die Entenseehalle in Ettlingen-West, die Stadthalle, die Bürgerhalle in Ettlingenweier und die Dorfwiesenhalle in Schöllbronn weitere Notfalltreffpunkte. Dort werden Pavillons aufgebaut sein, mit Licht werden wir auf diese Punkte ebenso aufmerksam machen wie durch Beschilderung, so Arsic. Diese Treffpunkte sind fußläufig in zehn Minuten zu erreichen. Sie sind zugleich auch Infodrehscheiben, weil dort die Ressource von einer Person mit dem Bedarf der anderen zusammengeführt wird. In Krisen hat sich immer wieder gezeigt, dass die Nachbarschaftshilfe funktioniert. Arsic und Heidecker erinnerten an den jüngsten Stromausfall in einem Berliner Stadtteil, wo sich eine gute Solidarität entwickelt hat. Auch bei anderen Katastrophen hat sich gezeigt, die Menschen rücken zusammen, und nannten als Stichwort das Ahrtal.

Am Ende des Gesprächs hatte Neumeister noch eine Bitte, wenn der Strom wieder da ist, sollte man tunlichst nicht alle Geräte gleichzeitig einschalten, um das Netz nicht zu überlasten

Hier nochmal ein Kurzfahrplan von Stadt und Feuerwehr 
Stunde 1: Lageklärung und Kommunikation
Stunden 2-6: Öffnung erster Anlaufstellen
Stunden 6 - 12 Einrichten von Notfalltreffpunkten durch den Krisenstab, sie bündeln Hilfsangebote und dienen als zentrale Anlaufstelle
Stunde 12 -24 Unterstützung von außen kommt wie THW, weitere Feuerwehren und Hilfsorganisationen.