Gut für die Stadt und für die Tiere: Taubenhaus auf Weißenburger Hof eingeweiht
Mit der Hilfe von Taubenhäusern werden gute Ergebnisse erzielt, um des Problems der Überpopulation der Stadttauben mit all ihren Nachteilen für die Vögel Herr zu werden. Seit kurzem gibt es auch in Ettlingen ein solches Taubenhaus, es wurde von der Stadt auf dem Flachdach des Weißenburger Hofs errichtet, Initiator war der Verein „Stadttaubenhilfe Ettlingen e.V.“, Kostenpunkt rund 26.000 Euro. Von städtischer Seite war der Umweltbeauftragte Peter Zapf federführend für das Projekt.
Am 18. Dezember ‚bürgerte‘ Oberbürgermeister Johannes Arnold zusammen mit der Vereinsvorsitzenden Heike Grösel das erste Taubenpaar ein. Die beiden, Momo und ihr Partner, werden jetzt erstmal sechs Wochen in der ‚geschlossenen Abteilung‘ bei guter Versorgung ausharren müssen, „danach sind sie standorttreu und können ausfliegen“, so Heike Grösel. Will sagen: sie haben das neue Domizil akzeptiert, werden immer wieder zurückkehren und in den Nistkästen des Hauses auch brüten.
Das Paar bildet mit weiteren Fundtauben bzw. gesund gepflegten Tieren den Grundstock für die künftige Population, die von den Vereinsmitgliedern versorgt wird. Diese Tiere locken weitere Paare an, die dann auch standorttreu werden und somit vom Verein kontrolliert werden können. Denn Ziel der Einrichtung ist es vor allem, die Eier gegen Attrappen austauschen zu können, um die Vermehrung der Tauben einzudämmen. „Ein bis zwei Küken dürfen schlüpfen“, damit die Alttiere sich eingewöhnen, danach werden die Gelege ausgetauscht. So wird man zum einen die Anzahl der Stadttauben begrenzen, zum anderen die Tiere aber auch gesund erhalten durch taubengerechtes Körnerfutter. „Denn krank werden sie durch den Müll, den sie fressen“, so die Frauen vom Vorstand der Stadttaubenhilfe.
Lässt man der Natur ihren Lauf, brüten die verwilderten Haustauben sechs bis acht Mal im Jahr und ziehen jeweils zwei Junge auf, die dann mit etwa drei Monaten selbst geschlechtsreif sind. So kommt es dann zu den großen Populationen, rund 300 bis 400 Vögel sind es schätzungsweise in Ettlingen.
Der Standort des Hauses, das Platz bietet für 200 Nistplätze, sei ideal. Einmal in der Woche wird das Haus, das aus einer verschließbaren und einer offenen Abteilungen besteht, von den 22 ehrenamtlichen Vereinsleuten gereinigt. Die laufenden Kosten für Futter, Einstreu und Impfungen übernimmt die Stadt. „Taubenhäuser haben sich bewährt“, erklärte Heike Grösel; alle anderen Versuche, die Anzahl der Vögel zum Beispiel mit der ‚Taubenpille‘ zu regeln, hätten sich als nicht praktikabel erwiesen.
Oberbürgermeister Johannes Arnold dankte dem Verein für die Initiative, ebenso dem Umweltbeauftragten Peter Zapf, der den Standort für das Haus gefunden hatte, „die Einrichtungen nützt den Tieren und der Stadt!“
Wer sich im Verein ehrenamtlich einbringen möchte, kann sich über die Homepage www.stadttaubenhilfe-ettlingen.de informieren. Der Verein ist auch Ansprechpartner für private Hausbesitzer mit nistenden Tauben. Der Verein engagiert sich auch für verletzte oder kranke Tiere, sie werden beringt, gesund gepflegt, gegen Paramyxovirose geimpft, eine nicht auf Menschen übertragbare, bei Tauben nicht heilbare Viruserkrankung, und wieder frei gelassen.
Keine Lösung ist hingegen das Füttern der Tauben im Stadtgebiet an verschiedenen Plätzen. Wer irgendwo in der Stadt Futter auslegt, torpediert zum einen die Absichten der Stadttaubenhilfe, zum anderen ist das Füttern von Tauben an öffentlichen Plätzen durch die Umweltsatzung der Stadt verboten. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder.

